Aus meinem Skizzenbuch 11

Üben, üben üben!, heißt es.

Ich bin sehr froh darüber, dass ich schon länger kein Problem mehr damit habe, in der Öffentlichkeit zu zeichnen. Das bedeutet mir einen beträchtlichen Gewinn an Lebensqualität. Mit einer großen Staffelei mitten im Zentrum der Aufmerksamkeit zu sitzen, wäre sicher noch zuviel. Doch in Wartezimmern, Parks, Straßenbahn und U-Bahn kritzelnd über meinem Skizzenbuch zu sitzen, ist mir inzwischen Selbstverständlichkeit.

Wirkliche Portraits zu zeichnen, ist unter diesen Umständen natürlich nicht möglich. Ich will ich nicht allzu offensichtlich hinsehen, um niemanden zu irritieren und zu fragen, das schaffe ich (noch?) nicht. Die ahnungslosen „Modelle“ bewegen sich ständig oder stehen, kaum dass ich die ersten Striche gesetzt habe, auf und entschwinden für immer aus meinem Blickfeld. Also beende ich das Gesicht aus dem Gedächtnis oder nach Phantasie und Laune oder füge Mundpartie und Frisur einer anderen Person hinzu. Egal ob die Ergebnisse hinterher ansehnlich sind oder nicht – ich nehme alles als willkommene Gelegenheit zum Üben an.

Nächstes sozial-kommunikatives wie auch künstlerisches Ziel für die nächsten Monate: „echte Modelle“ zu zeichnen, die nicht mein Freund oder mein Spiegelbild sind. Eine Kollegin meines Lebenspartners hat bereits Interesse bekundet, mir mal Modell zu sitzen.

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6 Kommentare zu “Aus meinem Skizzenbuch 11

über einen - auch kritischen - kommentar werde ich mich sehr freuen

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