Erwachen

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Ein Herantasten an ein neues / altes Thema, zunächst im A4 -Format mit Tusche.

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Bitte Aufladen!

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Dass mein Akku kurz vor Jahresende alle ist, finde ich nicht allzu erstaunlich. Deshalb genehmige ich mir bis zum nächsten Jahr eine Blogpause. Es geht kaum noch Input in mich hinein und auch das Schreiben ist mühselig.

Für einen Rückblick auf das Jahr 2017 brauche ich noch ein paar Monate Abstand. Es ist in mancherlei Hinsicht zu viel, in anderer aber zu wenig passiert; aber da ich nicht zerbrochen bin, will ich annehmen, dass ich daran weiter wachse und erstarke. Ein Triumph allein schon nur das eine – ich bin ohne erneuten Klinikaufenthalt durch dieses Jahr gekommen.

Bei manchen von Euch konnte ich  lesen, wie Ihr Euch auf das Weihnachtsfest freut und vorbereitet. Aber ich bin mir sicher, dass für viele andere die kommenden Feiertage mit Schmerz, Angst, Einsamkeit, Trauer und Verlustgefühl verbunden sind. Ich wünsche gerade Euch viel Kraft für die nächsten Tage. Bitte haltet durch!

Für mich hat sich in diesem Jahr die Vorweihnachtszeit endgültig mit negativen Gefühlen verknüpft – höre ich Weihnachten, denke ich an Armut, Ausgrenzung, Obdachlosigkeit. Vorbote war vielleicht, dass ich bereits in meiner Kindheit lang und heftig weinen musste, wenn ich das Märchen vom Mädchen mit den Schwefelhölzern las. Dieses beklemmende Gefühl ergriff mich auch die letzten Tage viel zu häufig.

 

 

Aber ich möchte die Bloggerei für dieses Jahr mit etwas Positivem abschließen und Euch auf Gerdas Kazakous aktuelle Legearbeiten hinweisen – wenn Ihr sie nicht selbst schon kennt (>>HIER<< und >>HIER<< geht es lang, wenn Ihr sie sehen wollt). Für mich sind diese Arbeiten überaus symbolhaft und ich wünsche mir, das kommende Jahr 2018 wird unter jenem Stern der Auferstehung stehen – für mich, aber auch für Euch, mit denen ich mich hier in der Blogwelt inzwischen vertraut und verbunden fühle. Und am liebsten für die ganze Welt, aber vielleicht sollte ich noch nicht nach allen Sternen greifen.

 

 

Jetzt ist dieser letzte Post des Jahres 2017 doch arg rührselig geworden. Wollte ich mich nicht kurz und knapp fassen und Euch einfach nur ein gesundes Wiedersehen im Neuen Jahr wünschen?

Von Herzen alles Gute

Agnes

Kurioses vom Tag

 

Blühende Mandelbäumchen, wie im März – nicht nur an der Bornholmer Straße, sondern auch andernorts in Berlin.

Es gibt immer noch gereifte Brombeeren – wie im September.

Zwei rotzfreche Kolkraben in der Berliner Innenstadt; einer von ihnen gibt mir mit dem Flügel eins auf die Mütze. Die Nebelkrähen, die sonst das Stadtbild dominieren, sind schon davongeflattert.

Die erneute Entdeckung von „gravierenden Defiziten bei den technischen Systemen“ des BER (Tagesspiegel, taz) ist hingegen gar nicht kurios und ich würde lauthals hämisch lachen, wenn nicht das ganze Projekt wie ein schwarzes Loch jene Steuergelder einsaugen würde, die an anderer Stelle doch so sinnvoll eingesetzt werden könnten.

Und ziemlich ernüchternd die Entdeckung, dass auch gute Freunde von guten Freunden der Überzeugung sind, in diesem Land funktioniere das Sozialsystem, „richtige“ Armut gäbe es hier gar nicht, die Arbeitslosen wären einfach nur zu faul und die Depressiven würden sich nur nicht anstrengen wieder gesund zu werden: „Sport treiben, ’n Job suchen und dann wird det allet wieda jut.“ Gut, dass ich das jetzt auch weiß.

