Fernweh – Zugreisen

 

Archiv_6-TscheljabinskBG

Bahnhof Tscheljabinsk, Juni 2005, (C) Agnes Podczeck

Ural

Blick aus dem Zugfenster auf den Ural, Juni 2005, (C) Agnes Podczeck

 

Wenige Geräusche machen mich wehmütiger und wecken meine Sehnsüchte mehr als das Rattern eines Zuges auf den Gleisen.

Als kleines Kind fand ich Zugfahren eher langweilig – so wie wohl die meisten Kinder; bis ich, gerade neun Jahre alt geworden, zum ersten Mal eine Zugfernreise machen durfte. Die zweistündige Fahrt nach Berlin dauerte eine gefühlte Ewigkeit. Aber dann, als sich unser Zug des Nachts in Richtung Moskau in Bewegung setzte, wurde ich augenblicklich mit einem Virus infiziert, der bis heute nachwirkt.

Bis heute habe ich bestimmt einige Zehntausende Fahrkilometer hinter mich gebracht. Die letzte große Reise machte ich 2005, vor zwölf Jahren. Natürlich immer im Großraumwagen. Das ist wesentlich günstiger als ein Abteil und es bietet sich immer Gelegenheit, seine Mitreisenden und somit Land und Leute kennenzulernen.

Inzwischen soll das Zugreisen in Russland teuer geworden sein und so rückt wohl nicht nur aus gesundheitlichen und zeitlichen Gründen eine Fernreise Richtung Osten in weite Ferne.

Eines Tages quer durchs ganze Land bis nach Vladivostok, Jakutsk und Magadan und eine Überfahrt nach Kamtschatka (Kamtschatka sehen und sterben?), oder wenigstens nur bis zum Baikalsee … was wäre das Leben, wenn alle Träume bereits erfüllt wären?

 

 

Mein zweiter Beitrag zu Myriades Fotoprojekt zum Thema Weite.

 

 

 

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14 Kommentare zu “Fernweh – Zugreisen

  1. So geht’s mir auf Autobahnbrücken, obwohlnih schon lange nicht mehr mit dem Auto verreise, weil ich schon lange keined habe.
    Ich gebe Dir den Rat, Deinen Traum ganz fest im Auge zu haben. Es kann der Zeitpunkt kommen, da geht auf einmal alles ganz schnell und Du findest Dich in den Weiten Deines Sehnsuchtortes wieder. So war es bei mir mit Neuseeland. Vor 6 Jahren noch undenkbar für mich gewesen. Einen schönen Tag!

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  2. Das Bahn fahren an sich mag ich ebenso. Man hat Zeit und Muße, braucht nicht so eine permanente Konzentration wie beim Auto fahren. Wenn das Geschäftsgebaren und die extreme Unpünktlichkeit der DB nicht wären.

    Ich mag Reiseziele abseits der üblichen Touri-Routen. Auch mich faszinieren diese unglaublichen Weiten des Ostens sehr. Karge Steppe hat etwas … Platz vor allem, selbst die Gedanken werden weit. Ob ich mich trauen würde, allein und ohne den Hauch von Landessprache dort zu reisen, weiß ich allerdings nicht 🙂

    Lieben Gruß !

    Gefällt 1 Person

  3. Zugreisen ist herrlich. Nicht mehr da sein, ohne den Stress des Schon-Dortseins. So in der Schwebe, und mit meditativem Blick auf fremde Landschaft, nimmt es vorübergehend den Ballast alltäglichen Funktionierenmüssens. Es macht den Geist frei. Liebe Grüße!

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  4. Ach wie schön ! Ich träume auch schon lange von der Transsib *seufz* Wie ich auf dem blog schon einmal erzählt habe, meint mein potentieller Begleiter dazu immer „Birken, Birken, Birken“
    Mein Fotoblog muss leider noch ein bisschen auf dein Foto warten, ich habe nur einen Laptop mit und die Dateien für das Projekt sind auf der Festplatte zuhause.
    Herzliche Grüße

    Gefällt 3 Personen

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