Leben. Sterben. Werden

 

Sterben?
Nein, das will ich nicht.

Aber wie soll ich denn leben?
Schau jetzt nicht in mein Gesicht.

Ich habe es mir weggewischt.

 

Ich schäm mich so!
Schwach bin ich.

Nein, halt mich nicht!

 

Nähe, Menschen schmerzen mich.
Ich hab versagt. Ertrag die Welt da draußen nicht.
Doch wohin soll ich, wenn nicht zurück in jenes Leben,

Das ich doch nicht ertragen kann,
Und das doch jedermann

Auf seinen/ihren Schultern trägt.

Nur ich will es mir leisten, mich aus allem rauszunehm‘?

 

Nein, das hab ich nicht verdient.
Leiden muss ich, leiden,

Nur so kann ich am Leben bleiben.
Hört nur, hört, wie ich mich selber hasse,

Für dieses Weltenschmerzgequassel!

 

Doch irgendetwas treibt mich an,

Dass ich g’rad gar nichts anderes denken kann.

Und sei es nur aus einem Grund:

Den Selbsthass mir zu stärken feist und rund!

 

 

29. September 2016, St. Joseph Krankenhaus Berlin