S-Bahn-Skizzen (15)

 

S-Bahn-Skizzen vom Donnerstag. Eigentlich stammt nur eines aus der S-Bahn (S1). Die anderen aus der U7 und der U6, unter Schöneberg, Kreuzberg und Mitte.

Die auf der vorletzten Skizze gezeichnete Dame hatte eigentlich auch einen Kinderwagen dabei. Aber sie bewegte sich ständig, beugte sich zu ihrem Kind und zurück, außerdem war die U-Bahn voll und beständig stellten sich Menschen in meinen Blickfeld. Also wandte ich mich der Frau auf der letzten Zeichnung zu.

Genau diese Unwägbarkeiten gefallen mir aber. Ich fange an zu zeichnen, nach drei Strichen aber verschwindet das Modell aus meinem Blickfeld. Menschen bewegen sich, gucken aufs Handy, aus dem Fenster, selten in ein Buch. Perspektivisch „richtige“ Zeichnungen gibt es nicht, allenfalls eine Annäherung. Aber gerade um Perfektion geht es mir hier überhaupt nicht, eher um das Einfangen eines Momentes, eines Gefühles, einer Stimmung. Um die Suche nach dem Menschen und dem Menschlichen. Hier „sind“ die Leute irgendwie in einem „Sein“ in einer Zwischensituation, in einer Wartehaltung, in einer kleinen oft ungewollten Auszeit von den Dingen, die sie sonst tun würden. Habt Ihr bessere Worte dafür? Es fällt mir schwer, meine Gedanken hierzu zu beschreiben.

Das S-Bahn-Zeichnen gefällt mir so gut, dass ich, falls es finanziell im Januar irgend möglich ist, eine Monatskarte kaufen möchte, S- und U-Bahn-Fahren, gucken und zeichnen.

 

 

 

 

 

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Unterwegs

Letzte Woche, als es so aussah, als würde der Himmel über uns zusammenstürzen und eine Unwetterwarnung der nächsten folgte, verzichtete ich auf das Fahrradfahren und nahm S- und U-Bahn.

Das ist hin und wieder ganz interessant, um nach markanten Gesichtern Ausschau zu halten. Manchmal folge den Konturen der Profile nur im Geiste, aber neulich hatte ich Skizzenbuch und Fineliner griffbereit und zeichnete. Ihr alle, die ihr unterwegs zeichnet, kennt das übliche Problem: das erwählte Modell dreht und wendet ständig den Kopf. Oder es setzt sich ein anderer Mensch genau ins Bild. Kaum hat man sich den veränderten Bedingungen angepasst, wird die Bahn voll und stehende Fahrgäste verdecken jegliche Sicht.

Immerhin eine halbwegs vorzeigbare Skizze ist dabei herausgekommen, allerdings habe ich sie aus den genannten Gründen aus dem Gedächtnis fertig gezeichnet.

 

20170629_FrauBG

Tiergarten

 

Neun Tage lang hatte ich Tilda, die vermutlich ausgesetzte Schildkröte, nicht gesehen. Ein wenig hatte ich schon Hoffnung, ein Tierfreund könnte sie an einem geeigneten Ort untergebracht haben, aber heute lag sie wieder auf ihrem gewohnten Baumstamm in der Sonne.

Tilda war nicht allein. Die Einkindgänsefamilie – Ganter, Gans und Gössel -, die in diesem Teil des Tiergartens lebt, graste nahe bei ihr am Ufer und ließ sich von einer Passantin fotografieren. Dann glitten alle drei ins Wasser und schwammen davon. Das Gänseküken ist schon fast ein Teenie, staunte ich. Die Fotos, die ich hier heute zeige, sind vom sechsten Juni. Inzwischen ist das Kleine noch viel größer geworden.

 

Die kleine Skizze ganz unten ist am Dienstag entstanden, als es recht kühl und eine meiner Lieblingsbänke im Tiergarten unbesetzt war. Als ich das Skizzenbuch schon fast wieder zuklappen wollte, schwamm noch eine Entenfamilie in mein Sichtfeld. Die musste ich dann auch noch auf dem Papier unterbringen.

 

 

 

 

 

Meine beiden Katzen

 

… zeichne ich, wie Ihr bereits wisst, sehr gern. Die tun mir natürlich selten den Gefallen, lange genug in einer mir genehmen Position zu bleiben, bis ich mit der Zeichnung fertig bin.

