Armut in einem reichen Land. Solidarität!!!

 

 

A) Krankheit schützt vor Räumungstitel nicht?!? Solidarität für eine von Zwangsräumung bedrohte Familie!

 

Mit Freude las ich heute in der Tageszeitung taz eine kleine Notiz darüber, dass aufgrund einer solidarischen Aktion von NachbarInnen und UnterstützerInnen durch das Bündnis Zwangsräumungen verhindern die Zwangsräumung einer Lichtenberger Familie vorerst verhindert werden konnte.

 

Der der verhinderten Zwangsräumung offenbar zugrunde liegende Fall ähnelt fatalerweise meiner eigenen Geschichte, die ich hier ja vergangene Woche angedeutet hatte (mein Beitrag ist >>HIER<< noch einmal verlinkt). Bei aller Angst, die ich die letzten Monate ausgestanden habe – wie viel schlimmer hätte es noch kommen können, wenn meine Hausverwaltung von ihrem Recht Gebrauch gemacht und auch meinen Mietvertrag gekündigt hätte. Wie der Lichtenberger Fall zeigt, schützen weder die die nachgewiesene schwere Krankheit der Mutter vor dem Beschluss eines gerichtlichen Räumungstitels noch das offenkundige Behördenversagen als Ursache für den Mietrückstand.

 

Zum Hintergrund der Geschichte zitiere ich wörtlich aus dem gestern erschienenen Beitrag auf der Homepage des Bündnis Zwangsräumungen verhindern und gehe davon aus, das sowohl mit Einverständnis als auch im Sinne der AutorInnen ist, schließlich sollte über die absolut nicht hinnehmbare Situation der Familie möglichst weit und breit informiert werden – schließlich konnte die Zwangsräumung nur aufgeschoben werden. Die Familie lebt weiter in Angst und Furcht. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass dies ganz gewiss keine Bedingungen sind, in denen die Mutter gesunden und bald ihr Leben und ihren Alltag wieder gut wird bewältigen können. Sich vorzustellen, was das für ihre beiden Söhne bedeutet, dafür braucht niemand von uns allzu viel Phantasie.

 

 

Zum Hintergrund

Die Familie wohnt seit 2001 mit 2 Söhnen in der Wohnung in der Kernhofer Strasse 11 im Kaskelkiez. Dort sind sie gut angekommen und haben viele Freund*innen und Nachbar*innen gefunden. Diese setzen sich auch gegen ihre Zwangsräumung ein.

Die Miete wird direkt vom JobCenter gezahlt. Die Mutter ist krank und hat 2017 wegen stationärer Behandlung eine zu erneuernde Kostenübernahme durch das JobCenter verpasst. Es kam, zusätzlich auch wegen Fehler des JobCenters, zu Mietrückständen, die zur Kündigung und letztlich zu einem gerichtlichen Räumungstitel führten.

Die Mietrückstände sind mittlerweile komplett bezahlt. Wegen der Krankheit wurde ein Räumungsaufschub bis 15.2.2018 gewährt, der bis 31.7.2018 verlängert wurde. Weil die Berechnungen des JobCenters so kompliziert sind, hat es im April 30 Euro zu wenig gezahlt. Dadurch konnte der Eigentümer trotz Räumungsschutz die Räumung bereits für den 22.5. veranlassen, obwohl sich ärztliche Gutachten, u.a. des Sozialpsychatrischen Dienstes, gegen eine Zwangsräumung und eine Verdrängung der Mutter aus ihrem gewohnten sozialen Umfeld aussprechen.

Quelle:http://berlin.zwangsraeumungverhindern.org/2018/05/22/dienstag-22-5-zwangsraeumung-einer-familie-vorerst-verhindert/

 

 

Ehrlich gesagt – es macht mich rasend, wütend und hilflos zugleich. Ich selbst bin noch nicht körperlich und psychisch in der Lage, mich selbst entsprechend aktiv zu engagieren, auch nicht mich selbst entsprechend zu informieren und weiß nur das, was ich in der Zeitung und auf der Bündnis-Homepage gelesen habe. Aber ich halte die Angelegenheit für so dringlich, dass ich ihr hier unbedingt zu ein wenig mehr Öffentlichkeit und damit eventuell zu einem vergrößerten UnterstützerInnenkreis verhelfen will. Vielleicht möchtet auch Ihr entsprechend berichten oder meinen Beitrag rebloggen.

 

Hier noch einmal der >>LINK<< zur Homepage des Bündnis Zwangsräumungen verhindern.

 

 

B) Pressefreiheit? Wir BloggerInnen sorgen uns wegen der DSGVO? Ein Berliner Blogkollege hat da ganz andere Sorgen

 

Bei der Recherche zum Fall der oben erwähnten Familie stieß ich auf eine weitere Sache, die mir fassungsloses Kopfschütteln bereitet. Bisher war vollkommen an mir vorbeigegangen, dass der Betreiber des Berliner Blogs Prenzlberger Stimme Olaf Kampmann, dessen Blog ich auch hin und wieder besucht habe, statt die Maiensonne zu genießen, schon seit Februar im Gefängnis Plötzensee einsitzt. Bisher hatte ich noch nicht die Zeit, mich diesbezüglich zu belesen, aber soweit ich es verstehe war das einzige „Verbrechen“ des freien Journalisten, in seiner Berichterstattung angeblich gegen ein Unterlassungsurteil des Berliner Landgerichtes verstoßen zu haben. Die inzwischen fünfstelligen Bussgelder sitzt er nun ab, derweil ein weiteres Verfahren gegen ihn anhängig ist. Da das JobCenter inzwischen seine Zahlungen an ihn eingestellt hat, droht zudem der Verlust seiner Wohnung.

Bitte belest Euch selbst!

http://wirbleibenalle.org/?p=3762 – homepage des Bündnis „Gemeinsam gegen Sozialabbau, Verdrängung und den Ausverkauf der Stadt – Aneignen. Aufbauen. Bleiben!“

http://www.prenzlberger-stimme.de/?p=116628 –  Blogartikel vom 12. September 2017, in dem Olaf Kampmann seine Sicht der Zusammenhänge darlegt

4 Kommentare zu „Armut in einem reichen Land. Solidarität!!!

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