Der Rest

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Sehnsuchtsort Tien Shan, zwischen Kirgisien und Kasachstan, September 2005

Nun zu den letzten Fragen von toe und cao zum Liebster Blog Award. Ich danke Euch noch einmal recht herzlich für die Nominierung.

 

Hast du eine Lieblingsserie? Welche?

 

Wenn es mir richtig gut geht – seelisch und körperlich – habe ich relativ wenig Lust zum Filmeschauen. Somit ist das Ausmaß meines Filmkonsums auch ein Gradmesser für meine psychische und körperliche Gesundheit.

 

An Serien mag ich, dass ich eine Weile das Leben und Werden eines Charakters beobachten kann, daher mag ich sie lieber als Filme. Darin liegt aber immer auch ein gewisses Suchtpotential, weil ich gerne wissen will, was sich der Drehbuchautor weiter für die Filmfiguar ausgedacht hat – wie dämlich die Serie auch sein mag. Aber ich sehe mir fast nur lustige Sachen an, weil ich meine Stimmung durch das Fernsehen nicht noch extra trüben will.

 

Gerade gucke ich ab und zu „Gilmore Girls“, aber auf Englisch mit Untertiteln. Das hat zwei Vorteile: 1. ich bilde mir ein, damit mein Englisch aufpeppen zu können. 2. weil ich ja hinsehen und die Untertitel lesen muss, gucke ich niemals nebenbei, sondern wirklich nur, wenn ich Lust darauf habe und Zeit, mich auf die Handlung einzulassen.

 

Gestern, beim Fahrradfahren, ist mir – warum auch immer – eingefallen, dass ich früher die Serie „Unsere kleine Farm“ abgöttisch geliebt habe. Die lief schon im Fernsehen als ich noch ein kleines Mädchen war. Lage Zeit dachte ich, alle blinden Mädchen seien schön und hätten blonde lange Haare.

 

Was ich besonders mag sind (gern politische, bissige und gemeine) Kabarettsendungen. Da durchstöbere ich gern die öffentlich-rechtlichen Mediatheken. Wenn das Leben grau und düster und hoffnungslos scheint hilft es, auch mal herzhaft böse darüber zu lachen.

Gibt es etwas, was du in deinem bisherigen Leben anders machen würdest?

 

Was die Vergangenheit betrifft – die ist nun einmal so geschehen. Sicherlich würde ich aus der Rückschau einiges anderes machen. Aber die Geburt meiner beiden Töchter bereue ich definitiv nicht!

 

Als Historikerin bin ich der Meinung, dass die Auseinandersetzung mit der Geschichte für das Verständnis der Gegenwart sehr helfen kann. Dennoch versuche ich für mein eigenes Leben, mich nicht so sehr an dem Gewesenen festzuhalten, sondern mich auf die Gegenwart zu konzentrieren.

 

 

Was würdest du gerne mal tun, hast dich aber (noch) nicht getraut, es umzusetzen?

 

Als ich noch nicht ganz achtzehn Jahre alt war, hatte ich einmal die Möglichkeit, eine Rucksackwandertour im Kaukasus mitzumachen. Damals durfte ich nicht mit (wer erinnert sich? Auch der Kaukasus gehört nicht zu den friedlichsten Regionen dieser Welt). Seitdem träume ich aber vom Kaukasus.

Mit noch nicht einmal dreißig Jahren bin ich zu Fuß ein paar Tage durch den Tien Schan gewandert. Das ist ob der Weite, der Höhe und der Einsamkeit mit einer Alpentour einfach nicht vergleichbar. Daran denke ich noch immer gern zurück.

 

Mein Ziel ist es soweit wieder gesundheitlich stabil zu werden, dass ich an einer Berg-Rucksack-Tour teilnehmen kann. Nicht nur mit dem Flugzeug hin, dort herumlatschen und zurückfliegen. Gerne eine richtige Reise mit Zug und/oder Schiff und vor Ort viel Zeit, um auch das Leben der Menschen dort kennenzulernen, zu Fuß zu gehen und die Natur zu genießen. Hoteltourismus reizt mich kein bisschen. Ich träume von hohen Bergen und tiefen Tälern, felsigen Abhängen und Schluchten. Ein bisschen Angst werde ich haben, Bergwanderungen sind auch mit Risiko verbunden. Aber dennoch – ich will!

 

 

Betreibst du aktiven Umweltschutz und wenn ja, wie?

 

Ich bin in keiner Umweltorganisation und derzeit auch nicht gesellschaftlich aktiv – schon allein aufgrund meiner gesundheitlichen Situation.

Ich überdenke mein Konsumverhalten, überlege bei jeder Anschaffung, ob ich sie wirklich brauche. Seit langem schon habe ich immer einen Stoffbeutel in der Tasche, damit ich auch bei spontanen Einkäufen keine Tüte brauche. Ich ernähre mich vegan, kaufe – wenn möglich – regional, aber nicht immer im Bioladen. Das gibt der Geldbeutel nicht her. Allerdings ist meine letzte Flugreise viele Jahre her. Ein Auto brauche ich in der Stadt auch nicht. Aber – es gibt sicher noch viel, was ich besser machen kann.

 

 

Wie reagierst du im Auto auf nötigende Verkehrsteilnehmer?

 

Da ich kein Auto fahre, beziehe ich diese Frage mal auf alle VerkehrsteilnehmerInnen und muss auf mit einem eindeutigen jein antworten.

Ich wurde zu gegenseitiger Achtung und Rücksichtnahme erzogen und so versuche ich mich auch als Fußgängerin und Radfahrerin zu verhalten. Ich raste nicht gleich aus, wenn mal ein Fußgänger auf dem Radweg läuft oder ein Auto auf dem Radweg hält (obwohl ich es oft für sehr hinderlich und sogar lebensgefährdend halte). Ich komme gar nicht auf die Idee, andere Verkehrsteilnehmer zu beschimpfen und anzubrüllen, wie es leider oft üblich ist.

Manchmal, während eines depressiven Schubs, der mich auch wütend machen kann, bekomme ich aber vor Ärger Herzrasen, wenn vor mir ein paar Sonntagsradler dahinrollen als hätten sie zu viel Zeit. Aber ich fresse gewöhnlich diesen Groll in mich hinein statt ihn loszulassen. Wenn mir dann ein rechtsabbiegender Autofahrer die Vorfahrt nehmen will, fahre ich bewusst weiter, weil ich es nicht aushalte, mich ungerechtfertigterweise zum Anhalten „zwingen“ zu lassen. Keine Sorge, ich bin immer noch in der Lage, im Notfall doch schnell noch abzubremsen.

 

 

Koriandergrün: ja oder nein?

Das hätte ich früher nicht gemocht. Inzwischen find ich es ab und zu ganz lecker.

 

 

Welche Frage möchtest du beantworten, die wir nicht gestellt haben? (und beantworte sie!)

 

Bereitet Dir diese Frage Kopfzerbrechen?

Ja! Leider zieht sie mich in einen unsäglichen Leistungsdruckstrudel. Es soll ja keine blöde oder langweilige Frage sein, sie soll kreativ und für alle interessant sein. Da versagt mein Gehirn und will einfach nichts ausspucken.

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