Groth statt Grün – Zeilenendes Fotoprojekt 12

 

 

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Schließt sich der Kreis?, 28.01.2018, © Agnes Podczeck

 

 

Das Zeilenende hatte im Februar zu einem gemeinsamen Fotoprojekt aufgerufen – zwölf Monate lang soll jeweils am letzten Sonntag des Monats eine Momentaufnahme eines selbstgewählten Motivs präsentiert werden.

Der Aufruf erzeugte ein überwältigendes Echo und auch ich bin von der Idee so begeistert, dass ich hier das Wachstum der zu recht umstrittenen Baustelle des ebenso umstrittenen Investors Groth Gruppe am Berliner Mauerpark dokumentiere.

 

Nach zwölf Monaten nun ist das Projekt offiziell abgeschlossen. Es ist ein Jahr vergangen, der Januar fast vorbei und der Jahreskreis hat sich geschlossen. Die Bäume sind kahl, der Boden matschig, der Himmel zumeist grau. Dennoch lugen in diesem warmen Winter bereits die ersten Sitzen der Frühblüher aus dem Boden.

Auch „meine Baustelle“ ist gewachsen. Wenn es mir vor einem Jahr noch undenkbar schien, sind heute doch die ersten Wohneinheiten bewohnt. Doch vollendet ist die Baustelle noch lange nicht und für mich steht außer Frage, dass ich die Baustelle auch in Zukunft begleiten und dokumentieren werde.

 

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Die Fotografin bei der Arbeit, 28.01.2018

 

Insofern gibt es heute keinen Rückblick und Vergleich der Zwölfmonatsbilder. Ich habe eine derartige Menge an Aufnahmen, es gibt so viele Häuser, die gewachsen sind, dass es mit einem kurzen Abriss nicht getan sein wird.

 

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Heute hatte ich beim Fotografieren Begleitung, die mir eher vorsichtigem Menschen Mut zusprach und wir betraten das Gebäude der sogenannten Studentenappartments (Ihr erinnert Euch an die sündhaft teuren Zimmer, die Kapitalanlegern als profitable Renditenquelle angepriesen wird) – schließlich stand die Eingangstür einladend offen. Hm, ja, alles neu, chic, kühl. Der Waschraum mit Kicker und Sprühkunst an den Briefkästen noch das coolste. Lange Flure, die eben für solche Behausungen typisch sind. Sicherlich nicht das schlimmste, hier wohnen zu müssen – wären da nicht die eher studentenunverträglichen Mietpreise. Die Zimmer im Erdgeschoss vom großen Hof gut einsehbar, aber so weit geht mein Voyeurismus nicht, dass ich von außen in bewohnte und gerade auch benutzte Zimmer hineinfotografiere. Aus der oberen Etage dann ein Blick über die Häuser der Stadt bis hin zum bekannten Fernsehturm. Aus dem anderen Fenster lässt sich der rege S-Bahn-Verkehr beobachten.

 

 

Der Gebäudekomplex im Süden, dessen Fundamente letztens noch den Füchsen ein Versteck bot, wie ich im vergangenen Beitrag zeigte, ist weiter gewachsen, aber noch können Tiere aller Art hier Unterschlupf finden. Füchse sind mir aber heute leider nicht noch einmal begegnet.

 

Der Kindergarten, der an der Grenze zum Hof der Häuser der Graunstraße entstand, ist fast fertig. Offensichtlich richtet er sich auch schon an Eltern, die schon unter Einjährige in die Kita geben wollen oder müssen, so lässt der Blick durch das Fenster auf die Schlafkörbe vermuten. Apropos Fenster – für eine Kita hätten die doch auch größer sein können, oder? Macht das Bauwerk einen gemütlichen Eindruck? Na, hoffentlich wirkt es wärmer, wenn die ersten Kinder hier eingezogen sind und den Bau in Besitz genommen haben.

 

 

Später wird es zu den einzelnen Gebäudekomplexen mehrere Zugänge aus allen Himmelsrichtungen geben. Verständlich, dass jene, die ganz im Norden wohnen, keine Lust haben, immer eine große Runde um die Baustelle zu machen und so gibt es eben auch auf der Nordseite ein Schlupflocher bzw. Überstieg für jene, die entsprechend sportlich sind. Dann geht es noch ein wenig durch den Baustellenmatsch und flugs ist er oder sie zu Hause.

 

 

 

Soviel für heute von mir.

