Zwänge

Ach, wenn ich nur früher schon gewusst hätte, dass „das Kind einen Namen hat“, dass es eine „normale Krankheit“ ist, die ich habe, dass ich Hilfe finden kann! Das hätte mir einiges erspart.

So oder so ähnlich habe ich nun schon einige Menschen reden gehört (bzw. davon gelesen), die im Nachhinein feststellten, dass sie bereits Jahre unter einer psychischen Krankheit litten und sich einsam mit den Symptomen quälten, bevor diese diagnostiziert wurde und sie endlich Hilfe und Verständnis bekamen.

Auch eine der interviewten Betroffenen für ein Radiofeature des WDR über Zwangsstörungen äußerte sich in diesem Sinne.

Mit dem Thema Zwangsgedanken und Zwangshandlungen bin ich persönlich zu meinem Glück nicht in bedenklichem Ausmaß konfrontiert, fand den Radiobeitrag aber dennoch (oder gerade deswegen) sehr interessant. Er ist immer noch in der Mediathek abrufbar, z.B. über folgenden Link:

http://www1.wdr.de/radio/wdr5/sendungen/neugier-genuegt/zwangsdenken-zwangshandlungen-100.html

 

Hier ein Auszug der Kurzbeschreibung des WDR:

„Zwangsstörungen: „Alles immer noch mal von rechts nach links lesen“

Jeder kämpft mit Alltagszwängen, mit Ordnung und Reihenfolge, und auch mit ganz privaten Macken und Marotten. Doch wann wird aus einem Drang eine krankhafte Störung? Matthias Baxmann hat sich selbst beobachtet – aber auch Menschen getroffen, die ihre Zwangshandlungen als krankhaft empfinden und behandeln ließen.“

Gerne verweise ich hier auch auf den Blog von Nelia, die dort offen auch über das Thema Zwänge schreibt:

https://farbensehnsuchtblog.wordpress.com

Advertisements

8 Kommentare zu “Zwänge

  1. Liebe Agnes, danke dir für das Schreiben über dieses Thema und die Empfehlung meines Blogs!
    Leider dauert es oft noch sehr lange, bis Betroffene sich Hilfe suchen und dann auch fachgerechte Behandlung bekommen (ich meine gelesen zu haben, laut Studien um die sieben Jahre …). Daher finde ich es wichtig, dass insgesamt mehr über die Erkrankung aufgeklärt wird. Viele Betroffene wissen nicht, dass es so etwas wie eine Zwangsstörung überhaupt gibt, dass sie nicht „verrückt“ sind oder unter Spleens leiden, sondern man ihnen helfen kann.

    Gefällt 2 Personen

  2. Das kann ich ähnlich bestätigen. Das mit den Zwängen ist schwierig. Der Übergang von (übertriebener) Ordnung/Pedanterie/einem Fimmel oder auch viel Nachdenken/Grübeln und einem richtigen Zwang/Zwangsgedanken ist fließend…
    Und vor allem fällt es einem schwer selbst zu beurteilen, was denn normal ist und was nicht. Man fragt sich dann immer, wie es wohl „normalen“ Menschen geht, da man irgendwann merkt, dass man selbst nicht „normal“ sein kann. Nämlich dann, wenn es belastend wird.

    Gefällt 2 Personen

      • Das stimmt.
        Bei der Verhaltenstherapie ging es auch um eine Skala. Mit beiden Extremen und den verschiedenen Punkten dazwischen. Und es ging auch um die Thematik, dass auch einfach jeder ein anderes Ordnungs- und Sauberkeitsempfinden hat, was nicht gleich krankhaft sein muss.

        Gefällt 1 Person

      • Was ich noch schwieriger finde ist die Sache mit den Gedanken. Wie viel Nachdenken und Grübeln ist normal?
        Ich empfinde es nicht als normal, weil es mich belastet und das ist für mich der entscheidende Faktor.
        Und dann frage ich mich immer, wie es im Kopf eines „normalen“ Menschen (ja, was ist denn überhaupt „normal“) aussieht. Weil ich nicht so viel nachdenken möchte. Das lähmt so oft.

        Gefällt 2 Personen

  3. Die Erkenntnisse der Zeit sind stets im Wandel … hätte/wenn/und aber – es in den 60ern die Hilfe von heute gegeben, wäre mir möglicherweise einiges … vielleicht aber auch nicht. Andererseits war ich ein Glückskind, da ohne Internet aufgewachsen. Auffällige Kinder haben es heute nicht leicht, in den „sozialen Medien“.

    Müßig, die Vorstellung.
    Jetzt ist.

    Gefällt 1 Person

  4. Leider ist das etwas, was ich auch schon öfters gehört habe und was zeigt wie merkwürdig Menschen eigentlich sind.
    Ich kenne zum Beispiel eine Frau, eine Borderlinerin, die seit jeher Probleme mit ihrer Familie hat, die einfach nicht mit ihren wechselnden Verhaltensweisen klar kamen. Jetzt hat sie seit einigen Jahren eine DIAGNOSE und plötzlich klappt das Zusammenleben, weil sie „verstanden“ wird, obwohl sie ja im Grunde genau der gleiche Mensch, mit genau den gleichen Problemen ist…

    Gefällt 2 Personen

über einen - auch kritischen - kommentar werde ich mich sehr freuen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s