Bilder der Ausstellung

 

Kurz war ich gestern tatsächlich zum Tag der Offenen Tür, bei dem ja auch meine Bilder gezeigt wurden. Allerdings war die Stippvisite kurz über meiner Belastungsgrenze: die Veranstaltung war brechend voll. Viele auch mir bekannte Gesichter – PatientInnen und TherapeutInnen – waren da, die meisten ein Gespräch führend oder suchend, was mir ja besonders unangenehm war, weil ich so nicht anonym durch die Veranstaltung gehen konnte.

Die TherapeutInnen der Praxis und viele der KlientInnen hatten sich enorme Mühe gegeben und viel Arbeit in die Veranstaltung gesteckt; nur war ich eben vor Ort psychisch überhaupt nicht fähig, das auch nur ansatzweise würdigen zu können.

Im unteren Kelleratelier war die Ausstellung von künstlerischen Werken der PatientInnen. Neben meinen Bildern wurden auch eindrucksvolle und wirklich gelungene Werke anderer Patientinnen und Patienten gezeigt und gerne würde ich Euch etwas darüber schreiben oder zeigen. Aber ich fühlte mich außerstande, innerlich etwas davon aufzunehmen, noch gar mit den KünstlerInnen zu sprechen, die teils ja auch vor Ort waren. Ein Maler, dessen Gesicht ich aus den Therapiestunden kenne, suchte das Gespräch mit jedem, der oder die seine Bilder genauer betrachtete und erklärte etwas zu Motiv und Technik. Ich hingegen hätte einen Teufel getan als mich auch nur einer einzigen Person gegenüber als selbst Ausstellende erkennen zu geben. W hat dankenswerterweise ein paar Fotos gemacht, allerdings nur von meinen Bildern – ich selbst war nicht dazu in der Lage und mein dringendster Gedanke den gesamten Aufenthalt dort über war der, so schnell wie möglich die Flucht anzutreten.

Nun könnte ich mich selbst dafür schelten, wie viel ich da gestern wohl verpasst habe und wie dumm diese ganze Angsthaberei und das zum Eisblockwerden meinerseits war. Aber ich will es anders sehen: mich freuen über den würdigen Rahmen, in dem meine Bilder gezeigt; glücklich darüber sein, welch tolle Ergotherapiepraxis mit so wahnsinnig engagierten TherapeutInnen und kreativen MitpatientInnen ich gefunden habe; zufrieden mit mir, dass überhaupt dort war und dass ich rechtzeitig festgestellt habe, dass meine Schmerzgrenze erreicht war ich die Veranstaltung zum richtigen Zeitpunkt verlassen habe.

Wenn das kein Grund zur Freude ist?

 

 

 

 

 

14 Kommentare zu „Bilder der Ausstellung

  1. Toll !!! Wie schön, dass du doch noch fotografiert und darüber berichtet hast … ganz schön faszinierend, was du da auf die Beine gestellt hast. Ich bin begeistert und du darfst wirklich stolz auf dich sein ! :)

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  2. Dein riesiges „Fliegen“- Bild ist einfach DER Hammer! Und auch die anderen Werke… ganz ausdrucksstark!
    Ehrlich gesagt, hätte ich bei so ner Ausstellung den totalen Rappel bekommen. Viel zu viele Eindrücke, zu viele Menschen, zu viel auf dem Präsentiertteller! Du kannst stolz darauf sein, dass Du eine zeitlang da warst und Du kannst noch mehr stolz aud Dich sein, dass Du auf Dein Gefühl, Deine Grenzen gehört hast!
    Lass erstmal alles sacken und reflektiere dann. Sicher ging es den anderen Künstlern und Künstlerinnen genauso! Erhol Dich! LG Simone

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  3. Und, ich vergass es fast zu erwähnen, alle Achtung vor diesem wichtigen Schritt, das Du hingegangen bist. Das Ergebnis hat sich gelohnt! Ich wünsche Dir, das Du auf Dich stolz bist

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  4. Hallo Agnes, da bist Du ja wieder! Ich freue mich, das Du Dich so gut erholt hast! Deine Bilder, besonders Deine Selbstportraits und die Stilleben kommen im Rahmen dieser Ausstellung wieder auf die ihre unverwechselbare Art und Weise zur Geltung, haben hier zusaetzlich eine starke Eindringlichkeit und Unmittelbarkeit, sie sind wie Deine Texte: Sie enthalten die Quintessenz Deines Wesens, das Hell und Dunkel darin, der Kontrast, der Deine Arbeiten so schoen und unverwechselbar macht. Gruss Jochen

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  5. Gut, dass du hingegangen bist. Es macht ja nichts, dass du nicht viel aufnehmen konntest. ich glaube, das können die wenigsten, die eine Ausstellung machen – außer denen, für die es Routine ist. Ausstellungen sind für alle Künstler schwierig, manchmal auch traumatisch. Jedenfalls freue ich mich, dass deine Bilder einen so schönen Rahmen gefunden haben. Ich nehme an, die Ausstellung bleibt noch hängen. Da kannst du ja dann auch mal die anderen Bilder fotografieren und hier zeigen. LG Gerda

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    1. Liebe Gerda, wie lange die Bilder hängen bleiben können, weiß ich gar nicht. „Öffentlich“ zugängllich waren sie nur am Freitag.
      Aber am Mittwoch gehe ich das nächte mal in die Praxis und bin sehr gespannt, was da von der Veranstaltung berichtet werden wird.
      Liebe Grüße

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