mein liebster blog award

ich danke meine kleine chaoswelt  – https://meinekleinechaosweltblogspotde.wordpress.com – recht herzlich für deine nominierung zu mein liebster blog award.

im ersten augenblick war ich vollkommen erschrocken. ich bin doch erst so kurz dabei und was soll ich antworten, wen soll ich selbst nominieren, welche fragen soll ich stellen…

aber es hat spaß gemacht, auf deine fragen zu antworten. bei mir ist immer die gefahr, dass ich schreibenderweise ins plaudern komme und ich hätte zu fast allen fragen noch viel mehr schreiben können.

gestern abend war ich dann soweit, dass ich diesen beitrag posten wollte, doch ein stromausfall wollte das scheinbar verhindern, fuhr den PC herunter und löschte einen großen teil des textes.

nun habe ich also munter alles noch einmal getippt und hier ist mein beitrag:

elf Fragen

1. Wie kam es dazu, dass du angefangen hast zu Bloggen?

ich hatte schon lange darüber nachgedacht, einen blog anzufangen, aber aufgrund meiner depressionen waren das bisher immer nur leere sich kreisende gedanken, die oft darin endeten, dass ich zu mir selbst sagte: ach, das sind nur wieder solche ideen von dir, das wirst du doch niemals wirklich machen.

vor knapp drei wochen saß ich abends am computer und ich habe mir – spontan, ohne groß darüber nachzudenken – diese seite angelegt und angefangen, den ersten text zu posten.

nie hätte ich gedacht, dass das jemand lesen würde …

 

2. Welcher Blog ist aktuell dein Lieblingsblog?

natürlich suche ich besonders nach anderen blogs über depression und angst, aber auch über kunst, literatur und so weiter. außerdem interessiere ich mich sehr für das leben und vor allem die gedanken anderer menschen. schon als teenager habe ich gern lebensberichte, tagebücher und briefe nicht nur von berühmten menschen und gerne auch von frauen gelesen. ich habe lange „Guten Morgen Du Schöne“ von Maxi Wander bei mir getragen und darin gelesen, das buch aber irgendwann auf dem schulhof verloren. jetzt habe ich mir ein neues exemplar besorgt.

für einen einzigen lieblingsblog entscheiden . das kann ich nicht.

zum ersten:

ich bin ja erst seit kurzem dabei, bin auch gerade dabei, die anderen blogs zu entdecken. ich brauche auch immer eine weile, bevor ich mir wirklich eine meinung bilden kann und will, muss immer erst abwägen, für- und wider gegeneinanderstellen.

zum zweiten:

es gehört scheinbar auch zum wesen einer depression, dass sich viele der betroffenen oft schwertun, entscheidungen zu treffen. das fängt bei ganz simplen alltagsdingen an wie: gehe ich in den park oder will ich malen (und dann vor lauter zwiespalt oft gar nichts machen können, weil die entscheidung zu treffen unmöglich). wie soll ich mich da für einen lieblingsblog entscheiden?

zum dritten:

wenn ich sagte, mir gefiele ein blog besser als der andere hätte ich angst jemanden zu verletzen, der oder die nicht genannt wird. das geht bestimmt auch vielen nichtdepressiven so und soll keine ausrede sein. aber manche „eigenheiten“ verstärken sich  unter der depression immens.

3. Was geht dir durch den Kopf, wenn du deine Texte schreibst?

ich setze mich hin zum schreiben und meine gedanken, die zuvor wirr in meinem kopf kreisten, ordnen sich. manche waren mir zuvor auch noch gar nicht bewusst, zwingen mich sie aufzuschreiben und sie wahrzunehmen.

sicher, wenn ich nicht am schreibtisch sitze, fallen mir sehr viele dinge ein, die ich in meinem blog schreiben könnte oder sogar sollte. aber der text, den ich dann später schreibe, sieht oft anders aus und entspricht der momentanen stimmung, in der ich in diesen sekunden bin.