Dem Link zum  zwölften und finalen Beitrag vom Zeilenende empfehle ich Euch unbedingt zu folgen – dort findet Ihr seine Monatsblicke sowie die jeweilige Verlinkung auf die vielen spannenden Beiträge der anderen. Dir liebes Zeilenende meinen herzlichen Dank für die Inspiration. Erhole Dich gut :-)!

 

Und meine bisherigen Beiträge gibt es hier:

Groth statt Grün – Zeilenendes Fotoprojekt 11

Groth statt Grün – Zeilenendes Fotoprojekt 10

Groth statt Grün – Zeilenendes Fotoprojekt 9

Groth statt Grün – Zeilenendes Fotoprojekt 8

Groth statt Grün – Zeilenendes Fotoprojekt 7

Groth statt Grün – Zeilenendes Fotoprojekt 6

Groth statt Grün – Zeilenendes Fotoprojekt 5

Groth statt Grün – Zeilenendes Fotoprojekt 4

Groth statt Grün – Zeilenendes Fotoprojekt 3

Groth statt Grün – Zeilenendes Fotoprojekt 2

Groth statt Grün – Zeilenendes Fotoprojekt

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Groth statt Grün – Zeilenendes Fotoprojekt 11

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Das Zeilenende hatte im Februar zu einem gemeinsamen Fotoprojekt aufgerufen – zwölf Monate lang soll jeweils am letzten Sonntag des Monats eine Momentaufnahme eines selbstgewählten Motivs präsentiert werden.

Der Aufruf erzeugte ein überwältigendes Echo und auch ich bin von der Idee so begeistert, dass ich hier das Wachstum der zu recht umstrittenen Baustelle des ebenso umstrittenen Investors Groth Gruppe am Berliner Mauerpark dokumentiere.

Die zwölf Monate sind nun schon fast herum und mein Dezemberbeitrag zum Thema folgt aufgrund meiner Blogpause verspätet.

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Die neue Straße hinter dem Gleimtunnel ist bereits beschildert, 03. Dezember 2017

Das wäre nicht eigentlich ein Problem, wenn ich nicht doch auch zwischendurch immer wieder mit dem Fotoapparat auf Pirsch gewesen wäre und ich – der mir Entscheidungen zu treffen doch so schrecklich schwer fällt – aus den mehreren hundert Bildern jene auswählen musste, die ich Euch hier nun zeigen werde (ja, diese Anzahl hätte es zu Zeiten der analogen Fotografie, wo jeder Film und jedes Bild bares Geld kostete, nicht gegeben).

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Am Silvesternachmittag, noch vor der großen Knallerei

 

Als Fotokunst geben meine Bilder zwar wenig her, aber mich faszinieren die klitzekleinen und größeren Veränderungen, die sich da haben festhalten lassen. Und Veränderungen gab es einige: die Sozialwohnungen und die sogenannten Studentenappartements sind inzwischen bewohnt und so kann ich einen Teil der Baustelle inzwischen betreten.

Die neu zugängliche Straße verschafft mir eine ganz andere Sicht auf die neuen Fundamente, mit denen ich mich plötzlich auf Augenhöhe sehe. Fast fühle ich mich wie auf einer alten antiken Ausgrabungsstätte. Für mich absolut faszinierend, so durch wachsende Wände, Türen und Fenster hindurchzusehen.

 

Von einer etwas erhöhten Stelle wird sich dieser Baustellenteil auch gut beim Wachsen beobachten lassen:

 

Die Baustelle findet offensichtlich auch unter den Füchsen großen Gefallen. Auf meinem Spaziergang am 30.12. lag plötzlich ein Fuchs auf meinem Weg. Ich stoppte, wagte mich nicht zu rühren, um ihn nicht zu verscheuchen und er blieb liegen. Ihn störte auch nicht, dass ich später meinen Fotoapparat auf ihn richtete. Statt dessen tauchte sein Partner oder seine Partnerin auf.

 

 

Allein – sie hielten nicht still genug, dass sie ihn bei diesen dunklen Lichtverhältnissen gut fotografieren konnte. Die Filmfunktion leistete hier wesentlich bessere Dienste und so gibt es hier und auf Youtube ein kleines Fuchsfilmchen zu sehen. Ich bin ganz hingerissen mir wieder und wieder anzusehen, wie beide Tiere miteinander „sprechen“.

