Mittwoch, na gut …

Eigentlich war ich schon mit Katze auf dem Bauch und Buch in der Hand eingeschlafen, aber fürs abendliche Hygieneritual noch einmal aufgewacht. Dann, mit dem Blick in den Spiegel, der Gedanke, dass sich die Berliner Ferien dem Ende neigen und ich auch das Mittwochs-(Selbst)PortraitRitual wieder aufnehmen könnte.  Warum nicht gleich heute, jetzt, sofort? Also nach dem Zähneputzen noch einmal Schmierpapier gegriffen und einen Kugelschreiber. Trotz Müdigkeit und ohne großen Ehrgeiz.

KrikelKrakel mit dem Gedanken daran, dass ich ein Jahr älter geworden bin, ohne meine Mama, dass ich in einem Alter bin, in dem mir AntiAgingProdukte empfohlen werden (an meinem Geburtstag – wer hätte es sich besser ausdenken können), dass ich den Kugelschreiber mit dem ich zeichne aus Kasachstan mitgebracht habe und dass es hierzulande keinerlei Ersatzminen dafür gibt. Wenn er alle ist, dann ist er alle — Endlichkeit — und dass meine Mama in der Kugelschreibersache ausführlich recherchiert hatte, weil sie zwei Jahrzehnte lang Schreibwarenhändlerin war und findig und sachkundig. Womit ich wieder beim Thema war – dass ich nun für immer – für immer! – ohne sie leben muss und der Tod unumkehrbar ist.

Heute war der Steinmetz auf dem Friedhof, hat den Stein aufgestellt und die Grabbegrenzung angebracht. Wenn es nicht so heiß wäre, könnte ich morgen mit der Beflanzung beginnen. Aber vielleicht bringe ich ihr auch wieder erst einmal nur frische Schnittblumen aus ihrem Garten.

12 Kommentare zu „Mittwoch, na gut …

  1. Oh danke, nun sehe ich das ganze Bild, auch den Körper, der vorher ebenfalls bei mir fehlte. Danke für die Umstellung in den Textbereich hinein! Nun kann ich mir alles in Ruhe anschauen und den Eindruck auf mich wirken lassen, verbunden mit der vermittelten Aussage.

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    1. Ganz herzlichen Dank! Abgesehen von der Trauer um meine Mama hat das neue Lebensjahr tatsächlich gut angefangen und ich bin für mich persönlich recht oprimistisch. Was die gesellschaftlichen Umstände betrifft – nun, wir werden es sehen …
      Liebe Grüße
      Ines

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    1. Herzlichen Dank! Ja, bei aller Traurigkeit gibt es da tatsächlich auch viele Dinge, über die es gilt froh zu sein und die nicht Selbstverständlich sind. Eltern-Kind- / Mütter-Töchter-Beziehungen sind ja nun nicht immer einfach …
      Liebe Grüße auch zu Dir
      Ines

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      1. Ich dachte, Du beziehst Dich darauf, dass ich die Augen nicht so gut herausgearbeitet habe. Nein, ein halbes Bild zu zeigen war nicht geplant. Ich habe es nochmal in den Textbereich eingefügt, es müsste jetzt zu sehen sein. Danke für den Hinweis 🌻

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