Im Wildpark Schorfheide – Der schöne Luchs

 

Ein Besuch im Wildpark Schorfheide lohnt wahrscheinlich zu jeder Jahreszeit, aber wenn der Wald im Maiengrün erstrahlt, die Kastanien, Robinien und Fichten blühen, die Wiesen dunkelgrün und blau und gelb gesprenkelt sind von Butterblumen, Löwenzahn und Männerträu, die Sonne wärmt, aber aber noch nicht verbrennt und – hach! – sowieso die schönste Zeit des Jahres ist, dann kann ich noch tagelang ins Schwärmen verfallen.

 

 

 

Nebenbei bemerkt: Wie die meisten von Euch wissen, ist mein Loblied auf den Wildpark nicht gesponsert und erkauft, da mein Blog privat ist und keine kommerzielle Interessen verfolgt. Was mich trotzdem nicht von der Pflicht befreit, meinen Blog der neuen Datenschutzverordnung anzupassen, ich weiß ja, und die Überarbeitung wird folgen …)

 

Zurück zu Erfreulichem:

Wenn Eure Knochen es halbwegs zulassen, dann dürft Ihr Eurem Auto einen Ruhetag gönnen, wenn Ihr den Park besuchen wollt. Die Regionalbahn fährt zwar von Berlin-Karow aus nur alle zwei Stunden nach Schönebeck, dafür habt Ihr in den Sommermonaten dort AM WOCHENENDE und an Feiertagen direkten Anschluss an eine Art Shuttlebus, der Euch – im Bahnfahrpreis inbegriffen, bis zum Wildpark bringt und dort auch wieder abholt.

Bevor Ihr aufs Geratewohl losfahrt und Euch auf den Bus verlasst, schaut aber lieber noch einmal für Euren konkreten Termin auf der Homepage des VBB (Verkehrsverbund Berlin Brandenburg) nach, damit die Anschlüsse alle klappen.

Zum Fahrinfo des VBB geht es >>hier<< entlang.

Zu Fuß ist es ein schöner Spaziergang von einer knappen Stunde – je nachdem, wie oft Ihr stehen bleibt, um an Blüten zu schnuppern oder Euren Fotoapparat mit dem passenden Objektiv bestückt.

Zur Homepage des Wildparks >>hier entlang<<

 

Das besondere am Wildpark in der Schorfheide ist, dass Ihr hier keine exotischen Tiere vorgeführt bekommt, sondern einheimische Wildtiere oder aber Tiere, die hier früher lebten und durch uns Menschen ausgerottet wurden. Außerdem gibt es seltene Haustierrassen zu sehen. Die Ziegen im Streichelgehege sind nicht so zudringlich wie in manchen Zoos, da ihr sie nicht füttert, sondern ihnen mit den dort ausliegenden Bürsten das Fell kraulen dürft. Wenn die Ziegen keine Lust mehr auf Euch haben, dann ziehen sie sich in den extra abgeteilten Ruhebereich zurück.

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Alle Tiere haben große, manche sogar riesige Gehege. Die seltenen Przewalski-Pferde leben auf einer Weidefläche so groß die der (West)Berliner Zoo.

 

Luchs und Wolf sind nicht beständig unseren Blicken ausgeliefert, sondern haben ein jeweiliges großes eigenes Waldstück, in dem sie sich unbeobachtet fühlen können. Es ist möglich, dass Ihr bei Eurem Besuch manche Tiere gar nicht zu Gesicht bekommt, dafür ist die Freude umso größer, wenn Ihr doch eines der Tiere erleben könnt. Fast fühlt Ihr Euch wie heimliche Zuschauer in der freien Wildbahn.

 

So ging es uns jedenfalls letztens mit dem Luchs. Vergangenes Jahr habe ich ihn einmal ganz nah sehen können, als er am Zaun die Fütterung des Rotwildes beobachtete. Danach bekam ich den scheuen Gesellen nicht mehr zu Gesicht.

In diesem Jahr aber konnten wir ihn wieder beobachten. Ganz weit hinten, zwischen Gras und hohen Bäumen saß er. Er schien zu fressen. Ich wurde ganz hektisch. Eben hatte ich noch in aller Ruhe die Wiesenblumen ins Visier bekommen, nun wollte ich schnell das Objektiv wechseln, um den Luchs in der Ferne fokussieren zu können.

Dummer- nein, eigentlich klugerweise, habe ich mir zu meinem Fotoapparat verschiedene Objektive aus zweiter Hand zugelegt, bei denen Blende und / oder Fokus manuell am Objektiv statt an der Kamera einzustellen sind. Das ist eigentlich absolut kein Problem, nur bei raschen Objektivwechseln gerate ich manchmal völlig durcheinander, wo welcher Wert einzustellen ist. Dementsprechend sind nicht alle Bilder scharf geworfen.

Statt wieder im Wald zu verschwinden, kam das schöne Tier auf uns zu und wir konnten vom Hochstand aus beobachten, wie er durch das hohe Gras schlich, immer wieder stehen blieb, sie umdrehte, lauschte und witterte. Offensichtlich hatte man an verschiedenen Stellen seines Reviers Futter versteckt, denn hin und wieder fand er im Gras ein Stück Fleisch. Eines vertilgte er sogar fast direkt unter unserem Hochstand.

 

Galerieansicht der Bilder durch Anklicken

 

Als der Luchs wieder in der Ferne aus unserem Blickfeld verschwunden war, hatten wir das Gefühl, etwas ganz besonderes erlebt zu haben und dachten schon, das sei der Höhepunkt des Tages gewesen. Da hatten wir uns gewaltig geirrt. Ihr könnt davon in den kommenden Tagen lesen, wenn Ihr mögt.

