Groth statt Grün – Zeilenendes Fotoprojekt 3

Das Zeilenende hatte vor zwei Monaten zu einem gemeinsamen Fotoprojekt aufgerufen – zwölf Monate lang soll jeweils am letzten Sonntag des Monats eine Momentaufnahme eines selbstgewählten Motivs präsentiert werden.

 

Der Aufruf erzeugte ein überwältigendes Echo und auch ich bin von der Idee so begeistert, dass ich hier das Wachstum der zu recht umstrittenen Baustelle des ebenso umstrittenen Großinvestors Groth am Berliner Mauerpark dokumentieren werde.

Zunächst muss ich meine Verwunderung bekunden. Fast hätte ich darauf gewettet, dass das kapitalistische Werbeschild nicht lange unverwüstet bleibt. Doch noch immer lockt es sauber-unversehrt zahlungskräftige Anleger mit seinem Renditenversprechen für Wohneigentum.

20170430_Groth_60BG

 

 

Nur die Bäume und Sträucher ringsum sind noch farbenfroher geworden, wie dieser Flieder:

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Pünktlich zum Foto-Sonntag strahlt auch der Himmel wieder so blau, als hätte er auch die letzten Wochen nichts anderes getan.

Zur Erinnerung hier noch einmal der Plan der Fotorunde, die ich auch letzten Monat absolviert habe.

Groth_PlanIUD26.3.2017BG

 

Station 1 / Blick vom Schwedter Steg/Behmbrücke

heute/am 26.3./am 28.2.2017

 

Ausgewählte Bilder der restlichen Foto-Standpunkte hier. Die Bilder des Vormonats könnt Ihr im entsprechenden Beitrag finden, der unten verlinkt ist.

 

 

Zum Beitrag vom März:

Groth statt Grün – Zeilenendes Fotoprojekt 2

 

Zeilenendes aktueller Beitrag mit herzlichen Grüßen an den hoffentlich bald Genesenden HIER

 

 

Und hier die Links zu den Beiträgen der anderen, die automatisch auf die Beiträge vom März zeigen, über die Ihr Euch bequem zu den aktuellen hangeln könnt – falls ich es nicht schon aktualisiert habe:

Amerdale zeigt das Wohnzimmer

Arno von Rosen zeigt die Eiche in Nachbars Garten

Chris zeigt den Baum vor seinem Fenster

frauholle52 blickt auf ihre Terrasse

Frau Rebis begleitet ihren Baum

Gerda Kazakou nimmt uns mit in ihr Atelier

Impressions of Life blickt auf Balkon und Garten

Lovely Rita Flowermaid zeigt die Discotasche

lunarterminiert beobachtet ihren Schreibtisch

Meermond zeigt ihre Füße her

Mein Name sei MAMA nimmt uns mit unter den alten Kirschbaum

Mitzi Irsaj erinnert sich an den Ort, an dem 24 Olivenkerne im Münchner Rosengarten ruhen

Multicolorina rastet an einer Feldweg-Bank

Neues vom Schreibtisch zeigt den Park rund um die Reste des Garnisons-/Katharinenfriedhofs in Braunschweig

Petra Elsner zeigt die Bleiche am Döllnfließ

Random Randomsen hat einen geheimnisvollen Baum gewählt

rina.p macht einen Hofgang

Rubinkatze blickt über die Dächer Münchens

solera1847 nimmt uns mit auf die Gartenbaustelle

tallyshome zeigt ihr Wohnzimmer-Sofa

trienchen2607 richtet ihre Wohnung neu ein

Ulli blickt in die Weite

Wili lässt uns auf und in ihren schmucken neuen Topf gucken

wortgeflumselkritzelkram ist im Vorgarten

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Pünktchen Pünktchen Komma Strich …

… mag mein depressives Monster nicht.

 

Was folgendes betrifft, wiederhole ich mich gerne. Das Zeichnen gehört zu den wichtigsten meiner Skills. Zwar ist meine Welt davon nicht gleich Eierkuchen-rosa rot und alle Krankheit weggepustet, trotzdem kann es helfen, ein paar lustige oder niedliche Dinge zu zeichnen, wenn die Stimmung am Kippen ist.

Wenn Ihr mögt, versucht es doch selbst einmal:

Pünktchen – Pünktchen – Komma – Strich – fertig ist das Mondgesicht.

