Stadt und Natur – Insektenfotos und Schwarmwissen

 

Wie versprochen hier die Fortsetzung zu meinem gestrigen Bericht.

 

Ich würde mal behaupten, dass es sich hier wieder um eine Hummel handelt. Aber um welche Art? Ich habe ich keine Ahnung. Nun habe ich auch noch gelesen, dass Hummeln je nach Region und Wetter verschieden gefärbt sind …

 

 

 

Auch dies ist bestimmt eine Hummel, hat aber, im Gegensatz zu den gestern gezeigten Tieren einen weiß gefärbten Hinterleib. Auch hier möchte ich mich nicht auf eine Vermutung zur genauen Art festlegen.

 

 

 

Dieses zierliche Wesen nimmt ein Bad in einer Malvenblüte. Sicher bin ich nur, dass es definitiv keine Hummel ist. Damit habe ich meinen Wissenshorizont auch schon ausgeschöpft. Wer einen Tip hat, wie dieser Badegast heißt – nur immer her damit.

 

 

 

Rucola finde ich übrigens auch total lecker. Überall in der Stadt wächst er wild, aber an Straßenrändern und auf Hundewiesen werde ich mich hüten zu ernten.

 

 

 

Und noch ein letztes Fluginsekt auf der Schafgarbe. Mit meinem gefährlichen Halbwissen begebe ich mich jetzt auf sehr dünnes Glatteis. Aber bei Almuth habe ich schon gelernt, dass es sinnvoll ist, die Augen genauer zu betrachten. Das sind doch weder die Augen einer Biene noch einer Wespe, oder? Und auch nur ein Flügelpaar, aber das kann täuschen. Ist es also irgendeine Art Fliege??? Wer kann, darf gern  Aufklärung verschaffen.

20180707_443_BG

 

 

 

Ist das nicht erstaunlich? Alle diese Bilder – die gestern und die heute gezeigten sowie noch etliche weitere entstanden innerhalb von etwa zwei Stunden – inklusive Gehzeit zwischen den Wiesen und Pflanzen – mitten im Zentrum Berlins. Wer Natur erleben will, muss sich auch als GroßstadtbewohnerIn nicht zwingend aus der Stadt bewegen. Einfach mal stehen zu bleiben und die Augen zu öffnen – kann letztlich auch Horizonte öffnen.

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Für diese Bilder bin ich übrigens auch nicht in einen speziellen Garten oder besonderen Park gefahren. Ein Teil der Bilder entstand im Senkgarten unterhalb der unsäglichen Groth-Baustelle (z.B. Siehe mein Beitrag >>Groth statt Grün – Zeilenendes Fotoprojekt 12<<). Das hier gezeigte Bild stammt aus dem vergangenen Herbst, eine andere Übersichtsaufnahme ist mir gerade nicht zur Hand.

Weitere Bilder entstanden auf der knochentrockenen Wiese neben der Baustelle, die früher einmal – als es noch keinen Baulärm und hochgezogene Luxushäuser gab-, meine Lieblingswiese war.

 

Es bleibt zu hoffen, dass die wilden Ecken am Rand weiter bleiben können und nicht „weggegärtnert“ werden.

Weitere Bilder entstanden am Falkplatz an der Gleimstaße, der auch nicht für seine botanischer Schönheit bekannt ist. Aber an den Rändern der Wiesen, wo sonst bei passendem Wetter Mensch neben Mensch sitzt, darf eben wachsen was will und das gefällt offenbar der Insektenwelt ganz vorzüglich. Diese Stellen sind übrigens auch die einzigen, die jetzt noch nicht ganz vertrocknet aussehen.

Zu guter letzt entstanden viele Bilder direkt am Mauerpark, der Party-Parkmeile schlechthin. Gerade am Wochenende drängen sich hier die Leute, stehen und sitzen. trinken Bier, StraßenmusikerInnen treten auf (ich habe auch schon viel gute Musik gehört) und es wird gegrillt, was das Zeug hält. Am Rand des inzwischen toten Grasfeldes wachsen unter anderem Disteln. Und besonders an der Nordseite des Hügels, von dem sich so gut der Sonnenuntergang beobachten lässt, gedeihen trotz all der Menschenfüße allerlei Wildkräuter. Besonders der Wiesensalbei ist die reinste Augen- und auch Bienenweide.

