Gefängnisluxus

Ungelogen, ein wenig komme ich mir hier auf der Station vor wie im Gefängnis. Unvorstellbar, dass einige Patienten schon seit Monaten hier sind, und zwar per Zwangseinweisung!

Diese ungemütlichen Gedanken möchte ich aber aus meinem heutigen Abend drängen und lieber etwas positives feiern:

Seit heute Abend habe ich nämlich wieder ein bisschen Luxus – per IPad und einer etwas besseren Internetverbindung kann ich jetzt etwas bequemer ins Internet. Nun kann ich Eure Blogs endlich wieder direkt über Eure Websites lesen und nicht nur über den blöden Reader per Minismartphonebildschirm.

Mit dem Internetyoga ist es hoffentlich teilweise vorbei:

Klick auf eine Seite – warten – warten – Geduld — zwischendurch was andres machen – Seite geöffnet. Bis zum nächsten Klick.

Viele von Euch können sich ja bestimmt noch erinnern, dass das „früher“ zu Zeiten der alten Modems und des Surfens über die Telefonleitung normal war. Insofern habe ich die letzten Tage ein wenig Geschichte wiedererlebt.

Mein technischer Fortschritt kommt mir gerade wie ein riesiger Luxusquantensprung vor.

Verbunden mit einer weiteren Angst – der vor Diebstahl. Eine uralte Weisheit spüre ich am eigenen Leib: Wer nichts hat, dem kann nichts genommen werden und Verlustängste sind fern. Wehe wehe aber denen, die etwas zu verlieren haben. Eine Binsenweisheit, die viele weise Denker ja auch schon auf unser gefühlt unglückliches Leben in der westlichen Welt übertragen haben.

Für heute Abend genug philosophiert. Jetzt werde ich gemütlich lesen.

 

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9 Kommentare zu „Gefängnisluxus

  1. dein wunsch im „luxusgefängnis“ zu bleiben erinnert mich an das link: „stockholm-syndrom“, ein psychologisches phänomen, bei dem das opfer einer geiselnahme ein positives emotionales verhältnis zu seinen entführern aufbaut. dies kann dazu führen, dass das opfer mit den tätern sympathisiert und mit ihnen kooperiert und sein gefängnis nicht mehr verlssen möchte.

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    1. Ah nee, von “ Wunsch zu bleiben “ kann gar keine Rede sein, eher Einsicht in die Notwendigkeit und sobald ich fähig bin zu ambulanter Therapie, dann nix wie raus.
      Stockholmsyndrom nur insofern, als dass ich mit einigen Insassen sympathisiere. Aber ich schreib die nächsten Tage mehr dazu, jetzt wo ich mein Luxusschreibgerät habe.
      Gute Nacht oder Guten Morgen …

      Gefällt 2 Personen

    2. Übrigens liegt Dein Missverständnis auch hierin:

      Ich schrieb: Gefängnisluxus und meinte damit, dass ich diesen Ort hier als Gefängnis empfinde und dass ich nun wenigstens diesen einen Luxus – das Internet – habe.

      Du verstandest luxuriöses Gefängnis, in dem man gerne bleibt. Nein nein nein (wobei es sicher noch etwas komfortabler als ein Knast ist – hier auf dieser Station bleibt keiner gerne freiwillig …)!

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  2. Hallo Agnes, als ich noch über Arcor meine 2000er Leitung hatte und die ab und an auf 500 absackte, war auch Kochen zwischendrin angesagt. Der dritte Techniker fand dann endlich den Fehler.
    Jetzt habe ich eine ziemlich schnelle Leitung – brauche ich bei meiner Ungeduld aber auch.
    Fühle dich nicht eingemauert, sondern behütet und beschützt.
    LG von Clara
    PS: Ich sah, dass du meinen Fotoblog abonniert hast – im Oktober kommt noch so einiges.

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  3. Das freut mich für dich ♥ Ich surfe ja nur mobil über Karte und bin manchmal in Gegenden wo es nicht mal Verbindung gibt, man gewöhnt sich daran 🙂
    Wünsche dir angenehme Erlebnisse und… Mit dem Klauen kann ich gut verstehen…

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über einen - auch kritischen - kommentar werde ich mich sehr freuen

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