 

 

 

Und was gibt es sonst noch zu berichten?

Augenfällig ist: es stehen und arbeiten nur noch zwei Kräne statt der vier;

noch mehr Hausfassaden sind verputzt und Gerüste abgebaut. Die Nordseite der Baustelle sieht schon richtig „fertig“ aus. Nur die Natur wirkt inzwischen wieder genau so winterlich-grau wie im Februar vor einem Jahr.

 

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Unter dem  Beitrag vom Zeilenende aus dem November findet Ihr die vielen interessanten Links zu den Beiträgen der anderen.

Der aktuelle Post des Herrn Zeilenende ist >>HIER<< zu finden.

 

Und meine bisherigen Beiträge sind hier verlinkt:

Groth statt Grün – Zeilenendes Fotoprojekt 10

Groth statt Grün – Zeilenendes Fotoprojekt 9

Groth statt Grün – Zeilenendes Fotoprojekt 8

Groth statt Grün – Zeilenendes Fotoprojekt 7

Groth statt Grün – Zeilenendes Fotoprojekt 6

Groth statt Grün – Zeilenendes Fotoprojekt 5

Groth statt Grün – Zeilenendes Fotoprojekt 4

Groth statt Grün – Zeilenendes Fotoprojekt 3

Groth statt Grün – Zeilenendes Fotoprojekt 2

Groth statt Grün – Zeilenendes Fotoprojekt

Groth statt Grün – Zeilenendes Fotoprojekt 10

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Groth-Baustelle am Mauerpark; das erste Balkongrün; Sonntag, 26. November 2017

 

Das Zeilenende hatte im Februar zu einem gemeinsamen Fotoprojekt aufgerufen – zwölf Monate lang soll jeweils am letzten Sonntag des Monats eine Momentaufnahme eines selbstgewählten Motivs präsentiert werden.

Der Aufruf erzeugte ein überwältigendes Echo und auch ich bin von der Idee so begeistert, dass ich hier das Wachstum der zu recht umstrittenen Baustelle des ebenso umstrittenen Investors Groth Gruppe am Berliner Mauerpark dokumentiere.

 

Thesen zum heutigen Beitrag:

Ich klopfe mir auf die Schulter, dass ich draußen war und die Aufnahmen gemacht habe. Die Überwindung hierzu war schon lange nicht mehr so groß.

 

Bäume und Sträucher sind nun fast nackt und erinnern uns, dass das Jahr dem Ende entgegen geht.

 

Im Novembergrau sieht die ganze Baustelle noch viel düsterer aus. Die heutigen Fotos sind vom dokumentarischen Standpunkt und für Baustellenfreaks aus möglicherweise interessant. Einen Augenschmaus stellen sie hingegen nicht dar.

 

Mehr Geld – mehr Licht. Je teurer der entstehende Wohnraum, desto größer die Fenster.

 

Die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum für untere Einkommensgruppen und  die Anpreisung von  Immobilienbesitz als rentitesichere Kapitalanlage sind ein Widerspruch in sich.

 

In Sachen „Loslassen können lernen“ habe ich eine ganz eigene Baustelle von überdimensionaler Größe. Gemerkt habe ich dies mal wieder, als ich für Euch nach alten Aufnahmen gesucht habe, wie die Gegend hier vor Baubeginn aussah. Fröhliche Bilder aus glücklicheren Zeiten, lächelnde Gesichter inzwischen Verstorbener stechen mir tief ins Herz. Ich suche nach Zeichen des sich ankündenden Unheils anstatt mich zu freuen an dem, was doch auch Gutes gewesen ist. Da wartet noch viel Arbeit auf mich.

 

Mehr Worte heute von mir nicht.

Wer Lust und Zeit für weitere Lektüre hat, dem empfehle ich heute einen Artikel der taz zum Thema Obdachlosigkeit und obdachlose Familien.

Hier zur taz

 

 

 

 

Unter dem Beitrag vom Zeilenende findet Ihr die vielen interessanten Links zu den Beiträgen der anderen.

