Achtsames Leben #1

heute endlich weiter mit der zweiten Frage von toe und cao zum Liebster Blog Award (Siehe hier und dort).

baum

2. Was bedeutet Meditation für dich?

Meditation? In sich gehen, Ruhe und die eigene Mitte finden, zu sich selbst (zurück)finden; aber auch: bei einer Tätigkeit im Flow sein, mit sich selbst im Einklang sein.

Derzeit bedeutet Meditation für mich auch „Neue Hoffnung“, wie die Tabletten, die ich gestern erwähnte. Die Tabletten helfen, die Auswirkungen der Depression – psychischen und auch körperlichen Schmerz – zu mildern.

Daran, dass ich oft aber bei der kleinsten Aufregung und dem geringsten Hindernis in hektischen Stress verfallen kann, mein Herz rast und mein Körper sich schlagartig schmerzhaft verspannt, werden auch die Tabletten auf lange Sicht nichts ändern können. Antidepressiva mildern die Symptome der Krankheit. Die eigentliche Arbeit – der eigentliche Kampf – beginnt dann, wenn die Tabletten ihre erste Wirkung getan haben.

Auch wenn es im ersten Moment nach noch mehr Stress klingen mag und einen weiteren Punkt auf der täglichen to-do-liste bedeutet, habe ich mich entschlossen, nun auch noch Meditation zu lernen. Bis vor zwei Wochen hatte ich mich mit diesem Thema noch nicht sehr intensiv beschäftigt; obwohl ich schon länger weiß, dass Meditation kein esoterischer Klimbim ist und immer wieder davon gelesen habe, dass sie gerade bei psychischen Erkrankungen gut helfen kann. Zuletzt las ich bei Judi Blue, dass ihr das Meditieren sehr viel gebracht hat. Also versuche ich jetzt auch, diesen Weg einzuschlagen. Nicht bald, irgendwann, eines Tages – sondern jetzt. Den letzten Tritt haben mir toe und cao gegeben, die nicht nur mich, sondern auch einige andere Blogger, die über Yoga, Achtsamkeit und Meditation schreiben, für den Award nominiert hatten.

marathon

Früher bin ich regelmäßig gelaufen. Ich möchte behaupten, dass mein Lauftraining auch so eine Art Meditation war. Dieses Tap Tap Tap der Füße auf dem Boden, möglichst im Park, in grüner Umgebung; Bäume, Blumen, freier Himmel. Vogelgesang, das regelmäßige Atmen, die Leichtigkeit, etwas zu tun, ohne groß darüber nachzudenken. Es mag sein, dass ich es mit dem Training nach einer Weile etwas übertrieben hatte; Ehrgeiz und Leistungsstreben hatten mich auch hier übermannt. Den nächsten Marathon wollte ich unbedingt unter vier Stunden laufen. Dazu ist es nicht mehr gekommen, weil die Seele laut und deutlich STOPP gerufen hat. Aber ich bin mir sicher, dass mich das regelmäßige Training während der halbwegs gesunden Jahre davor bewahrt hat, schon früher zusammenzubrechen.

Mit dem regelmäßigen Laufen habe ich noch nicht wieder anfangen können – die Antriebslosigkeit während der depressiven Schübe, Schwäche und Schmerzen, die Angst, draußen von anderen gesehen zu werden.

Ich habe mir nun Bücher über Meditation ausgeliehen und außerdem für die „21-Tage Meditation Challenge“ bei Benjamin angemeldet. Offen gestanden finde ich den Ausdruck „Challenge“ im Zusammenhang mit Meditation etwas irritierend, aber der Name muss ja nicht unbedingt Programm sein.

Mit den Meditationsübungen habe ich bereits angefangen. Wie es mir damit ergeht? Dazu schreibe ich Euch bald.

 

 

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17 Kommentare zu “Achtsames Leben #1

  1. zum meditieren bin ich wie die jungfrau zum kind gekommen, von selbst.
    als die schizophrenie sich vor 30 jahren entwickelte begann ich zu meditieren.
    damals habe ich mich in meinem wg zimmer einfach bequem auf den flauschigen teppich gelegt und in mich hingehorcht. zeitweise hatte ich dabei das gefühl, die erdrotation fühlen zu können. könnte aber auch an der psychose gelegen haben.
    vor 9 jahren lernte ich über eine bekanntschaftsanzeige aus der zeitung einen älteren mann kennen. er besuchte mich eines tages und wir gingen mit einer decke bewaffnet in den stadtpark. dort wollten wir gemeinsam meditieren.
    allerdings erwartete er von mir, dass ich während der meditation das wörtchen „om“ immer wieder aufsage. das tat ich nicht, weil mir stille zum meditieren sehr wichtig ist.
    aus unserer bekanntschaft ist auch nix geworden.

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  2. Das klingt sehr gut! Ich bin gespannt, wie es dir mit der Meditation geht. Ich selbst bin wirklich überzeugt davon – ich bin noch dieselbe wie zuvor mit Depression und Angst, aber ich lasse mich davon nicht mehr so aus der Bahn werfen. Meditation hat eine Elle Wirkung.
    Alles Gute für dich, liebe Agnes!

    Gefällt 1 Person

  3. ich bin absolut kein esotherischer Mensch, mir ist so etwas sogar extrem unangenehm. Aber: als ich Kind war, war ich extremst zappelig. Bis wir beim Taekwondo immer vor dem Training meditiert haben. Anfangs war es die Hölle für mich, danach ein wahrer Segen. Ich bin dadurch sehr viel ruhiger geworden.
    Es gibt auch progressive Muskelentspannung nach Jacobsen. Das hat mir beim Studium sehr geholfen.
    Viel Erfolg beim meditieren. Das hilft bestimmt!!

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  4. Ich empfinde das Laufen wirklich auch als eine Art der Meditation. Alleine mit sich, manchmal auch gegen den Schmerz und das Aufgeben zu kämpfen, macht stark. Meditieren und Yoga gehören dazu, meine innere Mitte zu finden und mir bewusst zu machen… Ich wünsche Dir alles Gute auf Deinem eingeschlagenen Weg. Einen feinen Start in diesen Montag, in diese Woche.
    Liebe Grüsse
    Thomas

    Gefällt 2 Personen

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