Und ewig grüßt … Dienstagsgedanken

Wahrscheinlich sollte ich milder mit mir umgehen. Nach den Aufregungen der letzten Woche war es ja doch eigentlich nicht allzu erstaunlich, dass es mir jetzt wieder schlechter geht. 

Ich habe heute in der Visite das abhängig machende Tavor gegen Atosil austauschen lassen, und die Dosis meines morgendlichen Antidepressivums wurde erhöht. Ohne einen medikamentös hergestellten halbwegs aufnahmefähigen Zustand bin ich auch zu keiner der hier angebotenen Therapien fähig.

Viele Patientinnen und Patienten aus meinen ersten Tagen hier sind nicht mehr da. Gruppen finden sich (neu) und ich gehöre zu denen, die außen stehen bzw. sitzen. Aber es gibt auch niemanden, mit dem ich wirklich großen Drang spüre, Freundschaft zu schließen und Small Talk ist nicht meine Sache – nochzumal wenn ich depressionsbedingt schlecht gelaunt bin und lachende Menschen als Zumutung empfinde.

Mein inneres Kind hat sich gerade eingebunkert, ich komme gefühlsmäßig einfach nicht an mein Inneres heran. Wenn ich doch weinen könnte. Ein klein wenig beneide ich manche Mitpatientinnen, die bei jeder Gelegenheit weinen können. Manchmal denke ich, ich hätte einen harten Stein in meiner Brust. Dann aber könnten doch die Nadelstiche der Depression nicht so schmerzen. 

Yin und Yang stehen bei mir in kompletter Dysharmonie. Sogar meine Körperhaltung ist krumm, wie soll denn da die Seele im Gleichgewicht sein. An den beiden Kätzchen will ich mir ein Beispiel nehmen. Liegen sie nicht in vollkommenem Frieden, in Ruhe, Eintracht und Gelassenheit?

 

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2 Kommentare zu „Und ewig grüßt … Dienstagsgedanken

  1. Liebe Agnes,
    deine Worte kommen mir irgendwie bekannt vor. Als ich in der Klinik war, war es mir auch immer ein Rätsel, wie manche Menschen so offen an sich selbst herankamen, ihre Gefühle genau spürten und benennen konnten bzw. einfach weinten, wenn es ihnen danach war. Ich kann das nicht, selbst heute. Wie oft würde ich gerne die emotionalen Schmerzen herausweinen, mich befreien und es klappt nicht?! Nach dem Weinen wäre die Seele wenigstens ein wenig mehr im Gleichgewicht. Was hilft dir denn dich auszugleichen? Das Malen vielleicht?
    Viele Grüße von Annie

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