20170430_MondBG

Ich muss automatisch selbst grinsen, wenn ich einen lachenden Mund ziehe. Das erinnert mich an die Zeit, als meine Töchter noch jünger waren. Auch (Groß)Eltern, die ihre (Enkel)Kinder mit Brei füttern oder ihnen die Zähne putzen kennen das bestimmt: Wir machen unserem Gegenüber die Mundbewegung vor, die wir erwarten.* Und so muss ich also lachen, wenn mein Strichmännchen grinsen soll. Ganz egal, wie schlecht meine Laune sonst ist.

Und plötzlich bekomme ich Lust, noch ein paar Faxen zu machen und den Monden Ohren, Brillen oder Hörner zu zeichnen. Da soll sich das Depressionsmonster mal schön warm anziehen, denn im Gegensatz zu mir hat es Null Bock auf Gute Laune.

 

 

Im Psychikon gibt es noch ein paar Worte zum Thema Skills.

 

* Haben Zahnärzte also deshalb einen Mundschutz im Gesicht, damit wir nicht sehen, dass sie selbst uns das AAAAAAAa heimlich vormachen 😉 ?

 

Aus meinem Skizzenbuch 11

Üben, üben üben!, heißt es.

Ich bin sehr froh darüber, dass ich schon länger kein Problem mehr damit habe, in der Öffentlichkeit zu zeichnen. Das bedeutet mir einen beträchtlichen Gewinn an Lebensqualität. Mit einer großen Staffelei mitten im Zentrum der Aufmerksamkeit zu sitzen, wäre sicher noch zuviel. Doch in Wartezimmern, Parks, Straßenbahn und U-Bahn kritzelnd über meinem Skizzenbuch zu sitzen, ist mir inzwischen Selbstverständlichkeit.

Wirkliche Portraits zu zeichnen, ist unter diesen Umständen natürlich nicht möglich. Ich will ich nicht allzu offensichtlich hinsehen, um niemanden zu irritieren und zu fragen, das schaffe ich (noch?) nicht. Die ahnungslosen „Modelle“ bewegen sich ständig oder stehen, kaum dass ich die ersten Striche gesetzt habe, auf und entschwinden für immer aus meinem Blickfeld. Also beende ich das Gesicht aus dem Gedächtnis oder nach Phantasie und Laune oder füge Mundpartie und Frisur einer anderen Person hinzu. Egal ob die Ergebnisse hinterher ansehnlich sind oder nicht – ich nehme alles als willkommene Gelegenheit zum Üben an.

Nächstes sozial-kommunikatives wie auch künstlerisches Ziel für die nächsten Monate: „echte Modelle“ zu zeichnen, die nicht mein Freund oder mein Spiegelbild sind. Eine Kollegin meines Lebenspartners hat bereits Interesse bekundet, mir mal Modell zu sitzen.

Löwenmiez

 

Gestern brachte ich von einem Spaziergang drei Löwenzahnblüten mit nach Hause, um sie noch genauer anzusehen und zu zeichnen. Kaum hatte ich den Blüten jedoch den Rücken gekehrt, wurden sie von meiner Katze Lotta als grandioses Spielzeug entdeckt. Sie klaubte die Blüten aus der Vase und jagte sie durch Zimmer und Küche als hätte sie ein echtes Mäuschen in der Mangel. Nach einer kurzen Schrecksekunde und Internetrecherche, ob Löwenzahnstängel für Katzen giftig sein könnten, ließ ich ihr das neue Spielzeug und gesellte mich zu Lina, die ihrer Schwester träge bei der Pflanzenjagd zusah.

Eine Stunde später hatte der Löwenzahn seinen Reiz verloren – sowohl für Lotta als auch für mich, die das schlaffe Wrack zum Zeichnen nicht mehr verwendbar fand. Also habe ich statt dessen ein spielendes Kätzchen mit Löwenzahn gezeichnet – mit Buntstiften sowie mit Markern. Zwei der Bilder zeige ich Euch hier.

 

Bitte klingeln!

 

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Zumindest, was den Lebensmitteleinkauf betrifft, komme ich normalerweise im Alltag ohne Hilfe zurecht.

