Herbstleuchten (7.2) Kontraste

 

Den im letzten Beitrag gezeigten Bildern kalter Berliner Architektur muss ich zwanghaft und zur eigenen Entspannung noch ein paar Kontrastbilder entgegensetzen. Aufgenommen gestern am Plötzensee (ich muss zwar eigentlich immer an das Gefängnis denken, doch die meisten Berliner denken wohl vorrangig an den eigentlichen See und das Freibad) und heute im Großen Tiergarten.

 

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Herbstleuchten (7) Berlins kalte Mitte im wärmenden Herbstlicht

 

Ich muss ehrlich zugeben – der kalten, strengen und doch protzigen Architektur, die da in den letzten siebenundzwanzig Jahren in Berlins neuer Mitte entstanden ist und weiterhin entsteht, kann ich sehr wenig abgewinnen. Zwar durchkreuze ich sie regelmäßig mit dem Fahrrad, aber selten bin ich geneigt, der Gegend einen freundlichen Blick zuzuwerfen.

Die tief stehende Oktobersonne warf da heute ausnahmsweise ein anderes Licht auf diese Gegend; die prächtig gekleideten Herbstbäume taten das ihrige, mich milde zu stimmen. Um die Farbenpracht an der Straße des 17. Juni einzufangen, nahm ich es sogar in Kauf, auf dem Mittelstreifen der stark befahrenen Straße stehenzubleiben und ein paar Aufnahmen zu machen, während die Autos dicht neben mir entlangheizten und ihren schrecklichen Lärm in meine Ohren schrien. Ich fand die Situation reichlich garstig und war froh, wieder zwischen den Bäumen des Tiergartens durchatmen zu können.

 

 

Herbstleuchten (6) Nach dem Sturm

 

Der Sturm ist vorbei; die Sonne scheint wieder, als sei nichts gewesen. Der sonntägliche Mauerpark ist bunt wie eh und je – nicht nur wegen all der Leute, die die kostbar gewordenen Sonnenstrahlen genießen, sondern auch, weil immer mehr Bäume ihr frühherbstliches Gewand überwerfen.

Einige Bäume hat auch hier Sturmtief Xavier auf dem Gewissen. Die Berliner trauern kurz und nutzen dann findig die abgeknickten Baumstämme als Sonnensitz. Hat ein Meer die Stadt erneut geteilt? Hier, wo bis vor achtundzwanzig Jahren eine unüberwindliche Mauer die Berliner scheinbar für immer voneinander trennte? Die heutigen innerstädtischen Grenzen lassen sich hingegen spielend überwinden. Manche setzen zum hohen Luftsprung an oder reichen sich an einer flachen Wasserstelle zum Übertritt die Hand. So soll es sein. Sonntäglicher Friede. In Berlin.

Und anderswo?

 

Herbstleuchten 4: Ende September

 

Trüb ist es in Berlin auch am Tag nach der Wahl. Das Wetter trägt grau. Ich bin froh darüber. Eitel Sonnenschein über dem Regierungsviertel hätte ich reichlich unpassend gefunden.

Der September geht dem Ende zu. Jetzt ist es auch dem Kalender nach Herbst. Noch ist es relativ mild, aber die Bäume färben sich zusehends. Das hat den Vorteil, dass auch die grauen Tage noch ein wenig Farbe vorgaukeln.

In den städtischen Parks werden die Tupfer der Wiesenblumen langsam durch buntes Herbstlaub ersetzt. Die meisten Rosen sind abgeblüht, doch einige standhafte Sträucher nicken uns noch immer mit rosa Blütenköpfen zu. Sie scheinen sich über die ihnen besondere Beachtung zu freuen.

 

Die Galerie öffnet sich durch Anklicken eines Bildes.

 

 

Herbstleuchten 3: Altweibersommer

 

Die vergangene Woche war in Berlin relativ mild. Das konnte ich zwar wegen meines Infektes nicht richtig ausnutzen. Die Natur aber dankt es, indem sich das Herbstwelken der Bäume noch eine Weile Zeit lässt. An den meisten Bäumen dominiert noch immer das Grün. Umso hübscher sehen die vereinzelten gelben Blätter aus.

Die Kastanienbäume am Prenzlauer Berger Falkplatz fand ich zu vergangener Woche fast unverändert. Ein Baum scheint der Rosskastanienminimiermotte besonders zu trotzen und zeigt fast noch fleckenarme Blätter. In dem Zusammenhang danke ich besonders Myriade und Clara, die mich auf diese kaum einzudämmende Kastanienplage hingewiesen haben. Ich hatte die braunen Blätter vergangene Woche froh-naiv für frühe Herbstboten gehalten.

Habt Ihr auch schon die ersten Kastanien aufgelesen?  Ich kann gar nicht anders, als mich überall nach diesen glänzenden leuchtenden braunen Kugeln zu bücken und meine Taschen mit ihnen vollzustopfen und nach Hause zu schleppen. Meine Katzen Lina und Lotta danken es mir und spielen eifrig Kastanien-pfot-ball.

Herbstleuchten 2: Kastanienbäume als Wegbereiter?

 

Bereits Ende August hatte ich den Eindruck, dass in den Berliner Parks die Rosskastanien nicht nur mit den prunkvollsten Maiblüten beeindrucken, sondern auch als frühe Herbstboten auffallen werden. Die Blätter waren zwar noch nicht trocken, zeigten aber bereits herbstliche Farbflecken auf.

Im Mai drängten sich die Kastanienbäume durch ihre prächtigen Blüten in den Blick. Heute fallen Rosskastanien zumindest im Berliner Straßenraum als die ersten Bäume ins Auge, die sich bereits komplett ihr goldenes Herbstkleid gewandet haben.

Vor drei Wochen schon waren die Kastanienblätter deutlich gefleckt. Heute sind nahezu alle Blätter trocken und rollen sich ein. Wie lange werden die Äste ihre Blattkinder noch festhalten können?

 

Rückblick:

Rosskastanie am Sonntag, 26. August 2017

 

 

Rosskastanie am Sonntag, 03. September 2017

 

Rosskastanie am Sonntag, 10. September 2017

 

 

Wie sieht die Natur in Eurer Gegend aus? Welches sind bei Euch die ersten Herbstbäume?

Gerne könnt Ihr Euch natürlich auch mit eigenen Beiträgen zum Herbstleuchten beteiligen.

So möchte ich mich besonders bei Myriade bedanken, die mir eine große Freude bereitet und ein wunderschönes Drachenbild gepostet hat. Hier geht es zu ihrem Beitrag:

Fröhlichkeit im Herbst