Herbstleuchten 3: Altweibersommer

 

Die vergangene Woche war in Berlin relativ mild. Das konnte ich zwar wegen meines Infektes nicht richtig ausnutzen. Die Natur aber dankt es, indem sich das Herbstwelken der Bäume noch eine Weile Zeit lässt. An den meisten Bäumen dominiert noch immer das Grün. Umso hübscher sehen die vereinzelten gelben Blätter aus.

Die Kastanienbäume am Prenzlauer Berger Falkplatz fand ich zu vergangener Woche fast unverändert. Ein Baum scheint der Rosskastanienminimiermotte besonders zu trotzen und zeigt fast noch fleckenarme Blätter. In dem Zusammenhang danke ich besonders Myriade und Clara, die mich auf diese kaum einzudämmende Kastanienplage hingewiesen haben. Ich hatte die braunen Blätter vergangene Woche froh-naiv für frühe Herbstboten gehalten.

Habt Ihr auch schon die ersten Kastanien aufgelesen?  Ich kann gar nicht anders, als mich überall nach diesen glänzenden leuchtenden braunen Kugeln zu bücken und meine Taschen mit ihnen vollzustopfen und nach Hause zu schleppen. Meine Katzen Lina und Lotta danken es mir und spielen eifrig Kastanien-pfot-ball.

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Herbstleuchten 2: Kastanienbäume als Wegbereiter?

 

Bereits Ende August hatte ich den Eindruck, dass in den Berliner Parks die Rosskastanien nicht nur mit den prunkvollsten Maiblüten beeindrucken, sondern auch als frühe Herbstboten auffallen werden. Die Blätter waren zwar noch nicht trocken, zeigten aber bereits herbstliche Farbflecken auf.

Im Mai drängten sich die Kastanienbäume durch ihre prächtigen Blüten in den Blick. Heute fallen Rosskastanien zumindest im Berliner Straßenraum als die ersten Bäume ins Auge, die sich bereits komplett ihr goldenes Herbstkleid gewandet haben.

Vor drei Wochen schon waren die Kastanienblätter deutlich gefleckt. Heute sind nahezu alle Blätter trocken und rollen sich ein. Wie lange werden die Äste ihre Blattkinder noch festhalten können?

 

Rückblick:

Rosskastanie am Sonntag, 26. August 2017

 

 

Rosskastanie am Sonntag, 03. September 2017

 

Rosskastanie am Sonntag, 10. September 2017

 

 

Wie sieht die Natur in Eurer Gegend aus? Welches sind bei Euch die ersten Herbstbäume?

Gerne könnt Ihr Euch natürlich auch mit eigenen Beiträgen zum Herbstleuchten beteiligen.

So möchte ich mich besonders bei Myriade bedanken, die mir eine große Freude bereitet und ein wunderschönes Drachenbild gepostet hat. Hier geht es zu ihrem Beitrag:

Fröhlichkeit im Herbst

 

 

Herbstleuchten – Ende August

 

Beginnen möchte ich meinen Beitragszyklus Herbstleuchten  –  Wider den Herbstblues (siehe gestern) mit einem kleinen Rückblick auf den vergangenen Sonntag, als ich für Zeilenendes Fotoprojekt ohnehin mit dem Fotoapparat unterwegs war und nicht nur die Groth-Baustelle, sondern auch die kleinen Anzeichen des beginnenden Herbstes ablichtete.

In diesem Jahr war der Sommer in Berlin weniger heiß, dafür aber sehr feucht und so sind die Wiesen in den Parks auch zum Ende des Sommers noch erstaunlich grün, das Gras steht teils dicht und hoch. Sogar nahe des viel belaufenen Mauerparks, am Falkplatz. Aus der Ferne betrachtet wirkt der Park noch sommerlich.

Auch blühende Sträucher bezaubern noch immer mit ihren leuchtenden Blütenfarben.

Die Früchte des Ahorns beginnen abzutrocken und seine Blätter bekommen einen kleinen welken Rand.

Sichtbarstes Zeichen für den sachte ankommenden Herbst: die Kastanien, deren Blätter schon sichtlich welken. Die großen Rosskastanienbäume, die im Sommer zartrosa und weiß blühten,  hängen über und über mit Früchten. Die sogenannte Edelkastanie – die Rotblühende Rosskastanie – zeigt hingegen nur sehr wenige und sichtbar verschiedene Früchte.

