Stadt und Natur. Habichte im Humboldthain. Jagderfolge

Langsamen Schrittes drehe ich Runde für Runde rund um das kleine bewaldete Parkstück im Berliner Humboldthain.

Auf einmal höre ich nahes und lautes Rufen eines Jungvogels. Diesmal aber nicht von oben, aus einem Baum, sondern aus dem Gebüsch am Boden. Ringsum aufgeregtes Schimpfen von Amseln, Meisen und anderen Singvögeln, die sich und ihren Nachwuchs durch den großen Greifvogel in Gefahr sahen.

Andere Passant*innen waren ebenfalls auf das Rufen aufmerksam geworden und hatten den jungen Habicht bereits entdeckt. Ich musste mit meinen Augen also nur ihrer Blickrichtung und dem laufen Schimpfen folgen. Bald konnte ich ihn sehen mit seinem Fang – einem etwa taubengroßen Vogel. Ein wenig näher noch versuchte ich mich an ihn heranzupirschen, um eine gute Sicht durch die Pflanzen und Sträucher am Boden zu haben, dann blieb ich in respektvoller Entfernung stehen und fotografierte. Mit meinem inzwischen bis Brennweite 400 mächtigem Objektiv kam ich dem schönen Greifvogel aufregend nahe. Dann schlug er sich mit seiner Beute weiter ins Gesträuch und ich verlor ihn aus den Augen, hörte ihn aber noch eine Weile rufen. Ein wenig Sorgen machte ich mir, wie der junge Vogel aus dieser dichten Bodenbedeckung wieder auffliegen sollte. War er schon geschickt genug? Ich meine ihn später hinaufflattern gehört zu haben, sicher bin ich nicht.

Hier noch einmal ein Beispiel für das Habichtschreien als Tondatei

Und das Singvogelschimpfen, an einem anderen Tag dieser Woche mit dem Handy aufgenommen.

 

 

3 Kommentare zu „Stadt und Natur. Habichte im Humboldthain. Jagderfolge

  1. Toll, daß du die mitten in der (Groß-)Stadt beobachten konntest. Hier sah ich heute zwei Sperlinge, womöglich die Jungen. Wo soll das wilde Tierleben auch bleiben? Nur, weil wir Städte bauen, müssen sie ja nicht wegziehen. Tolle Bilder! Einen Habicht habe ich noch nie gesehen, umso mehr freue ich mich über deine schönen Fotos hier :-) LG Almuth

    Gefällt 2 Personen

    1. Liebe Almuth,
      ja, das ist wirklich ein riesiges Problem, wir rücken den Tieren geradezu auf den Pelz, indem wir unseren Lebensraum weit und immer weiter ausdehnen ausdehnen. Da müssen wir gar nicht so weit weg in den Regenwald und anderswohin gucken, das geschieht auch vor unser Haustür. Du hattest ja dankenswerterweise in einem Beitrag von Dir auch auf das Nabu-Begehren gegen den Flächenfraß hingewiesen.
      Mit Habichten ist Berlin scheinbar gut gesegnet. Am Montag habe ich gesehen, dass die Habichte im Tiergarten sogar vier Jungvögel bisher durchgebracht haben. Habe sie alle vier fliegen sehen und einen beim Fressen beobachtet. Es kommt noch ein spezieller Beitrag (ich komme gerade mit dem Veröffentlichen gar nicht hinterher ;-)) dazu, aber ich verlinke Dir schonmal ein kleines Filmchen, das ich auf YouTube eingestellt habe, das zwar stümperhaft aufgenommen ist, aber trotzdem gut das Freß- und Kreischgehabe der Jungvögel dokumentiert:

      Liebe Grüße aus der Habichtstadt Berlin ;-)
      Ines

      Gefällt 1 Person

      1. Vielen Dank für den Link. Ist doch klasse, daß man das sehen kann und daß du das beobachten konntest. Ich bin auch immer ganz glücklich, wenn ich das einfangen kann. Echt spannend! Erstaunlich auch, wie gut sich manche Tiere anpassen können. Aber du hast schon Recht, wir müssen nicht erst nach Afrika oder sonstwohin gucken, um festzustellen, wie wenig Lebensraum wir den Tieren lassen. LG Almuth

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