 

Was vom Leben übrig blieb

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Wohnen unter der Brücke. Es mag in der Herbstsonne bunt und romantisch aussehen. Die Realität ist weit davon entfernt. Prenzlauer Berg in Berlin, 06. November 2017

 

Wahrscheinlich habe ich heute eine gute Nachricht bekommen. Eine sehr gute. Eine ausgezeichnete. Eine, die die Schlinge, die ich die letzten Wochen um meinen Hals spürte und die sich enger und enger zog, die mich die inzwischen fast nicht mehr atmen ließ, gelockert hat. Ich befinde mich nun in einem Schwebezustand. Kann ich schon aufatmen? Wie viel kann noch passieren und das vorläufige Happy End in ein unsägliches Drama verwandeln?

Noch habe ich die rettende Information nicht schriftlich. Noch stehe ich unter Strom. Mein Körper ist im Stressmodus. Wann endlich kommt der Brief? Kommt der Brief?

Während ich nun heute wieder Hoffnung schöpfe, meine Wohnung halten zu können, wird wird diejenige des kranken Alkoholikers und Messies geräumt. Nach einem Wasserschaden vor ein paar Monaten habe ich nur ein paar Zentimeter des Wohnungseingangs erahnen können. Unter Müll und Zeitungsfetzen. Dort lebte ein Mensch. Lange. Im Sommer, wenn es draußen heiß war, sank der faulige Gestank aus dem vierten Stock bis ins Erdgeschoss. Die Kinder aus dem Kinderladen verzogen dann immer die Gesichter: Bei Euch stinkt es ganz eklig!

Heute riecht das ganze Haus riecht nach Desinfektionsmittel. Das Räumkommando, zierliche junge Männer, die kein Wort Deutsch verstehen, trägt zarte Handschuhe und einen dünnen Mundschutz. Wahrscheinlich setzen sie ihre Gesundheit aufs Spiel und bekommen sie für diese traurige Arbeit nicht einmal einen Appel und ein Ei.

Es rumst und poltert, dass ich fürchte, das Haus bricht zusammen. Der Müllberg im Hof wächst und wächst, ausgesetzt den neugierigen, abfälligen, angeekelten Blicken der Nachbarn, Eltern, Kinder. Die Matratze ist schimmlig schwarz und löchrig. Der Kühlschrank braun verklebt und rostig. Riesige ranzige Müllsäcke versperren den Weg. Was von einem Leben übrig blieb.

Ich versuche, nicht an diesen Menschen zu denken, den ich nicht gekannt, nicht einmal gesehen, sondern immer nur gerochen habe. Trotzdem frage ich mich, wie es ihm nun gehen mag. Hat er Hilfe bekommen? Ist er in einer Klinik? Gehört er nun zu den unzähligen Obdachlosen unserer Stadt? Ist er tot? Die traurigen Gedanken stechen mitten in mein Herz. Dabei will ich mich heute freuen. Darüber, dass mein Schicksal, mein menschengemachtes Schicksal, nun doch noch eine gute Wendung nehmen wird. Hoffentlich.

Atem schöpfen auf dem Zweitblog

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Das Zeichnen „niedlicher“ Motive und bunter Kinderbilder ist, wie mehrfach bereits geschrieben, einer meiner Hauptskills, wenn der schwarze Hund Besitz von mir ergreifen will.

Da die Herbstzeit für mich diesbezüglich sehr kritisch ist, werden wohl die nächsten Wochen viele kitschig-bunte süße Bildchen folgen.

Mein Zweitblog Miezies Abenteuer soll ein kleines Heile-Welt-Paralleluniversum sein, auf dem ausschließlich positive Bilder ihren Platz finden – nicht, um den Kopf in den Sand zu stecken und der Realität zu entfliehen, sondern um Atem zu schöpfen und Kraft zu tanken, sich den Problemen des Alltags zu stellen.

Wer von Euch sein oder ihr Inneres Kind mit „netten“ Bildchen erfreuen will – oder gar die eigenen Kinder oder Enkel unterhalten, sei herzlich eingeladen, Miezies Abenteuern zu folgen.

 

Zum heutigen Beitrag geht es hier.

Wider den Herbstblues

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Der Chor, August 2017, (c) Agnes Podczeck

 

Üblicherweise beginne ich bereits im August, wehmütig zu werden, das nahende Ende des Sommers zu betrauern und mich vor den dunklen, kalten und nassen Herbst- und Wintermonaten zu fürchten.