4. In wie vielen Ländern bist du schon gewesen?

die sogenannten westlichen länder kenne ich viel zu wenig. weder war ich in frankreich (eigentlich nur ein paar zugstunden entfernt), noch großbritannien, irland, geschweige denn den usa.

dafür habe ich ein paar monate in moskau studiert und in bibliotheken und archiven gesessen, in kasachstan ein praktikum gemacht, bin in kirgisien durch die berge gewandert.

gerne würde ich viel mehr länder kennenlernen, aber nicht als touristin, denn ich suche nicht sightseeing, sondern tatsächlich das leben an anderen orten zu erfahren. dazu muss man eine weile dort leben, unter und mit den dortigen bewohnern.

vor zehn jahren nahm ich mir vor, zu meinem vierzigsten geburtstag mit zelt und rucksack durch den kausasus zu wandern. habe sogar ein wenig angefangen, georgisch zu lernen.

das kann ich leider gerade nicht, werde es mir aber gönnen, wenn ich meine krankheit besser im griff habe.

5. Wenn du essen könntest, was immer du willst, ohne dass es irgendwelche Nebenwirkungen hätte (Übelkeit, voller Magen; Gewichtszunahme,…) was würdest du essen?

diese frage ist ganz einfach zu beantworten:

schokolade! aber zartbitter, vegan, aus fairem anbau.

wer sich nur einmal mit lebens- und arbeiten auf den meisten kakaoplantagen beschäftigt hat, muss scheuklappen tragen um wirklich unbeherzt benießen zu können.

 

6. Ist es dir wichtig, dass viele deinen Blog lesen?

anfangs war es das gar nicht. aber inzwischen freue ich mich, dass ich schon über zwanzig follower habe und würde mich über neue leserInnen nicht beschweren.

das bedeutet natürlich auch leistungsdruck. werde ich den erwartungen gerecht? schreibe ich interessant genug? nachvollziebar? werden „kunstverständige“ kommen und in meinen bildern all die „falsche“ Strickführung sehen, die schlecht gesetzten schatten, die unstimmige perspektive…

aber wenn meine beiträge

  • anderen menschen helfen mehr über depressionen und ängste zu verstehen und sie dann für ihre mitmenschen (alle mitmenschen, die „anders“ sind) ein wenig offenheit mitbringen
  • wenigstens einige menschen ermutigen, ebenfalls über ihre krankheiten und ängste zu reden
  • und dann auch einige menschen einfach unterhalten, berühren, erfreuen oder zum nachdenken anregen,

dann wäre ich – soweit man das in meinem zustand auch mal sein kann (ja, das geht sogar an guten tagen!)- glücklich.

 

7. Welche Pflanze ist deine Liebste?

meiner oma, die morgen geburtstag hätte, habe ich jedes jahr eine sonnenblume mitgebracht. sie liebte auch den leuchtenden mohn im garten.

gerade erfreut mein herz das kleine unscheinbare jonanniskraut, das viele gärtner als sogenanntes unkraut aus den beeten rupfen. eine bereits verstorbene freundin liebte diese pflanze auch und es ist eine schöne erinnerung an sie, wenn ich das gelb leuchtende kraut an einem wiesenrand entdecke.

 

8. Einmal angenommen, dein Leben wäre ein Film. Welchen Film ähnelt es am Meisten?

dazu fällt mir gerade überhaupt nichts ein.

 

9. Jeans oder Jogginghose?

zu hause unbedingt jogginghose. ist einfach bequemer.

wenn ich nach draußen gehe, dann trage ich derzeit eher röcke und kleider, weil ich dank der medikamente etwas aus dem leim gegangen bin und manche hosen zu eng sind, kneifen, behindern.

 

10. Was ist dein absoluter Traumjob?

da bleibe ich träumerisch:

 

bergsteigerin

auf hohe einsame gipfel

weitsicht

der mensch erscheint klein

strapazen

herausforderung

fallen

tränen

ödnis

steine

felsen

schönheit

es schaffen

grenzen überwinden

allein

 

11. Wenn du einem Menschen deiner Wahl bei dir haben könntest, wer wäre das und was würdest du sagen?

als mensch mit sozialer phobie möchte ich wenn, dann nur meinen freund und meine kinder um mich haben.

ich sage ihnen, wie sehr ich sie vorbehaltlos bedingungslos liebe, schätze und stütze.

