Selbstbestimmtes Leben

 

Heute gibt es von mir keine Zeichnung und kein Foto.

Bei dergl las ich vorhin über Markus Igel, einen 31jährigen jungen Mann, der aufgrund einer schweren körperlichen Behinderung auf Assistenz angewiesen ist. Die zuständigen Mitarbeiter*innen im Sozialamt, das für die Gewährung dieser Leistungen zuständig ist, ist nun aber der Meinung, solle wenigstens billigere osteuropäische Persönliche Assistent*innen zum Niedriglohn statt seiner eingespielten Helfer*innen einstellen – oder aber zurück ins Heim gehen. Er hat die Wahl, die ihm Helfenden nicht mehr angemessen und fair, sondern zu Dumpinglöhnen zu bezahlen – oder aber im Heim sein selbstbestimmtes Leben aufzugeben.

Markus Igel wehrt sich nun gerichtlich gegen diese Entscheidung.

Letztenendes geht es hier nicht „nur“ um ihn persönlich, wie er selbst in einem Interview sagt:

Schließlich kämpfe ich nicht nur für mich, wir müssen alle zusammen stehen, weil sollte mein Kostenträger mit seiner Auffassung höchstrichterlich Recht bekommen, dann haben wir sehr schwarze Zeiten vor uns, die die Ziele der Selbstbestimmt Leben Bewegung die über Jahrzehnte von Menschen mit Behinderungen erkämpft wurden, wieder zu nichte machen würde.

Quelle: https://kobinet-nachrichten.org/de/1/nachrichten/39343/Markus-Igel-Billigpflegekr%C3%A4fte-oder-zur%C3%BCck-ins-Heim.htm

Im Bundesteilhabegesetz und im SGB XII ist der Rechtsanspruch auf persönliche Assistenz nämlich leider nicht eindeutig geregelt. Doch sollte es nicht selbstverständlich sein, dass jeder Mensch das Recht auf ein selbstbestimmtes Leben haben? Darf es sein, dass Menschen gegen ihren Willen in ein Heim abgeschoben werden dürfen, nur weil das billiger ist?

Ich möchte Euch sehr ans Herz legen, Solidarität mit Markus Igel und allen anderen auf Assistenz angewiesenen Menschen zu zeigen und die Petition auf change.org, die der Aktivist Raul Krauthausen eingereicht hat:

https://www.change.org/p/lasst-markus-und-andere-behinderte-selbstbestimmt-leben-heimzwang-hubertus-heil-bmas-bund?recruiter=false&utm_source=share_petition&utm_medium=copylink&utm_campaign=psf_combo_share_initial.pacific_email_copy_en_gb_4.v1.pacific_email_copy_en_us_3.control.pacific_email_copy_en_us_5.v1.pacific_post_sap_share_gmail_abi.gmail_abi.lightning_2primary_share_options_more.control&utm_term=triggered

Zum heutigen Beitrag von dergl >>HIER<<

In den Kombinet-Nachrichten könnt Ihr Euch weiter informieren und auch das Interview mit Markus Igel lesen.

Und hier noch zum Twitter-Account von Raul Krauthausen: https://twitter.com/raulde

 

 

 

4 Kommentare zu „Selbstbestimmtes Leben

    1. ja, gespart wird bei denen, die über keine machtvolle Lobby verfügen. Genau deshalb ist es ja so wichtig, dass „Betroffene“ wie auch „Nicht Betroffene“ sich öffentlich sichtbar solidarisieren und gemeinsam stark für eine Gesellschaft machen, in denen alle Menschen ein Recht auf selbstbestimmtes Leben und eine gesicherte Existenz haben …
      In diesem Sinne lieben Dank für Deinen Kommentar und herzliche Grüße

      Agnes

      Liken

  1. Vielen Dank für’s Verlinken. Vielleicht liest es bei dir ja auch wer aus Saarbrücken und Umkreis und geht am 24.01. mit demonstrieren. Es ist so schade, dass wir mittlerweile fast immer erst auf die Straße rufen müssen bevor jemand zu seinem oder ihren Recht kommt. In NRW hatten wir den Fall von Birgit Kalwitz aus Düren, auch da mussten erst 200 (?) Leute auf die Straße.

    Gefällt 1 Person

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