 

 

9 Kommentare zu „Stadt und Natur – Insektenfotos und Schwarmwissen

  1. Hallo Agnes,
    entweder ist es mal wieder ein sog. Zufall, oder sind wir uns blogmäßig schon mal begegnet?
    Jedenfalls bin ich über Julias Lebenswelt bei dir gelandet.
    Leider bin ich grad nur kurz im Netz und die zeit ruft.
    Ich hab`s derzeit auch mit den Insekten und Bienen und hab Fotos gemacht.
    Kannst ja mal reingucken, wenn du magst:
    https://4alle.wordpress.com/2018/07/10/hilfe-fuer-unsere-bienen-appell-an-politik/
    So sieht`s auf dem Lande aus. Alle Insekten weggespritzt und den Vögeln fehlen sie auch.
    Muss leider schnell weg…
    Jürgen aus Loy (PJP)
    P.S. Hab noch was interessantes über Therapie etcpp (später).

    Gefällt 1 Person

  2. Liebe Agnes, bei der Bestimmung der Hummeln kann ich dir leider auch nicht helfen,aber bei den Pflanzen bin ich etwas sicherer, was du Storchenschnabel nennst ist die sogenannte „schwarze“ Malve, die auch bei mir im Garten wächst und sich von Jahr zu Jahr immer weiter verbreitet…
    Du hast natürlich Recht, Naturbeobachtungen kann man auch in der Stadt machen, einer meiner Lehrer der Heilpflanzenschule in Berlin sagte immer: geht mal zu den stillgelegten Bahngleisen und ihren Dämmen, da könnt ihr Vielfalt sehen und so manches Heilkraut finden.
    Herzlich grüße ich dich, Ulli

    Gefällt 2 Personen

    1. Liebe Ulli, lieben Dank für Deinen Hinweis. Ich war so auf die Insekten fixiert, dass ich bei den Pflanzen gar nicht genug „nachgedacht“ habe. In der Tat sehen Blüte und Blätter sehr nach Malve aus, weil die Pflanze so klein ist, war ich gar nicht auf diesen Gedanken gekommen. Ich will nochmal hingehen und sie mir genau ansehen. Aber zunächst haben wir in Berlin den lang herbeigesehnten Regen. Dein feiere ich gleich noch einmal mit einem heißen Tee (mir ist natürlich schon wieder erbärmlich kalt ;-)), aber lieber Tee trinken als verdörrte Umwelt …
      Liebe Grüße
      Agnes

      Gefällt 1 Person

  3. Liebe Agnes, daß ist ein spannender Beitrag mit tollen Bildern. Was es alles so für insektenfreundliche Flächen gibt, die im Zuge des Baubooms leider vernichtet werden, anstatt wenigstens ein paar davon unter Schutz zu stellen. Ich hoffe, daß einige der Flächen, die du hier zeigst, erhalten bleiben. Ich hab allerdings vor nicht allzulanger Zeit einen Bericht über Berlin gesehen, wo es Leute von Vereinen oder auch von der Uni (?) gibt, die losziehen und Pflanzen retten bzw. umsiedeln, wenn Bauten drohen. Fand ich sehr spannend!

    Aaaalso, ohne Gewähr, da man nicht alles erkennen kann: die erste Hummel – hübsche Bilder – am schönen blauen Natternkopf sieht nach Ackerhummel aus (wenn sie eine rotorange Schwanzspitze hat). Die mit dem hellen Hintern und gelben Binden im schwarzen Fell sieht nach Erdhummel aus (gibts mehrere Arten von ;-) Das kleine Wesen in den Malven ist sicherlich eine Wildbiene (viell. eine Schmalbiene – alles sehr knifflig, da bin ich auch gerade, haha!), die im Rucola vielleicht auch und daß auf der Schafgarbe ist eine hübsche Schwebfliege. Hier kann man viel finden http://www.insektenbox.de/ Ich blättere da auch öfter durch, wenn ich was Unbekanntes suche. LG und weiterhin viele spannende Entdeckungen :-) Almuth

    Gefällt 2 Personen

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