  • Natürlich sollte das Geschäft nicht zu klein und familiär sein (damit ich zwischen anderen Menschen untergehen kann), aber auch nicht zu laut, riesig und unübersichtlich.
  • Es sollte möglichst ausgeschlossen sein, dass mir bekannte Menschen begegnen und ich vor die Wahl gestellt werde, unhöflich zu sein oder ein Kasperletheater aufzuführen und höflich lächelnd grüßen zu müssen.
  • Alle Lebensmittel müssen in Selbstbedienung für mich verfügbar sein, ohne dass ich eine Angestellte*n fragen muss.

In diesen Fällen geht das Einkaufen relativ angstfrei vonstatten und an den meisten Tagen habe ich auch kein Problem, der Kassiererin einen Schönen Tag! zu wünschen und ihr zu danken.

Unter anderen Umständen kann es durchaus zu Peinlichkeit und Schweißausbrüchen führen.

Gestern Mittag, zum Beispiel, war das Geschäft fast leer und als ich an die Kasse kam, war keine Kassiererin zu entdecken. Immerhin konnte ich ausmachen, welche der drei Kassen grundsätzlich besetzt war (die erste Hürde erfolgreich gemeistert!) und begann, betont laaaangsam, meine Einkäufe auf das Band zu legen. Auf dem Band prangte – leuchtend und nicht übersehbar – eine Klingel, die unmissverständlich dazu aufrief, betätigt zu werden, um die Kassiererin zu rufen.

Bei allen anderen Menschen außer mir hätte ich es normal und selbstverständlich gefunden, wenn sie die Klingel auch betätigten. Dafür ist sie schließlich da. Aber ich? Klingeln an Kassen, Tresen oder anderen Orten bedienen? Durch ein lautes Geräusch auf mich aufmerksam machen? Niemals! Wer weiß, was passiert (natürlich weiß der Verstand, dass nichts schlimmes passieren würde, aber der hat gegen die irrationale Frau Angst schlechte Karten)? Lieber verdorren mir die Hände. Lieber stehe ich eine halbe Stunde herum. Lieber explodiere ich, falls ich es eilig habe.

Doch nicht genug damit. Auch dass ich nicht klingele versorgt mich mit ausreichend negativem Gefühl. Die Kassiererin könnte ja ein schlechtes Gewissen bekommen, weil sie mich nicht rechtzeitig bemerkt hat und mich warten ließ. Gibt es Ärger mit Chefin oder Chef? Oder umgekehrt – vielleicht ist die Kassiererin sauer auf mich, weil ich Idiotin nicht, wie es sich gehörte, den Klingelknopf drückte?

Ergo: ich tue so, als sei ich gerade erst an der Kasse angekommen, betrachte interessiert die Regale, als ob ich ohnehin noch etwas suchen und überhaupt nicht warten würde. Verschämter Blick zu Boden, wenn die Kassiererin dann angerannt kommt. Wie gut – sie schimpft nicht, sie entschuldigt sich nicht. Nun schnell bezahlen, beim Einpacken bitte nicht zu ungeschickt sein und flüchten.

 

Wie steht Ihr zu dieser Klingelei? Habt Ihr gar auf der anderen Seite der Kasse mit solchen Klingelmeidern wie mir Erfahrung gesammelt, Euch über sie geärgert oder belustigt? Oder ist die Klingel vielleicht gar nicht dazu gedacht verwendet zu werden und die Klingelnden sind nervtötend?

Gibt es Gleichgeängstete unter Euch Leser*innen? Was findet Ihr beim Einkauf am gruseligsten?

Hingesehen

 

So genau habe ich noch nie eine Löwenzahnblüte betrachtet.

 

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Löwenzahnblüte, Nahaufnahme, 22.04.2017

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Löwenzahnblüte, Nahaufnahme, 22.04.2017

 

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Löwenzahnwiese im Vorgarten, 23.04.2017

 

Streng genommen sehen wir ja eine Vielzahl an Blüten, die zusammen den hübschen Blütenkorb bilden. Das ist eine Eigenheit der Korbblütler, zu denen auch die wunderbaren Sonnenblumen gehören.

Vollkommen habe ich die botanischen Einzelheiten aber noch nicht verstanden. Bei der Internetlektüre schwirrte mir der Kopf oder der Vielzahl an bisher ungehörten Fachausdrücken. Die Hauptsache ist: ich habe den fast unverwüstlichen Löwenzahn schon immer geschätzt und verehre ihn nun nur noch mehr.