Glücksblumen

 

Welches Kind liebt sie nicht, diese kleinen Schwestern der Sonnenblumen. LiebhaberInnen akkurat gepflegter Rasenflächen sind wohl weniger von ihnen angetan. Dabei holen sie doch mit ihren langen Pfahlwurzeln Nährstoffe auf den tieferen Erdschichten, die auch die Graswurzeln gut gebrauchen könnten. Aber die meisten von uns Menschen scheinen einen unbändigen Hang zur Eindeutigkeit zu haben – Rasen, das ist schlanker Halm an Halm an Halm, stramm und stetig kurz geschnitten. Ein fremdes Pflänzlein dort dazwischen? Ausgestochen, ausgerupft! Preisfrage: Was haben Rasen und Rassismus miteinander zu tun? Aber zurück zu einem weniger brisanten Thema.

Ich bin ja immer wieder verzückt, wenn die Stadt übersät mit gelben leuchtenden Tupfen ist. Für mich gehört der Löwenzahn zu den Glücksblumen. Diese Woche, an den kühleren Regen-Sonne-Wolkentagen, habe ich ein paar Blüten gepflückt, mit in die Wohnung genommen und gezeichnet: die Blütenkörbe weit geöffnet und am Tag darauf verwelkt, geschlossen. Dann habe ich neue Blüten gesucht und erneut gezeichnet. Heute, bei warmem Sonnenschein, wollte ich an der Staffelei mit Öl malen und doch nicht in der kalten Wohnung bleiben, also habe ich meine Staffelei im Hinterhof aufgebaut, zwei Sträußchen Löwenzahn zur Inspiration. Ein bisschen merkwürdig war es mir doch, aber W gesellte sich hinzu und pflegte die Fahrräder. Ich hatte Lust, unverdünnt und dick zu arbeiten, die Leinwand schien geradezu nach zu schmachten.

Während des Malens bemerkte ich nichts, aber am Abend war ich dann arg ausgekühlt. Der schattige Hinterhof speichert eben lange die Kälte, auch wenn es dieser Tage dort immerhin wärmer ist als drinnen in meiner Wohnung (17 Grad, was sogar ein Grad mehr ist als Hr. Sarazzin – erinnert Ihr Euch ? – Hartz IV-EmpfängerInnen als angemessene Wohnungstemperatur anriet, um Heizkosten zu sparen. ((verflixt, warum komme ich heute immer vom Thema ab)) ).

Kurz und gut, morgen will ich draußen in der Sonne malen. Auch für Euch einen sonnigen Sonntag.

 

 

 

 

 

16 Kommentare zu „Glücksblumen

    1. Danke für das Lob! Und ja, Herr Sarazzin ist in der Tat ein Arschloch, und er war es auch schon, bevor er seine dummenfängerischen Bestseller geschrieben hat. Weißt Du übrigens, was mir die Autokorrektur vorschlägt, wenn ich den Namen dieses Herren tippen will? … Starrsinn ;-) Die Korrekturvorschläge sind manchmal ziemlich blöd, aber hier macht das doch Sinn ;-)
      Sei herzlich gegrüßt!

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