Natürlich weiß ich, dass das unnütz ist; der Sommer wird vergehen, wie jedes Jahr. Ändern kann ich daran nichts, solange ich in dieser Klimazone lebe und mit meinem Gram mache ich mir nur selbst das Leben schwer. Das ist mir alles klar, glasklar – vom Verstande her.  Aber einige von Euch werden selbst erfahren haben – das Wissen um Zusammenhänge ist das eine. Eine ganz andere Angelegenheit sind die tatsächlichen Emotionen, die Stimmen, die sich im Inneren regen und die jeglicher Vernunft zum Trotz die Gefühlswelt in einer Art und Weise beeinflussen, die rationalem Denken, Wissen und Verstand absolut nicht zugänglich sind.

Und so waren auch einige Tage im diesjährigen August geprägt von einem unbestimmten Gefühl der Gefahr, der Bedrohung, des nahenden Endes. Der kommenden Dunkelheit. Verbunden mit einem tragischen und mich selbst blockierenden Zusammenhang: je schöner und heller die Tage, desto trübsinniger die Stimmung, desto größer die Angst und desto stärker blockiert mich die drohende Wand der baldigen Dunkelheit.

Noch ist die Wand nicht dicht genug, dass mich mich nicht gegen sie wehren kann. Drum will ich nun genau das Gegenteil von dem tun, wonach mir zumute ist und hoffe – ja vertraue sogar – auf Selbstkonditionierung.

Den September begrüße ich hier mit diesem tierischen bunten Chor.

Ich mache mich auf die Pirsch nach den bunten Farben des eintreffenden Herbstes. Vermehrt wird wird es wieder Fotobeiträge von meinen Achtsamkeitsspaziergängen geben, bei denen ich Schönheit der neuen Jahreszeit entdecken und die allmählichen Veränderungen bewusst wahrnehmen werde.

Zudem habe ich eine neue Kraftquelle für mich entdeckt. Ich habe letzte Woche ein Gebiet Wald in der Schorfheide entdeckt, mit der Bahn bequem und kostengünstig erreichbar und dennoch menschenleer. Kilometerweit kann ich gehen, ohne eine Straße zu queren, ein Auto zu hören, auch nur einer Menschenseele zu begegnen. Der Wald ist dicht und so abwechslungsreich, wie ich es so nahe bei Berlin niemals vermutet hätte. Die Kraft, die mir eine einzige einsame Waldwanderung dort gegeben hat, machte mir den nötigen Mut, dass ich die kommende Zeit nicht nur überstehen, sondern auch werde genießen können.

Für alle, die ähnlich mir mit dem Sommerende hadern: morgen soll es den ersten Die-Schönheit-des-Herbstes-Beitrag geben. Vielleicht habt Ihr ja Lust, Euch anzuschließen? Dann verlinke ich Euch gern.

Zweite Blüte

 

 

Als ich heute durch den Tiergarten fuhr, leuchteten mir vereinzelte weiße Rhododendrenblüten entgegen. Merkwürdig, dachte ich und fürchtete sofort, die Pflanzen seien durch den nassen Sommer durcheinander gekommen und würden nun ihre Blüten für den nächsten Mai bereits jetzt verpulvern.

Bei verschiedenen Online-Gartenratgebern fand ich Beruhigung. Eine Nachblüte komme bei manchen Arten gelegentlich vor und habe keinerlei Auswirkung auf die Blütenfülle im folgenden Jahr. Da kann ich also beruhigt die Schönheit der Blüten genießen.

***

Gab es auch vergangenes Jahr eine solche zweite Rhododendrenblüte? Ich kann mich nicht daran erinnern, würde mich aber nicht wundern, wenn ich die Blüten vor lauter früher Furcht vor dem baldigen Herbst gar nicht wahrgenommen hätte. Vor einem Jahr war ich voller Panik und fühlte mich unfähig, das Jetzt wahrzunehmen. Das Morgen schien riesig drohend vor mir zu lauern, alle Freude verursachte vielfachen Schmerz.

Diesem damaligen Weltuntergangsgefühl ist es aber auch zu verdanken, dass ich nun mein einjähriges Blogjubiläum feiern kann, denn in einer spontanen Sofortaktion legte ich eines Abends diesen WordPressaccount an und veröffentlichte das Gedicht, das mir am Nachmittag zuvor auf einer Bank im Tiergarten aus der Feder gesprungen war. Ich bin es noch immer, und doch bin ich eine andere, als die, die diese Zeilen schrieb.

https://agnesblogsite.wordpress.com/2016/08/09/first-blog-post/

Mein Dank gilt Euch, die Ihr hier lest und kommentiert und die Ihr selbst so spannende Beiträge schreibt, dass ich oft das Gefühl habe, dass sich mein Gedankenhorizont dank dieses Austausches Stück für Stück weitet.

