Schwarzer Vogel

Diese Kormoran-Bilder zu zeigen, hatte ich mich lange nicht durchringen können. Es wird Zeit sie loszulassen.

Die beiden Kormorane begegneten mir Anfang Mai, drei Tage bevor meine Mutter starb. Das Wetter war grau und ich war ebenso trister Stimmung und großer Sorge, in Gedanken bei meiner Mutter im Krankenhaus. Seit dem vergangenen Jahr hatte ich nun schon meine Augen aufgesperrt, um die Kormorane, die gelegentlich im Tiergarten auftauchen, vor die Linse zu bekommen. Bisher vergeblich. Und nun also dieses unverhoffte Glück. Als ich mit meinem Fahrrad über die Fußgängerbrücke, die vom Regierungsviertel zum Hauptbahnhof führt, trotte, sehe ich den ersten Vogel im Wasser. Ich schaffe es noch, meine Kamera auszupacken, auf ihn zu fokussieren. Er taucht ins Wasser und wieder auf. Dann breitet er seine Schwingen aus und erhebt sich in die Luft, um gemeinsam mit einem zweiten Vogel in Richtung Wedding davon zu fliegen.

Ich konnte meiner Mutter noch am Telefon von meiner Begegnung erzählen und sie freute sich für mich.

Sei es Zufall oder nicht – den ganzen Sommer über konnte ich immer wieder Kormorane beobachten und auch fotografieren, sei es im Tegeler Fließ oder in Spandau. Ich werde solche Begegnungen sicher auch in Zukunft immer als einen ganz besonderen persönlichen Gruß an mich empfinden.

13 Kommentare zu „Schwarzer Vogel

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