Groth statt Grün – Zeilenendes Fotoprojekt

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Die Baustelle der Groth Gruppe am Berliner Mauerpark, 28. Februar 2017

 

„100 Prozent Mauerpark“

„Grün statt Groth“ und

„Keine Luxusviertel am Mauerpark“

 

– vergeblich haben zahlreiche Initiativen gegen die Bebauung der eigentlich zur Erweiterung des Mauerparks vorgesehenen Fläche argumentiert, demonstriert und gestritten.

Allen jahrelangen massiven und zähen Protesten weit über die Grenzen der Berliner Bezirke Prenzlauer Berg und Wedding hinaus  zum Trotz wurde im vergangenen Jahr die Bebauung genehmigt: Investor Groth hat das Tauziehen gewonnen und seit letztem Jahr werden Nägel mit Köpfen (bzw. Stahlpfeiler mit Beton) gemacht.

Seit dem ersten Spatenstich sind nur wenige Monate vergangen, schon erheben sich mächtige Betongerippe aus dem Boden. Wenn es doch nur auf anderen Baustellen ebenso zügig voranginge …

Als soziales Feigenblättlein entstehen am Rand des Areals – gleichsam als Schallschutz gegen den Zugverkehr – Sozialwohnungen und sogenannte „Studentenapartments“. Auf dem überwiegenden Teil der Baufläche werden aber teure Eigentumswohnungen und preislich nicht gebundene Mietwohnungen entstehen. Westlich des Mauerparks, auf der Weddinger Seite, dürfen sich die AnwohnerInnen da wohl schon einmal auf den neuen Mietspiegel freuen, der gewiss der „Aufwertung“ des Viertels durch die gutbetuchten Nachbarn Rechnung tragen wird. Östlicherseits ist ohnehin meilentechnisch bereits Hopfen und Malz verloren.

Nun ist das Kind also in den Brunnen gefallen und es heißt Akzeptanz zu lernen. Was ist da besser geeignet, als den Bau fotografisch zu begleiten? Als ich heute also von Zeilenendes neuem Fotoprojekt las, war mir klar, dass ich mitmachen will. Zwölf Monate lang begleitet er fotografisch ein Motiv. Jeden letzten Sonntag im Monat gibt es eine Momentaufnahme auf seinem Blog zu sehen. Da die Idee so großartig ist, machen unzählige Bloggerinnen und Blogger mit.

Auch ich habe also heute  meinen Fotoapparat gegriffen und einen fotografischen Augenblick eingefangen. Zwei Tage zu spät zwar, aber Ihr seid ja doch wohl keine Krümelk… äh … nicht so pingelig.

 

 

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Rhabarber und Hyazinthe 4

 

Rhabarber und Hyazinthe hatten letzte Woche einen kleinen Wachstumsschub; als spürten sie, dass sich der Winter nun dem Ende nähert und eine Zeit des Wachstums und der Erneuerung beginnt. In wenigen Stunden endet das letzte Februarwochenende in diesem Jahr. Kaum kann ich es begreifen. Dass nun der Frühling beginnen soll, erscheint mir unfassbar. Und doch zwitschern es die Vögel von den Bäumen und Hausdächern – ja, es ist wahr!

 

 

Rhabarber und Hyazinthe 3

Rhabarber und Hyazinthe 2

Rhabarber und Hyazinthe

 

 

 

Aus meinem Skizzenbuch 2

Modell saß wieder die „Steinerne Schönheit“, die Frauenskulptur am Obersee in Berlin -Hohenschönhausen.

 

Sehnsucht, Skizzenbuch A5, Bleistift
Sehnsucht, Skizzenbuch A5, Bleistift

 

Diese faszinierende Figur hatte ich im vergangenen Herbst bereits einmal skizziert; der Beitrag dazu hier.

Die „Steinerne Schönheit“, wie ich sie fasziniert nenne, wird mich sicher noch weitere Male anlocken.

Mauerpark

 

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Sonntag am Mauerpark, Berlin

 

Ich habe ja weniger Probleme mit einer anonymen Menschenmasse als mit Einzelkontakten und Gruppensituationen. In einem Großbahnhof zwischen einer lauten Menge fühle ich mich zwar nicht wohl, aber immerhin wesentlich besser als in einem kleinen Ladengeschäft, wo ich die Blicke der Verkäuferin geradezu als Messer in meinem Rücken zu spüren vermeine.

Hier am Mauerpark, in der Masse zwischen Touristen und Berlinern, Hipstern und Hippies, Durchschnittsfamilien und Alkoholikern, Flaschensammlern und IT-Fachleuten lässt es sich für mich ganz gut in der Menschenmenge untergehen – jedenfalls wenn mein Freund als Airbag dabei ist und mir unerwünschte Smalltalker vom Leib hält.

Wenn ich in einer Verfassung bin, in der ich gute Laune um mich herum ertrage, finde ich es ganz interessant, hier Sonntags entlangzuschlendern, die neu entstandenen und entstehenden Graffiti anzusehen und zu hören ob sich interessante Bands als Straßenmusiker ausprobieren.

Draußen zeichnen

Wenn es wieder wärmer wird, kann ich endlich auch wieder draußen zeichnen. Skizzenbuch und Bleistifte, so habe ich es mir in der Tagesklinik angewöhnt, habe ich meist bei mir.

Diese Skizze entstand letzte Woche am Wasserturm, als der Vorfrühling seine ersten Fühler nach uns ausstreckte.

Am Wasserturm, Skizze A5, Bleistift, 15.02.2017
Am Wasserturm, Skizze A5, Bleistift, 15.02.2017

 

 

Gemütlichkeit

 

Gerade bin ich dabei, mich selbst zu erziehen und Dinge positiv zu deuten, die ich früher nicht wahrgenommen oder über die ich mich vielleicht sogar geärgert hätte.

Heute war es bei uns grau und feucht. Eigentlich ein perfekter Anlass, um zu jammern, den Müll und Dreck auf den Straßen zu sehen, die Autos und den Lärm zu verfluchen, das ganze Leben in der Stadt. Und überhaupt …

Aber halt! Es ist trüb und nass? Auch gut, denn um so größer wird die Freude über die nächsten Sonnenstrahlen sein, die uns wärmen. Es ist eben nun mal Februar und seien wir froh, dass uns der Wetterbericht nicht ständig an den Klimawandel erinnert.

Schönes gibt es auch an diesen Tagen zu entdecken.  Wie die Regenpfützen glitzern und uns wunderschöne Spiegelbilder zaubern.

 

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Auf dem Sofa lässt es sich prächtig fläzen – ohne schlechtes Gewissen, draußen viel zu verpassen.

Und wer auf Licht und Wärme gar nicht verzichten kann, macht es eben wie meine Lotta.

 

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