Abgesang

 

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Der Lieblingsbaum, Tusche und Aquarellfarben auf A4-Aquarellpapier, 18.10.2017

 

Der Lieblingsbaum der Kinder (Siehe gestriger Beitrag) ist nicht mehr. Als ich heute Nachmittag in den Park kam, um ihn aus einer anderen Perspektive zu zeichnen, lag er zersägt und aufgeschichtet. Der Baumstumpf zeigt – er war wohl morsch. Und so ist es vielleicht ein Glück, dass Xavier an ihm seine stürmischen Kräfte erprobte, bevor ein kletterndes Kind mitsamt einem hohlen Ast abstürzen konnte.

 

Viele traurige Gesichter um das nun ehemalige Bäumchen. Enttäuschte Kinder führen ihre Mütter her: Mama, guck! Andere machen das denkbar beste aus der Situation und nutzen den Stamm als warmen Sitzplatz, um die auch heute wärmende Oktobersonne zu genießen.

 

Ich werfe ein Bild vom kurzen Baumstumpf aufs Papier. Die Frau, die auf zurechtgelegten Stamm sitzt, wage ich nicht zu fragen, ob ich sie so zeichnen darf. Wahrscheinlich hätte sie es gar nicht abgelehnt. Sie sah sympathisch aus und gehörte zur Gattung Zeitungsleserin; den „Freitag“ hatte sie in ihrer Hand. Das Bild wär‘ schön geworden – in meiner Phantasie.

 

Doch fotografisch habe ich ihm noch Respekt gezollt und hier nun seht meinen Abgesang auf ihn –  den Lieblingsbaum der Kinder.

 

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Standhaft

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Standhaft, Tusche auf Aquarellpapier, 17. Oktober 2017

 

„Oh nein“, rief die Kindergartengruppe erschrocken, „das war unser Lieblingsbaum!“ In der Tat, hübsch sah er immer aus, mit seinen auch im Sommer rötlichen Blättern. Elegant hatte er seine Äste weit ausgestreckt, als wolle er zum Tanz aufrufen. Die Kinder kamen gerne und lachten, wenn sie sich durch seine Krone hangelten.

Sturm Xavier hat ihm gar übel zugesetzt. Wie Streichhölzer hat er viele seiner Äste abgeknickt. Jetzt trägt das Bäumchen Trauer. Aber mit den Wurzeln blieb es fest im Boden. Der Stamm war stark und standhaft.

Im Frühjahr werden neue Zweige sprießen.

Im Park

 

In ziemlichen Einklang mit mir selbst war ich am Montag. Wenn das kein gelungener Start in mein neues Leben als Frau von Vierzig ist?!

Buchstäblich auf Händen getragen fühlte ich mich. Nachmittags im Park – mein Thron in der Hängematte. Auf keinem Sofa liege ich bequemer! Später ein paar Kritzeleien, die zu einem runden Tag dazugehören.

Vierzig werden ist gar nicht so doof, wie ich befürchtet hatte.

Was würde ich dafür geben …

… den Geschichten lauschen zu können, die uns Bäume berichten können. Manche sind mehrere hundert Jahre alt. Sogar in Berlin gibt es eine alte Eiche, deren Alter auf etwa 900 Jahre geschätzt wird. Neunhundert Jahre!

Was so mancher alte Baum alles gesehen haben mag! Dürren, Kriege, Hungersnöte. Philosophische Dispute, Zerwürfnisse und Streit. Liebesschwüre und Hochzeiten, Freundschaften und Verrat. Wie lächerlich doch so ein einzelnes Menschenschicksal dagegen wirkt!

Noch mehr Knospen,

 

… die sich öffnen.

Inzwischen beginnen auch die letzten Sträucher und Bäume zu grünen. So wie dieser. Ob es sich hier um einen Spitzahorn handelt? Ich werde es weiter beobachten.

 

 

Faszinierend, wie sich die Knospen öffnen und die kleinen hübschen Blüten austreten.

Die ersten Kastanienblüten des Jahres

 

 

Gestern beim Abendspaziergang hatte ich es schon gesehen – die ersten Kastanienblütchen an „meiner“ vorwitzig frühen Kastanie (siehe dieser Beitrag) ist aufgegangen. Alle anderen Kastanienbäume am Falkplatz lassen sich mit der Blüte noch ein wenig Zeit.

Über die ersten Blüten hatte ich mich gestern so sehr gefreut, dass ich heute noch einmal mit Fotoapparat wiederkehren und Euch zeigen wollte.

Ich wünsche Euch einen wundervollen Freitag!