 

Seit letzten Sonntag, als die Aufnahmen entstanden,  hat sich bereits wieder einiges in der Natur verändert und es sieht um einiges herbstlicher aus. Den Fotoapparat hatte ich die Woche über aber bewusst nicht bei mir, sondern ich wollte zunächst einmal nur bewusst wahrnehmen und die interessanten Anblicke in meinem Gedächtnis statt auf einer Festplatte speichern. Aber frische „echte“ Fotos folgen schon bald.

 

 

Wider den Herbstblues

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Der Chor, August 2017, (c) Agnes Podczeck

 

Üblicherweise beginne ich bereits im August, wehmütig zu werden, das nahende Ende des Sommers zu betrauern und mich vor den dunklen, kalten und nassen Herbst- und Wintermonaten zu fürchten.

Natürlich weiß ich, dass das unnütz ist; der Sommer wird vergehen, wie jedes Jahr. Ändern kann ich daran nichts, solange ich in dieser Klimazone lebe und mit meinem Gram mache ich mir nur selbst das Leben schwer. Das ist mir alles klar, glasklar – vom Verstande her.  Aber einige von Euch werden selbst erfahren haben – das Wissen um Zusammenhänge ist das eine. Eine ganz andere Angelegenheit sind die tatsächlichen Emotionen, die Stimmen, die sich im Inneren regen und die jeglicher Vernunft zum Trotz die Gefühlswelt in einer Art und Weise beeinflussen, die rationalem Denken, Wissen und Verstand absolut nicht zugänglich sind.

Und so waren auch einige Tage im diesjährigen August geprägt von einem unbestimmten Gefühl der Gefahr, der Bedrohung, des nahenden Endes. Der kommenden Dunkelheit. Verbunden mit einem tragischen und mich selbst blockierenden Zusammenhang: je schöner und heller die Tage, desto trübsinniger die Stimmung, desto größer die Angst und desto stärker blockiert mich die drohende Wand der baldigen Dunkelheit.

Noch ist die Wand nicht dicht genug, dass mich mich nicht gegen sie wehren kann. Drum will ich nun genau das Gegenteil von dem tun, wonach mir zumute ist und hoffe – ja vertraue sogar – auf Selbstkonditionierung.

Den September begrüße ich hier mit diesem tierischen bunten Chor.

Ich mache mich auf die Pirsch nach den bunten Farben des eintreffenden Herbstes. Vermehrt wird wird es wieder Fotobeiträge von meinen Achtsamkeitsspaziergängen geben, bei denen ich Schönheit der neuen Jahreszeit entdecken und die allmählichen Veränderungen bewusst wahrnehmen werde.

Zudem habe ich eine neue Kraftquelle für mich entdeckt. Ich habe letzte Woche ein Gebiet Wald in der Schorfheide entdeckt, mit der Bahn bequem und kostengünstig erreichbar und dennoch menschenleer. Kilometerweit kann ich gehen, ohne eine Straße zu queren, ein Auto zu hören, auch nur einer Menschenseele zu begegnen. Der Wald ist dicht und so abwechslungsreich, wie ich es so nahe bei Berlin niemals vermutet hätte. Die Kraft, die mir eine einzige einsame Waldwanderung dort gegeben hat, machte mir den nötigen Mut, dass ich die kommende Zeit nicht nur überstehen, sondern auch werde genießen können.

Für alle, die ähnlich mir mit dem Sommerende hadern: morgen soll es den ersten Die-Schönheit-des-Herbstes-Beitrag geben. Vielleicht habt Ihr ja Lust, Euch anzuschließen? Dann verlinke ich Euch gern.

Blumen …

 

… zum letzten Augustwochenende.

 

 

Das Jahr schreitet voran, unaufhaltsam und die ersten bunten Blätter zeigen sich vereinzelt an den Bäumen der Innenstadt. Aber noch haben wir ein wenig Zeit, das Grün zu genießen.

Und auch eine späte Baumblüte erheitert mein Auge. Der Japanische Schnurbaum kommt ursprünglich aus Asien, wird aber heute auch als Zierbaum in unserer Region angepflanzt. In Berlin, zum Beispiel, bereichert er das Stadtbild mit seiner späten Blüte im August und gilt zudem als Bienennährpflanze.

Entlang des ehemaligen Mauerweges im Prenzlauer Berg wurden einige dieser Bäume gepflanzt; auch in Parks habe ich sie schon gesehen. Wieder muss ich bekennen: es ist das erste Jahr, dass ich diese späte Blütenpracht überhaupt wahrgenommen habe. Bisher dachte ich, die große Zeit der Baumblüte sei immer schon im Mai vorbei.

