Die Sauerstoffmaske

 

Ein kleiner Beitrag „zwischendurch“, denn vorhin habe ich bei Nina (hier) folgendes gelesen:

„Auch, wenn ich oft nicht daran glaube, es verdient zu haben, werde ich immerhin besser darin, auf mich aufzupassen – dabei trickse ich mich selbst aus, indem ich an Flugzeuge denke: Dort sagen sie nämlich immer, man muss sich unbedingt selbst die Sauerstoffmaske aufsetzen, bevor man anderen hilft und das heißt umgelegt auf mein Leben, dass ich nur eine gute Partnerin/Freundin/Angestellte sein kann, wenn ich ein Mindestmaß an Selbstfürsorge hinkriege.“

Auch ich und sicher viele von Euch, liebe Leserinnen und Leser, habe ein großes Problem mit der Selbstfürsorge – wir sind zu Bescheidenheit erzogen, dazu uns selbst zurückzunehmen, alle eigenen Bedürfnisse hintenanzustellen. Eigenlob stinkt, haben viele von uns gelernt; an sich selbst zu denken bedeutet schändlichsten und abgrundtief abzulehnenden Egoismus.

Ich versuche, mir mein schlechtes Gewissen, weil ich gerade mich und meine Bedürfnisse, meine Heilung in den Vordergrund stelle, immer wieder auszureden, aber oft ist es schwer. An Tagen, an denen es mir schlecht geht, fühle ich mich für meinen angeblichen Egoismus ausreichend bestraft. Aber an Tagen, an denen es mir besser geht, kommen die Selbstvorwürfe aus der Erde, wie die Regenwürmer nach einem Regenguss. Da ist Ninas Gleichnis großartig, um mir wieder und wieder und wieder zu verdeutlichen, wie wichtig es ist, an mich selbst zu denken; eben damit ich später auch wieder die Kraft habe, mich für andere einzusetzen (wobei ich lernen muss, auch dann noch auch an mein eigenes Befinden, meinen Krafthaushalt, meine eigenen Bedürfnisse zu denken).

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8 Kommentare zu „Die Sauerstoffmaske

  1. Ach, das mit der Sauerstoffmaske – das stimmt! Hab erst neulich gezuckt, als ich mit der Großen geflogen bin. Mit Sicherheit würde ich Probleme haben, zuerst mich zu versorgen, und dann erst sie. Aber richtig ist es schon.

    Gefällt 1 Person

  2. Pass auf Dich auf, gebe ich meinem Sohn noch immer mit auf den Weg. Ich bekomme zur Antwort: Ich bin erwachsen. Ob ich es nicht wüsste. Natürlich ist er es, und ich weiß es. Aber gerade weil er erwachsen ist, vergisst er auf sich auf zupassen. Manchmal gibt es Situationen, da springt man ins Wasser ohne Rettungsring, ohne an sich zu denken, nur um zu helfen. Manchmal gibt es auch Situationen, wo Selbstschutz nicht möglich ist. Und weil es dies alles gibt, darf ich mit mir – gnädig – umgehen. Ich darf mir verzeihen und ich darf mich lieben, loben, vielleicht sogar auf mich stolz sein. Ich bin ein Mensch und ich darf sein, wie ich bin. Einzigartig, fehlerhaft. Pass auf Dich auf. Sei Du, Du selbst.
    LG. Hilde

    Gefällt 4 Personen

    1. Die Sauerstoffmaske ist für mich auch oft ein Sinnbild dafür, das ich mich zuerst um MICH kümmern muss. Denn nur alleine ICH bin verantwortlich für mein Wohlbefinden und für mein Leben. Nehme ich diese Verantwortung nicht an und schiebe sie weg, vielleicht sogar auf andere, möchte ich, dass der andere oder der Zufall mir die Maske aufsetzt. Wer ist da von den beiden Möglichkeiten also egoistisch??
      Ich bin der festen Überzeugung: Nur wer genügend Selbstfürsorge hat, ist überhaupt zu echter Menschenliebe fähig. Denn auch ich bin ein Mensch. Lasse ich mich ständig außen vor, ist das genau das Gegenteil: Menschenverachtung! „Liebe Deinen Nächsten wie DICH SELBST“ sagt genau DAS aus! Alles Liebe für Euch, Simone

      Gefällt 3 Personen

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