 

 

 

 

Teufel oder Beelzebub – Antibiotika statt Antidepressiva?

 

Ursprünglich hatte ich vorgehabt, nicht nur auf die nachfolgend verlinkte Arte-Doku „Depression – Neue Hoffnung?“ zu verweisen, sondern auch für alle jene, die nicht die Zeit haben, eine einstündige Dokumentation zu gucken, eine inhaltliche Zusammenfassung sowie meinen eigenen Kommentar dazu zu geben.

Nun hatte ich selbst leider nie die Muße diesen Beitrag inhaltlich fundiert zu formulieren – andere Themen und Fragen drängten sich immer in den Vordergrund; Die Doku selbst ist aber nur noch drei Tage lang in der Arte-Mediathek zu sehen. So verweise ich hier erst einmal nur kommentarlos auf die Doku und zitiere aus der Zusammenfassung der Arte-Website:

„Weltweit verfolgen Forscher eine neue Spur, um das dunkle Geheimnis der Depression zu lüften. Ihre Vermutung: Das Immunsystem ist der Schlüssel, um die Krankheit zu verstehen – und wirkungsvoll zu bekämpfen. Könnte es sein, dass Stress oder falsche Ernährung Infektionen auslösen, die bei der Entstehung einer Depression eine entscheidende Rolle spielen? Viele Wissenschaftler antworten auf diese Frage mittlerweile mit einem klaren Ja. Zumindest bei einem Teil der Depressiven, die bisher als hoffnungslose Fälle galten, bei denen klassische Antidepressiva nicht wirkten. Letztlich geht es um Millionen Patienten, die dringend auf neue Therapiemöglichkeiten hoffen. Denn ihr Leidensdruck ist extrem groß: Sie leben in einer Welt der Düsternis, aus der es für sie kein Entkommen zu geben scheint. Und die gängigen Antidepressiva wirken bei einem beträchtlichen Teil der Patienten nicht. Könnte es tatsächlich möglich sein, dass solche Patienten künftig mit entzündungshemmenden Medikamenten erfolgreich behandelt werden können? Ein vom renommierten Wellcome Trust gefördertes Konsortium aus Universitäten und Pharmafirmen geht dieser Frage nach und sucht in einer mehrjährigen Studie nach neuen Wirkstoffen. Und welche Rolle spielt Stress bei der Entstehung von Depression? George Slavich von der University of California vermutet, dass die Wirkung von sozialem Stress auf das Immunsystem der Schlüssel sei, um die Depression zu verstehen. Der Film dokumentiert, wie die Forscher mit modernen bildgebenden Verfahren, Immun- und Genanalyse die Prozesse an der Schnittstelle zwischen Körper und Gehirn, zwischen Physis und Psyche untersuchen.“

Regie: Dorothee Kaden, Carsten Schollmann, D 2016

Quelle: http://www.arte.tv/de/videos/063624-000-A/depression-neue-hoffnung

 

Wenn Ihr die Doku bereits gesehen habt oder die nächsten Tage noch zu schauen schafft und vielleicht eigene Gedanken zu den vorgetragenen Thesen habt, dann schreibt gerne einen Kommentar oder einen eigenen Beitrag auf Eurem Blog und informiert mich über die Kommentarfunktion, falls ich Euch nicht folgen sollte oder den Beitrag im Reader übersehe.

 

Mut zur Veränderung

 

Gerda Kazakou (https://gerdakazakou.com) gab mir heute in ihrem Kommentar den letzten Stups, Layout und Headerbild meines Blogs anzupassen.

Ich hatte bereits länger schon darüber nachgedacht, dass das düstere Schwarz im Hintergrund und das traurige Gesicht im Headerbild, nicht mehr ganz zu mir passen und auch mit Clara (https://chh150845.wordpress.com) hatte ich vor Wochen schon einmal eine kurze Unterhaltung zu diesem Thema.

