Kunst auf Zigarrenkistenbrettchen. Distelfink

 

Vergangene Woche hatte ich das Vergnügen, erstmals bei einem Kunstsalon Susanne Hauns dabei sein zu können. Das Thema lautete: Kunst auf Zigarrenkistenbrettchen. Der Aquarellist Frank Koebsch war Vortragender und gab uns einen kleinen interessanten historischen Überblick über die Entdeckung der Malerei auf Zigarrenkistenholz im 19. Jahrhundert (Stichwort >>Malchin<< und >>Spitzweg<<), darüber, warum dieser Malgrund später wieder in Vergessenheit geriet und wie er dieses Material wieder für sich als Alternative zu Papier und Leinwand entdeckte. Später gab er uns auch einen kurzen Eindruck davon, wie er die Zigarrenkistchen üblicherweise vorbereitet, grundiert und auf ihnen mit Aquarellfarbe arbeitet. Lieben Dank, Susanne und Frank, auch auf diesem Wege nochmal für den interressanten Abend.

Ich selbst bin Feuer und Flamme für diesen Malgrund, seit ich meine beiden kleinen Bilder (>>Rotkehlchen<< und >>Kranich<<) zur Vorbereitung auf Susanne Hauns Kunstsalon malte. Ich schrieb bereits, dass ich mir weitere Zigarrenkisten besorgt habe und die „Kunst auf Zigarrenkistenbrettchen“ mit Vergnügen weiter betreiben werde.

Heute zeige ich hier also das nächste Bild aus dieser Reihe, ein kleiner Diestelfink (Stieglitz) im Flug.

Material: Eine kleine Zigarrenkiste, Maße der Deckplatte ca. 10,5*15cm. Die Seitenteile waren fest mit der Deckplatte verleimt, ich verwende sie in diesem Fall einfach als Rahmen.

Grundierung mit selbstgemachtem dünnen Gesso (Hasenleim/Wasser/Rügener Kreide – ich experimentiere noch mit Verhältnis der Zutaten und gewünschter Konsistenz).

Gemalt habe ich wieder mit Gouache-Farben, habe hier aber besonders im Hintergrund sehr wässrig, also „aquarellig“ gearbeitet, damit das Holz des Kistchens noch hindurch zu ahnen ist.

 

23 Kommentare zu „Kunst auf Zigarrenkistenbrettchen. Distelfink

    1. Lieben Dank! Ja, stimmt, bei Portraits – ob nun fotografisch oder zeichnerisch – sind Anschnitte ein gern benutztes Stilmittel.
      Ich hatte inzwischen ein paar Stunden, um über die Sache nachzudenken. Ich glaube, der Unterschied zu angeschnittenen Portraits ist jener, dass ich jeweils die Enden beider Flügel an- bzw. „ab“geschnitten habe.
      Ich denke noch weiter darüber nach und probiere vielleicht auch die eine oder andere Sache aus.
      Liebe Grüße
      Ines

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      1. Ein Stilmittel in modernen Lokalen oder im Theater ist auch, ein Wort groß an die Wand zu setzen und es links und rechts zu beschneiden.
        Bei einem Vogel sind gerade die Flügelspitzen sehr weit auseinander. So kann es sein, dass bei „korrekter“ Fotografie der Vogelkörper zu klein wird.

        Gefällt 1 Person

    1. Danke für Dein Feedback. An gekappte Flügel dachte ich bisher nicht, und finde sie jetzt ziemlich gruselig, geradezu physisch selbst schmerzhaft.
      Beim Malen dachte ich an das Gegenteil, an das Überwinden / Überschreiten von Grenzen. Wie unterschiedlich Wahrnehmung sein kann.
      Lieben Dank für Deinen Kommentar und liebe Grüße
      Ines

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