 

 

 

 

 

 

Zweite Blüte

 

 

Als ich heute durch den Tiergarten fuhr, leuchteten mir vereinzelte weiße Rhododendrenblüten entgegen. Merkwürdig, dachte ich und fürchtete sofort, die Pflanzen seien durch den nassen Sommer durcheinander gekommen und würden nun ihre Blüten für den nächsten Mai bereits jetzt verpulvern.

Bei verschiedenen Online-Gartenratgebern fand ich Beruhigung. Eine Nachblüte komme bei manchen Arten gelegentlich vor und habe keinerlei Auswirkung auf die Blütenfülle im folgenden Jahr. Da kann ich also beruhigt die Schönheit der Blüten genießen.

***

Gab es auch vergangenes Jahr eine solche zweite Rhododendrenblüte? Ich kann mich nicht daran erinnern, würde mich aber nicht wundern, wenn ich die Blüten vor lauter früher Furcht vor dem baldigen Herbst gar nicht wahrgenommen hätte. Vor einem Jahr war ich voller Panik und fühlte mich unfähig, das Jetzt wahrzunehmen. Das Morgen schien riesig drohend vor mir zu lauern, alle Freude verursachte vielfachen Schmerz.

Diesem damaligen Weltuntergangsgefühl ist es aber auch zu verdanken, dass ich nun mein einjähriges Blogjubiläum feiern kann, denn in einer spontanen Sofortaktion legte ich eines Abends diesen WordPressaccount an und veröffentlichte das Gedicht, das mir am Nachmittag zuvor auf einer Bank im Tiergarten aus der Feder gesprungen war. Ich bin es noch immer, und doch bin ich eine andere, als die, die diese Zeilen schrieb.

https://agnesblogsite.wordpress.com/2016/08/09/first-blog-post/

Mein Dank gilt Euch, die Ihr hier lest und kommentiert und die Ihr selbst so spannende Beiträge schreibt, dass ich oft das Gefühl habe, dass sich mein Gedankenhorizont dank dieses Austausches Stück für Stück weitet.

 

 

 

 

Ruhepause

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Fernweh hin oder her – mit dem Verreisen wird das für mich vorerst nichts. Aber so etwas ähnliches wie Urlaub brauche ich doch. Bei allen Therapieerfolgen die letzten Wochen, die ich selbst sehe und die auch andere mir bestätigen und die mich innerlich jubeln lassen, merke ich doch, dass mir die Puste knapp wird und ich eine Auszeit brauche. Dies nicht nur zu spüren, sondern dem auch wenn möglich nachzugeben, gehört ja auch zur vier beschworenen Achtsamkeit. Auch die SportlerInnen unter Euch werden wissen: kein Trainingserfolg ohne Ruhetage.

Nun denn! Die folgende Woche habe ich mir von allen Therapien frei genommen. Raus aus dem Trott, hinein in den Sommer. Ein paar Tagestouren stehen auf dem Plan: mit der Regionalbahn raus aus der Stadt in die Natur. Mit dem Rad durch die Schorfheide fahren, wandern und baden, Bücher lesen und natürlich zeichnen. Es sei denn, es hagelt wieder eine Unwetterwarnung nach der nächsten. Doch auch dann ist der Schreibtisch für mich verbotene Zone; Blogbeiträge wird es keine geben und damit ich nicht lesend in der virtuellen Welt versinke – – – was mir ab und an passiert und Ihr seid schuld, weil Ihr so interessante Blogartikel schreibt ***kokettes Lächeln, Kopf schief stellen, Augenzwinkern*** – – -, will ich neun Tage lang das Internet nur als Nachschlagemedium für Adressen, Öffnungszeiten und Fahrpläne nutzen. Das habe ich mir jedenfalls in einer freiwilligen Selbstverpflichtung vorgenommen. Mal sehen, wie sich das so angeht. Am 14. August gehen meine Therapien weiter und mit dem zurückkehrenden Alltag werde ich dann hier an dieser Stelle wieder von mir hören lassen.

Doch jetzt ist erst einmal Urlaub!!!

Zur Einstimmung fünf Wasserbilder, die sich bei Anklicken vergrößert betrachten lassen.

 

 

Ich wünsche Euch eine schöne Zeit!