 

drei nominierte

mich dazu zu entscheiden, wen ich nominieren soll, ist mir besonders schwer gefallen (siehe frage 2 nach dem lieblingsblog).

hatte darüber nachgedacht, mich zu drücken, aber feige wollte ich auch nicht sein:

also tataaaaa und trommelwirbel: hier meine drei nominierten:

 

elf neue fragen

nun, wie es sich gehört, hier meine elf fragen:

  1. was war dein erster Gedanke, als du von deiner nominierung erfahren hast?
  2. wissen deine freunde, verwandten und bekannten von deinem blog?
  3. welches buch hat dich in letzter zeit besonders fasziniert und warum?
  4. wie hältst du es mit gendergerechter sprache?
  5. würdest du gern einmal in die vergangenheit reisen? in welches jahrhundert und auf welchen kontinent/in welche stadt, land,…
  6. bist du naturmensch oder stadtmensch?
  7. könntest du dir vorstellen, ein jahr lang allein auf einer einsamen insel zu leben?
  8. gibt es ein land, in dem du gerne leben würdest? was hält dich auf?
  9. katze oder hund?
  10. welches war das bisher schönste oder aufregendste erlebnis in deinem bisherigen leben?
  11. würdest du smartphone, ipad, pc und sonstigen kram gegen eine tarnkappe oder gegen flügel eintauschen?

 

Der Liebster Blog Award-Leitfaden

zum schluss Der Liebster Blog Award-Leitfaden wie ihr nun weitermachen solltet:

dankt mir für meine nominierung – oder dankt mir nicht, falls ihr aus irgendeinem grund von diesem award nichts haltet oder euch mental gerade nicht dazu in der lage fühlt. verlinkt dabei meinen blog in eurem beitrag.

beantwortet meine elf fragen.

nominiert bis zu elf andere blogger für den award, die weniger als 200 follower haben.

denkt euch elf fragen aus, die die neuen nominierten beantworten sollten.

vergesst nicht, eure nominierten zu informieren 🙂

 

euch hoffentlich viel freude

herzliche grüße von agnes

 

 

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5 Kommentare zu “mein liebster blog award

  1. Liebe Agnes, du wirst wieder gesund! Verliere niemals den kleinen Hoffnungsstrahl in deiner dunklen Seele aus den Augen. Ich hoffe, dass Du gute professionelle Begleitung gefunden hast, die Dich bei Deinen kleinen, aber mutigen Schritten zur Heilung unterstützt.
    Manchmal ist sich nicht zu entscheiden auch eine Entscheidung. Druck über seinen Willen auf den Körper auszuüben führt meist nicht zum Ziel. Auch wenn es sich für Dich vielleicht provokant anhören mag, mir hat stets die Frage geholfen: Welchen Sinn macht Depression? Was wehrt sie ab? Wie würde ich mit ihr umgehen, wenn sie mein Kind wäre? Würde ich sein Verhalten bekämpfen? Würde ich es in die Ecke stellen? Es ignorieren? Oder würde ich ihm zuhören, um seine Geschichte zu erfahren?
    Deine Kunst wird Dir sicherlich helfen. Schön, dass Du sie ausüben kannst!
    Alles Gute für Dich! Simone

    Gefällt 1 Person

      • Hab Geduld und sorge gut für Dich! Ich weiß, das fällt schwer, weil vieles so hoffnungslos leer erscheint. Weil man kaum Kraft hat, so alltägliche Dinge wie abwaschen zu erledigen. Weil sollte und müsste regieren, das Pflichtbewusstsein funkt und die Abwärtsspirale verstärkt. Depression ist Stillstand, Einsamkeit und Getrenntsein von allem. Und die Diskrepanz zwischen Wissen , aber nicht so fühlen kann unerträglich sein. Heilung braucht wirklich Zeit. Nimm sie Dir!
        LG Simone

        Gefällt 1 Person

  2. Liebe JanJan, Russland“Fan“ trifft es nicht ganz. Aber interessiert und fasziniert bin ich, ja. Zum Teil auch, weil es familiäre Verknüpfungen gibt.
    Was verbindet Dich mit Russland? Literatur? Kunst? Sprache? Musik? Warst Du einmal da und wenn dann wo?
    Herzliche Grüße
    Agnes

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