Blind im Spiegel

 

Also jetzt die blinde Fotografie – angeregt von Ulli, die das im Februar schon einmal in der Landschaft gemacht hatte, von Jürgen, der seinen eigenen goldenen Weg suchte und fand, sich an unserer Gesichtszeichnerei zu beteiligen und von Susanne dann wieder an Ulli zurückgetragen, die uns ihren sympathischen Schopf zeigte und wiederum andere zum Mitmachen anregte. Gerade zu faul und zu hungrig, alle Links zusammenzutragen, verweise ich jetzt nur auf den gestrigen Beitrag von Ulli, über den Ihr Euch weiterhangeln könnt.

zu Ullis Beitrag hier entlang

Nun, ich bin nicht so ein ganz großer Fan davon, Fotos von mir ins www zu schicken, wobei die Krake google mein Gesicht so oder so bereits lange kennt und unsere Spuren über unsere Personalausweisbilder und Videoüberwachung ohnehin schon für technisch versierte Interessierte gut zu verfolgen sind – – – doch halt! Das soll kein Vortrag über Datenschutz und Datensicherheit werden.

Jedenfalls habe ich für die Blindfotografie ein wenig herumprobiert – mit Tuch als Schleier vor Augen und Gesicht oder das Gesicht verdeckt von meinen Haaren. Mit minimaler Beleuchtung und dementsprechender Grieseligkeit.

Dann, wie beim Topfschlagen, Tuch vors Gesicht, dreimal im Kreis gedreht und mit der Kamera Richtung vermeintlichen Spiegel gezielt. Versucht, blind den aufgeklappten Spiegel zu treffen, der das Spiegelbild dann mehrfach zurückwirft.

Alles in allem eine interessante Erfahrung an einem verregneten Sonntag.

Damit nicht genug. Sodann habe ich mit der Bildbearbeitungssoftware gespielt, einige der entstandenen Bilder halb transparent übereinander gelegt und geguckt, was entstand. Das war deshalb besonders gut möglich, weil ich auf vielen Fotos ohnehin nur klein uns ausschnittsweise auf einem Bildrand zu erkennen bin.

Genug der Vorrede. Die zwei entstandenen Collagen, die vielleicht nicht alles, aber doch schon eine Menge von mir zeigen, gibt es hier:

 

20170603_IBIB20170603_IMB58

 

Die nächste Herausforderung wird dann eine blinde Zeichnung des morgendlichen Blickes in den Spiegel. Wer macht mit?

 

Abgeguckt – Blind zeichnen

Susanne Haun hat sich gestern selbst gezeichnet. Blind. Also Augen zu und losgezeichnet. Wow!, dachte ich. Einige andere haben es ihr nachgemacht und selbst ausprobiert, hatten Spaß und durchaus sehenswerte Ergebnisse.

Wie könnte ich anders als da ebenfalls mitzumachen?!

Ganz ehrlich – ich finde meine Ergebnisse fast besser als so manche akribische genaue Zeichnung, die ich schon gemacht habe – und zwar wegen der großen Lockerheit, mit der ich an die Sache herangehen konnte.  Wenn man das Gute im absolut Schlechten sehen will, dann sind meine gleißenden Kopfschmerzen heute ebenfalls dafür hilfreich gewesen – sie blockieren nämlich mein Denkvermögen nahezu komplett, reduzieren meine Selbstkontrolle. Perfektionsstreben? Ach was, alles egal heute!

Meiner Stimmung entsprechend griff ich nach dem ersten Versuch mit einem weichen Grafitstift zu fetten Ölpastellkreiden, die sich schwungvoll über das Papier gleiten ließen.

 

20170531_AP_blind01BG

Agnes, blind gezeichnet, Grafitstift, 31.05.2017

20170531_AP_blind02BG

Agnes, blind gezeichnet, Ölpastell olivgrün, 31.05.2017

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Agnes, blind gezeichnet, Ölpastell blau, 31.05.2017

20170531_AP_blind04BG

Agnes, blind gezeichnet, Ölpastell rot, 31.05.2017

 

Danach zeichnete ich noch zwei flotte Badezimmerselbstportraits – mit dem Tag war heute sowieso nichts „Vernünftiges“ anzufangen. Diese Skizzen zeige ich dann aber erst später mit einer Auswahl der vielen anderen Selbst-Schnellskizzen, die ich die letzte Woche angefertigt habe.

Das Blindzeichnen war für mich eine sehr gute Erfahrung und ich habe es bestimmt nicht zum letzten Mal gemacht. Vielmehr scheint es mir eine gute Methode, um mich einzuzeichnen und dabei locker zu werden.