 

Groth statt Grün – Zeilenendes Fotoprojekt 10

Groth statt Grün – Zeilenendes Fotoprojekt 8

Groth statt Grün – Zeilenendes Fotoprojekt 7

Groth statt Grün – Zeilenendes Fotoprojekt 6

Groth statt Grün – Zeilenendes Fotoprojekt 5

Groth statt Grün – Zeilenendes Fotoprojekt 4

Groth statt Grün – Zeilenendes Fotoprojekt 3

Groth statt Grün – Zeilenendes Fotoprojekt 2

Groth statt Grün – Zeilenendes Fotoprojekt

Mahnmal gegen den Krieg

 

Nur zwei Wochen lang stehen sie am Brandenburger Tor, die drei „Aleppo-Busse“, die der Künstler Manaf Halbouni dort als symbolisches Mahnmal gegen den Krieg aufstellen ließ. Nur noch bis morgen, 26.11.2017, ist diese Installation dort zu sehen.

Normalerweise meide ich diesen hauptsächlich von Touristen bevölkerten Ort; in diesem Fall aber machte ich eine Ausnahme, wollte ich diesem Denkmal meine Ehre erweisen.

Irgendwie standen sie da so unspektakulär, die Busse, als eine von vielen Attraktionen, die die Stadt für Touristen zu bieten hat. Wie viele Berlinerinnen und Berliner haben das Monument gesehen? Eigentlich, dachte ich, gehört das Denkmal – gerade in unserer konsumgeprägten Vorweihnachtszeit – vor einen der glitzernden Shoppingtempel dieser Stadt. Wobei – in Berlin werden wir an jeder Straßenecke mit Armut und Leid konfrontiert, dass viele von uns wohl schon solch dicke Filter aufgesetzt haben, dass sie bestimmte Dinge einfach nicht mehr sehen.

 

 

Ich erlaube mir, diese Bilder im Rahmen von Paleicas „Magische Mottos 2017“ zu verlinken. Ihr Motto für den November ist streetart.  Zu ihrem Artikel bitte —HIER— entlang. Auch wenn das übliche Bild, das wir von streetart haben das von  – mal mehr mal weniger kunstvoll – besprayten Hauswänden ist – gemein haben die Graffiti-Kunst und seine Skulptur: sie ist (oft) hoch politisch und meist ebenso umstritten.

 

Apropos umstritten: untenstehendes Foto wurden mir dankenswerterweise zugeschickt:

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Saubere Wände = Höhere Mieten? Hauswandkritzelei im Berliner Friedrichshain

Mehr Worte möchte ich an dieser Stelle gar nicht verlieren. Wer mehr über diese Installation lesen möchte, sei auf diverse Zeitungsberichte zum Thema verwiesen, wie z.B. hier in der taz:

https://www.taz.de/Skulptur-Monument-in-Berlin/!5461717/

Licht im November

 

Es ist wohl nicht nur die feuchte Kälte, sondern auch die Dunkelheit, die den meisten von uns im November zu schaffen macht.

Die Tage sind kurz. Selten genug lassen Wolken eine Lücke, durch die die Sonne auf uns nieder scheinen kann. Doch wenn sie scheint, dann steht die Novembersonne so flach am Himmel, dass ihre Strahlen kaum über die Hausdächer reichen und den städtischen Asphalt berühren können.

Genau jetzt scheint mit der richtige Zeitpunkt, mich mit zwei sehr unterschiedlichen Bildern an Myriades Fotoprojekt zum Thema Licht zu beteiligen.

 

 

 

Groth statt Grün – Zeilenendes Fotoprojekt 9

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28.10.2017, Blick von Brücke Schwedter Steg/Schivelbeiner Straße aus nach Süden, zur Baustelle. 

Das Zeilenende hatte im Februar zu einem gemeinsamen Fotoprojekt aufgerufen – zwölf Monate lang soll jeweils am letzten Sonntag des Monats eine Momentaufnahme eines selbstgewählten Motivs präsentiert werden.

Der Aufruf erzeugte ein überwältigendes Echo und auch ich bin von der Idee so begeistert, dass ich hier das Wachstum der zu recht umstrittenen Baustelle des ebenso umstrittenen Investors Groth Gruppe am Berliner Mauerpark dokumentiere.

 

So!!! Nun endlich kann ich Euch hier wieder Bilder zeigen, die den Gefühlen der zahlreichen Menschen entspricht, die jahrelang engagiert gegen eine Bebauung dieses Areals am ehemaligen Mauerstreifen gekämpft haben. Es ist trüb, dunkel, die Wolken hängen schwarz und tief. Die Fotos stammen zwar von gestern, aber da war die Wolkenstimmung nicht heiterer als heute war.