Die letzten Tage habe ich die beiden ausgiebig – mit Zeichenblock und Bleistift – beim Fressen beobachtet. Da Lina sehr gierig ist und schlingt, sind da nur kurze Schnellzeichnungen möglich.

Die dünnen Bleistiftstriche auf Aquarellpapier der heutigen Abendfütterung habe ich mit Feder und Tusche verstärkt.

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Futterneid, Feder und Tusche, 13.06.2017

Von der gestrigen Zeichnung zeige ich nur Lina. Sieht irgendwie unbequem aus, oder? Hauptsache, das Essen rutscht gut und schnell die Kehle hinunter. Dann passen bestimmt noch die Futterreste der Schwester in den großen Katzenmagen.

20170612_LiLot
Beim Fressen, Feder und Tusche, 12.06.2017

Die dritte Katzenbildversion ist Lotta in Lauerstellung, mich beim Frühstück beobachtend. Gut, dass ich ein Blatt Papier und den Fineliner griffbereit hatte.

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Auf der Lauer, Fineliner, 13.06.2017

Rosen und welkende Sonnenblume

 

 

Rosenblüten eignen sich perfekt für Zeichenübungen und sind derzeit überall in der Stadt zu finden. Jedoch – je nach Windstärke halten auch diese Modelle nie wirklich still und an locker bewölkten Tagen muss man auch mit dem Wechsel von Licht und Schatten zurechtkommen.

Dennoch ziehe ich eine Blüte am lebenden Strauch einer perfekt ausgeleuchteten abgeschnittenen Blume in der Vase zu Hause vor. Schnittblumen machen mich irgendwie auch traurig. Nochzumal ich inzwischen genug Informationen über konventionelle Massenblumenzucht habe, um gerne auf die stete Vasenblütenpracht zu Hause zu verzichten. Doch hat sich doch einmal eine Schnittblume in mein Haus verirrt, wird sie als lieber Gast behandelt, gehegt und gepflegt. Und gezeichnet! Wie diese Sonnenblume, die W geschenkt bekam und die beim Fahrradfahren einiges an Federn (Blütenblättern) lassen musste. Ich habe mich an Feder, Pinsel und Tusche probiert, die mir prompt auf der linken Vasenseite verlief. Also hier nur ein Ausschnitt der heutigen Zeichnung.

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Sonnenblume, welkend (c) Agnes Podczeck

 

Nach der Fahrraddemo

 

… eine kurze Rast im Tiergarten, wo die Fahrradsternfahrt endete.

Bevor es dann nach Hause ging, nutzte ich die Zeit für eine kleine Schnellskizze, weil ich hoffte, die beiden erschöpften Demonstranten würden still und reglos liegenbleiben. Sobald ich den Stift angesetzt hatte, begann der Herr links jedoch zu zappeln, stellte den einen Fuß auf und dann den anderen, bewegte Hände und Kopf. Der zweite Herr immerhin blieb – halbwegs – ruhig. Der Sitzende? Nun …

 

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Schnellskizze, Die Rast, Fineliner, Skizzenbuch A5 (c) Agnes Podczeck

 

Der ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad Club) hat bereits seine erste Meldung zur heutigen Demo veröffentlicht, und zwar hier.

Youtube-Blogger haben ebenfalls schon einige Filme eingestellt, zum Beispiel den unten angezeigten von der Durchfahrt durch den Britzer Tunnel auf der Autobahn A100 – definitiv das Highlight der reichlich 32 Demonstrationskilometer, an denen W und ich uns beteiligten.

W und ich haben unterwegs reichlich fotografiert – wie mindestens die Hälfte der 100.000 Teilnehmenden (laut ADFC) auch – , wobei die meisten der Fotos für Euch weniger interessant sein dürften. Ich überlege mir noch, ob und wenn dann welche Bilder ich Euch hier zeigen werde.

 

 

Zwei kleine Draußenskizzen

 

Heute zwei kleine Skizzen mit dem Fineliner, die unterwegs im Tiergarten entstanden sind. Eine abgeblühte Rhododendronblüte und ein junger Trieb – Vergänglichkeit und Neubeginn, sowie ein Fächer des schönen urtümlichen Farns.

Ich wünsche Euch einen guten Start ins Wochenende!