Ich schrieb Gerda heute als Antwort, dass ich auf meinen inneren Impuls warten würde, die Seite anzupassen. „Entscheidungen zu fällen, Loszulaufen oder auch Dinge loszulassen“ fiele mir eben noch immer schwer.

Sodann wollte ich mich wieder auf mein Sofa zurückziehen, denn heute habe ich das Gefühl, meinen Kopf nach so vielen Impulsen während der letzten Tage und Wochen dringend in den Sand stecken zu müssen.

Dann aber ratterten die Gedanken. Mein Homepagelayout hat mich schon mehrere Wochen lang gestört und doch hatte ich es bisher einfach nicht geschafft, dem Veränderungsdrang nachzugeben. Warum?

  1. Perfektionismus: Wenn schon Änderung, dann würde ich natürlich alles perfekt machen wollen. Die Seitenstruktur überprüfen, Korrektur lesen, ein neues Gravatar-Bild und und und. Keine halben Sachen ist mein Motto, was aber eben auch sehr hemmend sein kann. Denn was nicht perfekt zu werden verspricht, wird eben auch schwer angefasst.
  2. Entscheidungen fällen: welches neues Layout, Hintergrundfarbe, Schriftfarbe, Headerbild ja/nein und wenn, dann welches? Für mich eine meterhohe Hürde.
  3. Loslassen – Immerhin habe ich mich an das alte Layout gewöhnt. Es ist nun weg, vorbei, im Mülleimer der www. Aber das bedeutet ja – Trennung!, Verlust!, in gewissem Sinne ja auch Sterben! Irgendwie war der Blog eine gewisse Konstante, ein Pflock, ein Fels während der letzten Monate. Geht das nicht verloren mit dem neuen Äußeren? Natürlich weiß ich – der „verständige“ Teil in mir -, dass es hier nur um Äußerlichkeiten geht, Kinkerlitzchen. Absolut nicht der Rede wert. Dennoch – das Kindlein in mir jammert, klammert, ist betrübt.
  4. Der wichtigste Hinderungsgrund aber: Ich hatte / habe Furcht vor dem Versagen. Was ist, wenn ich auf meinem weiteren Weg scheitere? „Verdiene“ ich überhaupt ein fröhliches Layout oder bin ich eine Lügnerin, eine gemeine Betrügerin, die Euch nur einen angeblichen Fortschritt vorspielt? Jede Besserung, jeder kleine Schritt nach vorne, den ich tue, macht mir Angst, denn die Fallhöhe nimmt zu. Je besser es mir geht, desto tiefer kann der Absturz sein. Und wenn ich stürze, so behauptet mein depressives, kleines, krankes, angstdurchdrungenes Ich, dann bin ich selbst schuld, war ich nicht fleißig genug, nicht achtsam genug, habe nicht genug Sport gemacht, habe meine depressiven Gedanken nicht unter Kontrolle. Denn schließlich habe ich eine läppische Volkskrankheit, mit der Abertausende auch ihr Leben auf die Reihe kriegen, arbeiten gehen und sich um ihre Familie kümmern. (ja, „verrückt“, oder? Je öffentlicher das Thema Depression diskutiert wird, je mehr bekannt wird, dass so viele Menschen diese Krankheit haben und eben halbwegs damit zurechtkommen und nicht ewig unten auf dem Boden bleiben, um so größer wird der Druck, den ich verspüre. Denn ich muss auch so erfolgreich wie all die anderen DepressionsüberwinderInnen sein.)             …….Und was hat das jetzt mit dem Layout zu tun? Nun, ich habe einen ganz schrecklichen Hang zu Symbolik, symbolischen Akten. Ein hoffnungsvolleres Blogdesign steht symbolisch für meine Fortschritte im Kampf gegen die / mit der Krankheit. Eine Anpassung des Designs der Seite erhöht also auch den selbstgeschaffenen Leistungsdruck: „Dieses Niveau musst Du halten. Schaffst Du das nicht, bist Du eine Versagerin.“

Gedanke reihte sich an Gedanke, während ich auf dem Sofa lag – nur an Ruhe war nicht mehr zu denken. Also stand ich auf, setzte mich an den PC und — nahm Gerdas Impuls auf (Danke hier nochmal an Dich) und installierte ein neues Theme. Siehe da, da ist es nun.

Das reicht an Worten. Finde ich. Jetzt will ich mit meinem Kopf ganz schnell wieder tief zurück in den Sand stecken!