Wieder Dienstag – und doch so anders

Zwischen den Jahren habe ich einen neuen Pfad auf meinem Therapieweg eingeschlagen. Nach einiger Zeit als Tagespatientin auf meiner alten Station bin ich seit heute Patientin in der Tagesklinik auf demselben Klinikgelände. 

Räumlich habe ich mich definitiv verschlechtert – aus den Fenstern der alten Station hatte man so einen herrlich weiten Blick. Ich habe die letzten Wochen so viele wundervolle Sonnenaufgänge beobachtet, wie kaum zuvor in meinem Leben. Nun bin ich wieder in Räumen in einem Erdgeschoss untergebracht – aus den Fenstern Blick auf Mauern und … auf Station 1(!!!). Dort hatte ich ja meine ersten, sehr unangenehmen Kliniktage Ende September bis Anfang Oktober verbracht.   

Zur Tagesklinik, dem Ablauf dort und den Mitpatienten kann ich noch nicht viel sagen. Konzeptionell arbeitet sie ähnlich wie meine ehemalige Station.

Natürlich empfand ich den Tag heute als extrem anstrengend. Der Stationswechsel ist mit Sicherheit für jeden Menschen aufregend und schwierig, um so schlimmer natürlich für Leute wie mich, die ich mich ja in menschlicher Kommunikation und Interkation sehr schwertue und nun also wieder in eine vollkommen neue Gruppe einfügen muss. Für meine Verhältnisse habe ich mich aber – würde ich sagen – recht gut geschlagen.

Ergotherapie gibt es auf in der Tagesklinik auch und ich habe heute ein neues Projekt angefangen. Ich will eine Figur aus Speckstein formen und habe mir dafür einen wunderschönen, an manchen Stellen fast durchscheinenden Stein ausgesucht, der aber nicht sehr einfach zu bearbeiten ist. Ich habe heute eine Stunde lang gesägt und bin einigermaßen ins Schwitzen gekommen. Dass ich dabei nicht weit voran gekommen bin, hat mich nicht gestört, was ich zu einem gewissen Teil auch meiner in den letzten Wochen neu gelernten Geduld zu verdanken habe. Statt mich über vergeudete Minuten zu ärgern, habe ich zunächst in aller Seelenruhe Stein für Stein angesehen, angefasst und in Form, Größe und Farbe geprüft, bevor ich mich dann endlich für „meinen“ Stein entschieden habe. Da ich gern intuitiv arbeite und spontanen Impulsen nachgebe, bin ich schon ziemlich gespannt, worin genau sich der Stein am Ende wird verwandeln lassen.  

Advertisements

4 Kommentare zu “Wieder Dienstag – und doch so anders

  1. liebe agnes, und wieder freue ich mich bei dir über deine fortschritte zu lesen.
    du schaffst das. und zeige uns bitte den speckstein, wenn er fertig ist.
    auch ich habe in der ergotherapie schon mit speckstein gearbeitet.
    allerdings wollte ich zum schluß in loch reinbbohren, denn der stein sollte ein anhänger für die kette werden.
    dabei ist er auch zerbrochen und meine ganze arbeit war dahin.
    aber der weg ist ja das ziel und im ergebnis kommt es nicht darauf an was daraus geworden ist sondern die freude an der arbeit.
    komm gesund ins neue jahr und bleib bitte eine blogfreundin.

    Gefällt 1 Person

über einen - auch kritischen - kommentar werde ich mich sehr freuen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s