Stadt und Natur. Die Amsel und der Habicht

Seht es mir nach, ich kann nicht anders, die jungen Habichte haben mich in den Bann genommen und so gibt es heute noch einen (vorerst letzten?) Habichtbeitrag.

Wobei hier der eigentliche Stars nicht der junge Habicht ist, obwohl er da so schön und attraktiv auf dem Ast sitzt. Noch mehr hat mich der Mut und das laute Tschilpen der Amseln und Meisen und anderen kleinen Vögel beeindruckt, die den Habicht lautstark beschimpften – aus ihrer Perspektive ganz zurecht, denn auf dem Habichtspeiseplan stehen nicht nur sie selbst, sondern auch ihr Nachwuchs. Und den gilt es zu schützen, den jungen Jäger zu irritieren und ihm zu zeigen, was eine Harke ist. … Jedenfalls ist es das, was ich in die Szenen hineininterpretiere, die ich da vorvergangene Woche, am 18.6.2020, beobachten konnte. Eine der Amseln – es ist ein männliches Tier, schert immer wieder aus der Gruppe der Schimpfenden aus, platziert sich hinter dem Jungvogel, krakeelt, was es das Zeug hält und fliegt immer wieder mutig und dicht an dem jungen Greifvogel vorbei, der dabei etwas dümmlich aus der Wäsche – oder vielmehr dem Gefieder – guckt.

Wie dankbar ich bin, dass ich diese Szenen beobachten und auch fotografieren durfte!

18 Kommentare zu „Stadt und Natur. Die Amsel und der Habicht

  1. Da sind Dir aber tolle Fotos gelungen !
    Vogeleltern sind sooo mutig; unsere kleinen Hausrotschwänze haben sich auch todesmutig auf Nachbars Katze gestürzt und sie beschimpft ;-)
    Aber ein Habicht ist natürlich auch ein gefährlicher Feind, und dennoch wunderschön anzusehen.
    LG, Bärlinerin

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  2. Das sind ja ganz hervorragende Bilder und die Geschichten dahinter – und davor – so unglaublich spannend und beeindruckend und lehrreich! Dazu könnte man ja viele Geschichten schreiben. Der Anfang wurde ja bereits gemacht. Es ist also nicht Grausamkeit, was sich hier zeigt in dem „Kampf in der Natur“. Wir müssen genauer hinschauen und auf unsere „innere Stimme“ lauschen. Dann fängt das Staunen an.

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    1. Nun, sie alle wollen fressen, um zu überleben. Die Habichte, die Amseln (die auch Lebewesen, – Regenwürmer, Insekten und anderes). Die niedlichen Eichhörnchen, die gerne Vogelnester ausräubern. Keinesfalls ist das Grausamkeit, da hast Du recht. Und bei den vielen schlimmen Dingen, wie wir Menschen so anrichten, dürfen wir uns ohnehin kein „Urteil“ erlauben.

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      1. Ich meinte eigentlich weniger, wie die einen Tiere die anderen verspeisen, das kommt mir immer noch grausam cor. Doch es ist ja das Ende eines langen Prozesses. Hier ist der junge Habicht doch ganz erstaunt über das Gezeter der Amsel, ist sich keiner Sünde bewußt, hat es wohl auch noch nicht selbst getan(?). Doch er selbst läßt sich ja – in aller Seelenruhe – von der schimpfenden Amsel auch alles gefallen. Schließlich weicht er dann aus, wenn ihm das zu „bunt“ wird. Ich glaube, was dazwischen geschieht, das ist das Interessante, woraus wir Menschen lernen können. Wie z. B. die Gemslein übermütig springen, so nah am Abhang… Und wie andere Herdentiere so friedlich grasen, wahrend die Gefahr überall schon lauert. Diese kleine Freiheit dazwischen ist so etwas Kostbares. Und wie die Mütter ihre Kinder beschützen, und dabei oft das eigene Leben wagen.

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