der große tag – geschafft

es ist überstanden, der große tag liegt hinter mir. meine jüngste tochter ist eingeschult.

seit dem beginn dieses jahres 2016 hatte das heutige ereignis ständig in meinem kopf gespukt. ich hatte wahnsinnige angst davor. der termin hat mir druck gemacht: du musst es schaffen, dass du am 10. september fähig sein wirst, an der einschulungszeremonie deiner tochter teilzunehmen.

neun monate mit diesem spitzen damoklesschwert über dem kopf. ein termin, der nicht  aufzuhalten war – der stand fester als der mount blanc. oft ging es mir so schlecht, dass ich es mir überhaupt nicht vorstellen konnte, diesen tag jemals durchzustehen:

nicht nur weil ich mich ja in der öffentlichkeit unter vielen menschen bewegen musste, sondern weil auch anschließend „gefeiert“ werden sollte. „feiern“ – für mich im normalfall kein wort, das freude, sondern panik, groll, hass, aggression auslöst.

die letzten monate konnte ich nicht unbedarft in die zukunft sehen: da lag dieser klotz der einschulung, es gelang mir einfach nicht, mir ein leben „danach“ vorzustellen.

es ist vorbei!

es liegt hinter mir!

es war alles nicht so schlimm, wie ich befürchtet hatte. mein freund war als felsen und stütze immer in meiner nähe. gerade habe ich ja außerdem eine relativ gute phase, in der ich zwar nicht vor freude und energie wie ein gummiball hüpfe, aber doch einige dinge zu erledigen schaffe, an der kasse die kassiererin grüßen und unter besonderen umständen sogar anlächeln kann. von meinen erfolgen beim malen unter freiem himmel hatte ich euch ja auch schon geschrieben.

außerdem bin ich immer ein wenig stärker, wenn meine kinder dabei sind – das scheint so ein mutter-überlebens-trieb zu sein. ich will

a) meine kinder beschützen und

b) ihnen ein gutes vorbild sein und

c) dass sie sich so wenig wie möglich sorgen um mich machen müssen.

die begegnung mit schwiegermonster und kindervater war  gefrierfacheisig, aber sachlich. streit und diskussionen gab es nicht (die nächste eruption des väterlichen haßvulkans erwarte ich in einer der nächsten e-mails).

schwiegermonster hat von natur aus einen bitteren gesichtsausdruck; ihre mundwinkel hängen noch stärker als bei frau m. man möchte fast meinen, an deren enden hingen schwere klötze. so überinterpretiere ich ihren blick vielleicht. aber grund zum hass auf mich hätte sie – aus ihrer perspektive – : ich habe ihren lieblingssohn verlassen und bin dann auch noch so krank geworden, so dass der arme junge teilweise ganz die kinderbetreuung übernehmen musste. schwups habe ich mir auch noch einen freund geangelt. pfui! pfui! pfui! als depressive hat man doch immer weinend in der ecke zu liegen. dann gebe ich, statt demütig das haupt zu senken,  ihrem schwer arbeitenden söhnchen auch noch widerworte und vertrete plötzlich meine eigene meinung – ein affront! alarm, rufet die schergen!

 

heute war ich glücklich, meine kinder an diesem wichtigen tag begleiten zu können, natürlich auch sehr gerührt.

und auch traurig darüber, dass die kleine nicht das große tolle familienfest bekommen konnte, wie damals vor fünf jahren ihre große schwester, als onkel, tanten, und die zahlreichen cousinen und cousins  zugegen waren. als kind habe ich mir immer eine so große tolle familie gewünscht! hin und wieder überkommt mich der gedanke, dass ich dieses glück für meine kinder zerstört habe.aber natürlich war auch vor fünf jahren unsere familienwelt längst nicht heil.

nach diesem tag bin ich unendlich erschöpft. aber auch erleichtert. das leben „danach“ kann beginnen.

aber erst morgen!

das schreiben dieses textes hat mir geholfen, aber in eure blogs werde ich heute nicht mehr gucken können.

ich wünsche euch allen einen wundervollen sonntag und bis bald.

 

 

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14 Kommentare zu „der große tag – geschafft

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