Das schlagende Argument, mit dem die Bebauungsgenehmigung damals gegen jegliche Einwände durchgeprügelt wurde, war ja: wir brauchen dringend mehr Wohnungen in Berlin. In der Tat mehren sich die Berichte über Wohnungsmangel, rasend steigende Mieten und auch Obdachlosigkeit in der Hauptstadt. Ohne Neubau, und zwar in erheblichem Umfang, wird es nicht gehen, denn Berlin wächst weiter stetig. Aber ob Bauprojekte, wie das hier gezeigte, die Situation entspannen werden, wage ich weiter zu bezweifeln.

Mangel herrscht hauptsächlich an bezahlbarem Wohnraum. Je kaufkräftiger der oder die Suchende, umso größer ist das Angebot, vor allem in den beliebten Innenstadtbezirken. Wer hier allerdings heutzutage noch eine bezahlbare Wohnung sucht, braucht das Glück einer Lottogewinnerin. Am Mauerpark entstehen vor allen Dingen Wohnungen, die nicht mietpreisgebunden sind und somit für die Mehrzahl der Suchenden nicht infrage kommen. Die neu vermieteten teuren Wohnungen werden jedoch den Mietspiegel für die ganze Gegend weiter in die Höhe treiben und somit VermieterInnen der Umgebung ideale Handhabe zu weiteren Mieterhöhungen geben. Es sei denn es geschieht ein Wunder und die Wohnungspolitik wird eine soziale Wende nehmen. Aber angesichts der wahrscheinlichen Jamaikanisierung der künftigen Bundesregierung sollte man lieber auf einen Lottogewinn vertrauen.

Zur Erinnerung (ich schrieb es bereits in einem früheren Beitrag):

Die Groth-Gruppe baut am Mauerpark 227 Mietwohnungen, 42 „senjorengeeignete“ Mietwohnungen, 111 Eigentumswohnungen, 197 Studentenappartments sowie 122 öffentlich geförderte Wohnungen mit entsprechender Mietpreisbegrenzung

227 Mietwohnungen
42 „senjorengeeignete“ Mietwohnungen
111 Eigentumswohnungen
197 Studentenappartments
122 öffentlich geförderte Wohnungen
699 gesamt

 

Von gesamt 699 Wohneinheiten werden also nur insgesamt 122 Wohnungen halbwegs für mittlere bis untere Einkommen erschwinglich sein. Die Preise für die sogenannten Studentenapartments sind aus meiner Sicht eine Frechheit, denn die werden ab 569 Euro warm für 20,5 Quadratmeter vergeben. Für zehn Quadratmeter mehr sind dann schon an die eintausend Euro fällig. Derzeit übrigens beträgt der BAFöG-Höchstsatz (den nur die wenigsten Studierenden bekommen) 735 Euro. Die dürfen dann aber bloß nicht krank werden, weder während des Studiums, noch danach, wenn sie ihre Studienkredite abzahlen müssen. Entgegen vieler Vorurteile steigt zwar mit dem Studium die Wahrscheinlichkeit für ein höheres Einkommen nach Abschluss, ist aber längst kein Garant für ein überlebenssicherndes Einkommen. Trotzdem – bei der Zahl an Studierenden, die in diesem noch immer eine Unterkunft suchen, werden die Eigentümer wohl keine Probleme haben, ihre möblierten Luxusapartments zu vermieten.

 

Bevor ich immer weiter doziere (Sagenswertes gäbe es viel) zeige ich Euch nun endlich die Bilder. Ich bin dieses Mal wieder einmal im die Baustelle herumgegangen, und zwar in Richtung Norden, Westen, Süden, in wieder nach Osten. Zur Orientierung nochmals der Plan, den ich zu Projektbeginn gezeichnet hatte.

 

Groth_PlanIUD26.3.2017BG

 

Und jetzt geht es los. Die bebilderte Galerie öffnet sich beim Anklicken eines der Bilder.

 

 

 

 

Unter dem Beitrag vom Zeilenende findet Ihr die vielen interessanten Links zu den Beiträgen der anderen.

