Kreativitätsexplosion

 

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Daumen hoch dem Spiegelbild, Feder und Pinsel, Tusche, Acrylfarbe (Titanweiß), © Agnes Podczeck 08.11.2017

 

Federnden Schrittes flog ich heute zur Ergotherapie. Ja, einen Teil der Last habe ich wirklich zu Hause lassen können.

Im Offenen Atelier gesellte ich mich dann zur Morgenbesprechung der kleinen Zeichengruppe, der ich sonst immer fern geblieben war. Deutete dort erstmals etwas von den Ängsten der letzten Wochen, ach Monate, an! Das Teilen tat wohl. Sodann noch eine Überraschung. Vorige Woche hatte ich in der Praxis einen Zettel ausgehängt, ob jemand am gemeinsamen Portraitzeichnen Interesse hat. Mit Resonanz hatte ich nicht gerechnet, doch ich wurde vom Gegenteil überrascht.

Wir sind, bisher, zu zweit und ich musste mal wieder feststellen, was sich mir beim Musizieren auch schon immer bewiesen hat: Alleine rummosern ist gut und erfüllend; aber verschiedene Köpfe können sich gegenseitig zu einer Kreativitätsexplosion inspirieren, bei der ein Gedanke den nächsten beflügelt.

Wir basteln uns erst einmal Gipsabdrücke von unseren Händen und Köpfen, so haben wir vollkommen unbewegliche Modelle, die mit Mützen, Schals und Perücken frei variabel veränderlich sind und wir können gleichzeitig und am gleichen Motiv arbeiten. Später dann geht es an echte Menschen. Für mich heißt das: reden, sich absprechen, auf andere einstellen. Wahrscheinlich auch einiges erklären, weil ich ja nun schon ein wenig erfahren bin im Portraitzeichnen. Aber heute war das für mich gar nicht schlimm – vielleicht auch, weil mein Gegenüber psychisch ebenso wie ich sehr „angeschlagen“ ist und Kontaktängste und Redeschwierigkeiten sehr wohl selbst zu kennen scheint, nicht zu schnell und nicht zu laut spricht. Die Zusammenarbeit war nicht nur „nicht schlimm“, sondern sogar recht lustig, als wir die Kindergartenkinder mit dem Gips zu hantierten.

Zu Hause dann noch eine zeichnerische Spielerei, das Spiegelbild aufs Papier gebracht und doch nicht wirklich ein Selbstportrait.

 

 

13 Kommentare zu „Kreativitätsexplosion

  1. Wieder ein sehr inspirierendes,ausdrucksstarkes Bild. Sehr gut finde Ich hier auch wieder die Technik. Du setzt sie dosiert ein, lässt Deinen unverwechselbaren Stil niemals darunter verschwinden Ich selber habe jetzt auch neue Stifte ausprobiert, sehr farbintensiv und mit breiter Pinselspitze. Das gibt mir zumindest das Gefühl, mit Pinseln zu arbeiten. Lieber Gruss von Jochen

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      1. Hm, ja gern tue ich es und ausdrücken möchte ich ja auch etwas mit meinem gemale, das gut kommt vielleicht auch irgendwann (ich schließe es nicht von vornherein aus, was ich vor nicht allzu langer Zeit auf jeden Fall getan hätte), nur mit anderen zusammen wird wohl nicht so leicht sein. Habe auch so wenig Zeit, und durch den Job schaffe ich es nicht mal in die Selbsthilfegruppe, die mich gerne aufnehmen würde. LG

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    1. Eigentlich ist das ganz einfach. Mit Gipsbinden, wie sie der Arzt verwendet, den halben Arm eingipsen, fest werden lassen, abnehmen. Dann den anderen halben Arm (Hand). Wenn man das zusammenklebt (auch mit Gips) dann kann man das schon als „Hand“ verwenden. Perfekt wird es wohl, wenn man das ganze mit Silikon ausgießt, also einen Abdruck macht. Wir haben aber erst eine halbe Hand ;-)
      Vielleicht mache ich nächstes Mal ein paar Bilder der Arbeitsschritte, wenn mein Kollege einverstanden ist.
      Einen schönen Abend für Dich!

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      1. Man legt wohl ein Tuch oder Wattepads auf die geschlossenen Augen und lässt die Nasenlöcher frei. Schnupfen darf man aber nicht haben, oder sonst eine eingeschränkte Nasenatmung. Auch nicht zu einer diesbezüglichen Angststörung neigen. Meine Angst ist ja „zum Glück“ „nur“ eine soziale Angst und keine Platzangst.
        In der Tat bin ich aber gespannt, wie wir das hinbekommen.

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