 

Die Fotos der Tiere mache ich übrigens nicht, um Trophäen nach Hause zu bringen und zur Fotokunst taugen durch Gitter und Zäune gemachte Aufnahmen auch eher weniger. Aber ich nutze meine Beobachtungen und später auch die Fotografien, um zu sehen, wie sich die Tiere bewegen und wie sie genau aussehen und sie dann zu zeichnen.

Hier drei aktuelle Zeichnungen vom Luchs. Die letzte Zeichnung habe ich nach dem Foto aus dem vergangenen Jahr angefertigt, als der Fuchs direkt am Zaun saß und zu seinen Nachbarn, dem Rotwild, hinübersah.

 

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17 Kommentare zu „Im Wildpark Schorfheide – Der schöne Luchs

  1. Ich dachte, der fährt von Karlshorst aus ab. Hat Karow einen Bahnanschluss? Ja, müssen sie ja, denn S-Bahn haben sie auf jeden Fall.
    Das sollte ich auch mal machen bei meinen vielen freien Tagen – fotoapparatemäßig bin ich ja jetzt ausgerüstet.
    Danke für den Tipp.
    Mit Gruß von Clara

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    1. Liebe Clara, die Regionalbahn fährt von Karow aus vom gleichen Bahnsteig aus wie die S-Bahn nach Bernau und Buch. Wenn Du aus der Innenstadt mit der S2 kommst, steigst Du in Karow aus, wartest ein paar Minuten und der Regionalzug kommt und Du kannst einsteigen.
      Eine Fahrt in den Wildpark lohnt in jedem Fall :-)
      Berichte mal, wenn Du da gewesen best.
      Liebe Grüße
      Agnes

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      1. Hallo Agnes, auf der Website des Wildparks ist der Shuttle nicht erwähnt, aber ich hoffe, dass du recht hast.
        Ursprünglich wollte ich gleich morgen fahren, aber da ist mir der Akustiker dazwischen gekommen. Der Hörer vom linken HG ist defekt – und ohne geht es nicht.
        Aber die werden ja den Park nicht gleich umsetzen :-)
        Mit Gruß von Clara

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      2. Liebe Clara, das Hörgerät im linken Ohr lässt sich hoffentlich leicht reparieren. Vielleicht war es ein Wink des Schicksals, dass Du morgen nicht fahren wirst, denn ich habe wohl Quatsch erzählt. Der Bus von Groß-Schönebeck zum Wildpark fährt wohl nur am Wochenende, wie ich gerade noch einmal auf der vbb-homepage recherchiert habe. Warum ich das gestern versäumt habe – hm, Kopf gesenkt haltend um Entschuldigung bitten. http://fahrinfo.vbb.de/bin/query.exe/dn?ld=std2.a&seqnr=5&ident=gr.0151461.1527007214&REQ0HafasSearchConnection=last#laterColumns
        Ich aktualisiere gleich noch einmal meinen Beitrag …
        Liebe Grüße an Dich
        Agnes

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      3. Siehst du, es ist immer gut, das Motto „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“ zu befolgen. Gut, dass du das mit dem WE sagst. Bis vor einer Stunde wäre ich noch am Freitag gefahren und hätte dann wieder keinen Bus gehabt. Aber ich wurde zum Grillen und Doppelkopf eingeladen, also fahre ich (aller Wahrscheinlichkeit nach) wirklich erst am WE.
        Nimm deinen Kopf aber ganz schnell wieder hoch und du musst wirklich nicht um Entschuldigung bitten.
        Beim HG brauche ich (für ca 80 €) einen neuen Hörer, und den wird er vorrätig haben – hoffentlich. Heute habe ich mit einiger Mühe den alten Kopfhörer am Fernseher wieder in Gang gebracht – das war ein ganz klein wenig kompliziert, aber ich war froh, dass ich ihn noch habe, denn sonst wäre die Lautstärke „völkerrechtswidrig“, die ich dann einstellen müsste.
        Liebe Grüße

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      4. Gerät wieder in Ordnung – das ist doch gleich wieder was anderes. Vielleicht war die Leitung schon einige Zeit angebrochen, so dass ich deswegen fast nichts mehr gehört habe.
        Ich habe eine panische Angst davor, dass mir so etwas im Urlaub passiert – das wäre mehr als ärgerlich.
        Lieben Gruß

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      5. super Nachrichten. Dann ist es ja fast gut, dass das Gerät jetzt kaputt gegangen ist und nicht auf Reisen. Geht es nicht demnächst los nach Marokko oder habe ich das falsch in Erinnerung.
        Liebe Grüße

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      6. Ach, habt ihr alle ein Supergedächtnis. Ja, am 12. bis zum 26.
        Vor Jahren habe ich mir mal was geleistet – eine Busfahrt nach Italien. Ich stand an einem ungewöhnlichen Abfahrtspunkt und wartete ewig auf den Bus. Als es mir zu dumm wurde, gab ich meinem Sohn alle Daten und er sollte das telefonisch für mich erfragen. Nach 10 Minuten seine Auskunft: „Hättest du gestern an der Stelle gestanden, hätte dich auch der Bus abgeholt!“
        Sie waren so kulant, dass ich an einem anderen Tag fahren konnte.
        Damals hatte ich noch nicht so einen guten Kalender mit Erinnerungsfunktion im Handy.

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      7. Ach herrjee, na wirklich gut, dass Du den Urlaub noch antreten konntest. Ja, in Zeiten von Handykalendern sollte sowas nicht mehr passieren – aber wehe die Dinger gehen kaputt oder verloren ;-)

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