 

Groth statt Grün – Zeilenendes Fotoprojekt 8

Groth statt Grün – Zeilenendes Fotoprojekt 7

Groth statt Grün – Zeilenendes Fotoprojekt 6

Groth statt Grün – Zeilenendes Fotoprojekt 5

Groth statt Grün – Zeilenendes Fotoprojekt 4

Groth statt Grün – Zeilenendes Fotoprojekt 3

Groth statt Grün – Zeilenendes Fotoprojekt 2

Groth statt Grün – Zeilenendes Fotoprojekt

Groth statt Grün – Zeilenendes Fotoprojekt 8

 

Das Zeilenende hatte im Februar zu einem gemeinsamen Fotoprojekt aufgerufen – zwölf Monate lang soll jeweils am letzten Sonntag des Monats eine Momentaufnahme eines selbstgewählten Motivs präsentiert werden.

Der Aufruf erzeugte ein überwältigendes Echo und auch ich bin von der Idee so begeistert, dass ich hier das Wachstum der zu recht umstrittenen Baustelle des ebenso umstrittenen Investors Groth Gruppe am Berliner Mauerpark dokumentiere.

 

 

Unverkennbar, es ist Herbst geworden. Die Tage sind wieder kürzer, die Bäume färben sich mehr und mehr. Die Äpfel der Bäume ostseits der Baustelle, auf der Wiese vor dem Moritzhof, leuchten weithin rot; Stare tun sich zwitschernd an dem gesunden Obst gütlich, während sich die Baustelle in der scheinbar ewigen Riesenpfütze vor dem Spielplatz neben dem Baugelände spiegelt.

An der Groth-Baustelle wird weiter gearbeitet und ich finde es immer noch kaum vorstellbar, wie schnell doch Häuser gebaut werden können. Heute, am Sonntag, ist es in Berlin dunkel, grau und feucht, doch für diesen Beitrag habe ich vorgearbeitet und die Bilder am Freitag erstellt. Es war schönes Wetter und ich hatte Lust, meinen Baustellenspaziergang vorzuziehen.

Freitag habe ich auch mal wieder von den Höfen der Graunstraße aus, auf Weddinger Seite, fotografiert.  Die Häuser sehen dort schon fast fertig aus, die GEWOBAU, die die entstehenden Sozialwohnungen verwaltet, hat bereits ihr Banner hängen, erste Straßenschilder stehen. Das alte Mäuerchen aus Uraltzeiten ist mittlerweile wieder völlig bekrakelt.  Ein Wachmann warnt höflich vor dem nachtüber freilaufenden Hund. Ich stelle nicht zum ersten Mal fest, wie hässlich, kalt und blutleer man doch auch 2017 noch zu bauen vermag.

 

 

Blickt man aus Süden und aus Osten von der Schwedter Straße aus, kann man den Häusern beim Wachsen zusehen. Da Freitag, also Arbeitstag, ist, sehe ich die Kräne ständig in Bewegung. Bauarbeiter wieseln über die Baustelle, Bagger fahren. Das Haus ganz im Norden zur S-Bahn hin, bekommt eine Dämmfassade.

 

 

 

Von Norden, vom Schwedter Steg aus, kann ich zunächst wegen der blendenden Lichtverhältnisse nicht fotografieren. Aber von der Brücke beim Bahnhof Gesundbrunnen habe ich eine sehr gute Sicht.

Am Abend gehe ich noch einmal auf den Schwedter Steg, wo ich nicht die einzige bin, die an diesem schönen ersten offiziellen Herbsttag den Sonnenuntergang beobachtet. Der Himmel ist jetzt völlig wolkenfrei und ich habe einen viel zu romantischen Blick auf die Berliner Kran-Skyline und die Baustelle.

 

 

Wie mag es hier in einem Monat aussehen?

 

 

Unter dem Beitrag vom Zeilenende findet Ihr die vielen interessanten Links zu den Beiträgen der anderen.

 

Groth statt Grün – Zeilenendes Fotoprojekt 7

Groth statt Grün – Zeilenendes Fotoprojekt 6

Groth statt Grün – Zeilenendes Fotoprojekt 5

Groth statt Grün – Zeilenendes Fotoprojekt 4

Groth statt Grün – Zeilenendes Fotoprojekt 3

Groth statt Grün – Zeilenendes Fotoprojekt 2

Groth statt Grün – Zeilenendes Fotoprojekt

Layered

 

 

Woche für Woche sprayen KünstlerInnen aus aller Welt hier am Mauerpark ihre Motive. Zu meiner Freude sind es immer öfter auch Frauen, die ihre Bilder in den öffentlichen Raum tragen.

Streetart ist kurzlebig. Schicht für Schicht werden alte durch neue Motive übermalt und so entsteht mit der Zeit eine dicke Lackschicht, die sich in großen Flatschen von der Mauer löst.

Die hier gezeigten Fotos warten seit ein paar Wochen auf den geeigneten Moment zur Veröffentlichung. Als ich das aktuelle Motto der PHOTO CHALLENGE auf The Daily Post sah – Layered – konnte ich gar nicht anders, als die Bilder nun endlich und in diesem Rahmen zu zeigen.

https://dailypost.wordpress.com/photo-challenges/layered/

 

 

 

Groth statt Grün – Zeilenendes Fotoprojekt 7

 

Das Zeilenende hatte im Februar zu einem gemeinsamen Fotoprojekt aufgerufen – zwölf Monate lang soll jeweils am letzten Sonntag des Monats eine Momentaufnahme eines selbstgewählten Motivs präsentiert werden.

Der Aufruf erzeugte ein überwältigendes Echo und auch ich bin von der Idee so begeistert, dass ich hier das Wachstum der zu recht umstrittenen Baustelle des ebenso umstrittenen Investors Groth Gruppe am Berliner Mauerpark dokumentiere.

 

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Im durchwachsenen Berliner Sommer wuchs nicht nur das Gras auf den um diese Jahreszeit eher gelb-trockenen Wiesen. Inzwischen sind auch im mittleren Baustellenabschnitt  Gerüst und Fassade so hoch, dass sie weithin sichtbar sind.

 

Gras ist also nicht über die Baustelle gewachsen. Ebenso nicht über die Befürchtungen von AnwohnerInnen ost- und westseits der neuen Luxusbauten, dass die teure Nachbarschaft sich weder besänftigend auf Wohnungsknappheit noch auf Mietpreisentwicklung (Mietspiegel) auswirken wird. In meinem Mietshaus gab es übrigens diesen Sommer erst eine Anpassung der Miete an den Mietspiegel – selbstredend nach oben. Nur ich bin davon nicht betroffen gewesen, da meine Miete für meine unsanierte dunkel-kalte Hintterhaus-Erdgeschosswohnung ohnehin recht hoch angesetzt ist.

Da möchte man doch manchmal ausrufen, Hopfen und Malz sei verloren. Aber nein, so ist es gar nicht. Zumindest der Hopfen gedeiht hier wieder hervorragend und wuchert ungestört und munter. Wie jedes Jahr werden bald Kinder kommen, die Hopfenblüten abrupfen und von oben hinunter in den Senkgarten rieseln lassen. Einen Heidenspaß werden sie haben.

 

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Klettere ich auf die Bank, die unter diesem Hopfen steht, kann ich vielleicht ein letztes Mal hinüber zu den Häusern in der Graunstraße blicken.

 

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Derzeit einmalig ist der Blick, den ich von hier Richtung der Westseite des Gleimtunnels habe, wo die Groth-Gruppe derzeit ihr schickes Büro hat, dessen einst eingeworfene Scheiben übrigens längst ausgetauscht sind.

 

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Wenn man dann vor diesem Büro steht, hat man dieser Tage dementsprechend ebenso Sicht auf die Schwedter Straße. Lange wird auch das nicht währen.

 

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Blicke ich von Norden aus, von der Schwedter Brücke, nach Süden zur Baustelle, erkenne ich auf den ersten Blick kaum Unterschiede zum Vormonat.

 

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Sehe ich genauer hin, entdecke ich zarte Vorboten des Herbstes.

 

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Auch die Pappeln vor dem Moritzhof haben bereits gelbliche Blätter.

 

 

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Besonders herbstlich wirkt die Natur, wenn ich mich von Süden aus der Baustelle nähre.

 

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Ein zarter Vorgeschmack darauf, was uns die kommenden Monate bringen werden.

 

Beim Vormonatsbeitrag vom Zeilenende findet Ihr die vielen interessanten Links zu den Beiträgen der anderen. Ich will jetzt erst einmal dem Spätsommersonntag huldigen, statt Links zu sammeln, was Ihr, wie ich Euch kenne, gutheißen werdet. Die Links kommen dann später.

 

Groth statt Grün – Zeilenendes Fotoprojekt 6

Groth statt Grün – Zeilenendes Fotoprojekt 5

Groth statt Grün – Zeilenendes Fotoprojekt 4

Groth statt Grün – Zeilenendes Fotoprojekt 3

Groth statt Grün – Zeilenendes Fotoprojekt 2

Groth statt Grün – Zeilenendes Fotoprojekt

Groth statt Grün – Zeilenendes Fotoprojekt 6

 

Das Zeilenende hatte im Februar zu einem gemeinsamen Fotoprojekt aufgerufen – zwölf Monate lang soll jeweils am letzten Sonntag des Monats eine Momentaufnahme eines selbstgewählten Motivs präsentiert werden.

Der Aufruf erzeugte ein überwältigendes Echo und auch ich bin von der Idee so begeistert, dass ich hier das Wachstum der zu recht umstrittenen Baustelle des ebenso umstrittenen Investors Groth Gruppe am Berliner Mauerpark dokumentiere.

 

Halbzeit; die erste Hälfte des Projektzeitraums ist nun vorbei!

Ich will nicht jammern, dass die Zeit so schnell vergeht. Aber … Und doch liegt es mir auf der Zunge. Schon allein deswegen, weil dies mein letzter Beitrag als Enddreißigerin ist. Fast ein ganzes Jahr lang hatte ich Angst vor dem morgigen Tag. Inzwischen bin ich etwas zuversichtlicher, was auch daran liegt, dass ich langsam das Gefühl habe, aus dem Psychotal herausblicken zu können und dabei nicht mehr nur schwarz sehe. Somit kann ich sagen, dass mein allergrößtes Geschenk ist, dass ich diesen Tag erleben kann, ohne Nebel vorm Gesicht, Abgrund vor den Füßen und der schwarzen Hand, die gern mein Herz zerdrückt. Zudem wird es nach den Regenmassen und der Kühle der letzten Tage (Wochen …) wohl ein warmer sonniger Tag werden und — ich werde meine Töchter um mich haben. Kann ich mir mehr wünschen?

Jetzt merke ich aber doch, wie ich gerade immer unruhiger und aufgeregter werde und das nicht in so positivem Sinne wie damals noch als Kind. Normalerweise mache ich überhaupt kein Gewese um meinen Geburtstag, aber die Vierzig, die mich morgen erwartet, fühlt sich bedrohlich an. Und das obwohl ich weiß, dass ich einige Leserinnen und Leser jenseits der Fünfzig habe, die jetzt milde und wissend in sich hineinlächeln.

 

Aus diesem Grunde gibt es hier auch einen relativ knapp kommentierten Monatsblick auf die Groth-Baustelle; und ich habe mir ebenfalls gespart, die auffällig gewachsene Baustelle von der Westseite aus abzulichten. Ich zeige statt dessen die Brücke, von der aus ich die nun fast fertige Fassade der Nordseite des Gebäudekomplexes fotografiere, und ebenso die Bank, auf die ich immer klettere, um einen Blick über die Hecke auf die neu entstehenden Häuser zu werden.

Außerdem habe ich der Fotodokumentation noch einige Bilder aus dem nahen Sonntags-Party-Mauerpark hinzugefügt, von dem aus man die inzwischen vier Kräne der Groth-Baustelle auch sehr gut sehen kann (wobei Kräne in einer Stadt wie Berlin ganz und gar kein Alleinstellungsmerkmal sind).

Zum Abschluss der Fotostrecke dann noch in Erinnerung an die Rhabarber-und Hyazinthe-Reihe aus dem Frühjahr ein Blick auf die grün wuchernden Straßenkübelbeete meiner Häusernachbarin in meiner Straße.

Jetzt geht es – husch – für mich zurück in die Küche, damit der Schokoladenkuchen für morgen endlich gebacken werden kann.

Ich gehe nicht davon aus, dass ich mich morgen in der Blogwelt blicken lasse, also wünsche ich Euch heute schon einmal: Kommt gut in den August!

 

 

Wenn ich richtig gut bin, dann werde ich an dieser Stelle zu späterer Zeit die Verlinkungen zu den anderen Teilnehmenden einfügen.

Der Link zum Beitrag des Initiators der Blogparade, zum Herrn Zeilenende ist aber obligatorisch. Die Links zu den Posts der anderen werdet Ihr dort finden können.

 

Meine eigenen bisherigen Paradenbeiträge:

Groth statt Grün – Zeilenendes Fotoprojekt 5

Groth statt Grün – Zeilenendes Fotoprojekt 4

Groth statt Grün – Zeilenendes Fotoprojekt 3

Groth statt Grün – Zeilenendes Fotoprojekt 2

Groth statt Grün – Zeilenendes Fotoprojekt