(Gegen)perspektiven

 

Am Sonntag schlenderten W und ich wie üblich den Mauerpark entlang. Ich trödelte, blieb überall stehen, sei es, um die Vorbereitungen für ein Straßen(Park-)konzert festzuhalten, die Wolkenformationen abzulichten oder mich in die Flora am Rand der inzwischen trocken-gelben Parkwiese zu vertiefen. So merkte ich zunächst nicht, dass W unterdessen seinerseits die Gegenperspektive einnahm und im gleichen Augenblick wie ich auf den Auslöser drückte, nur diesmal die Motivfängerin ins Objektiv nahm.

Drei dieser Gegenpaare zeige ich hier:

 

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Rhabarber und Hyazinthe 4

 

Rhabarber und Hyazinthe hatten letzte Woche einen kleinen Wachstumsschub; als spürten sie, dass sich der Winter nun dem Ende nähert und eine Zeit des Wachstums und der Erneuerung beginnt. In wenigen Stunden endet das letzte Februarwochenende in diesem Jahr. Kaum kann ich es begreifen. Dass nun der Frühling beginnen soll, erscheint mir unfassbar. Und doch zwitschern es die Vögel von den Bäumen und Hausdächern – ja, es ist wahr!

 

 

Rhabarber und Hyazinthe 3

Rhabarber und Hyazinthe 2

Rhabarber und Hyazinthe

 

 

 

Friedhofsflucht

 

Rhabarber und Hyazinthe

 

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Ich lebe in einem der Berliner Gründerzeitviertel, dicht bebaut mit engen und dunklen Hinterhöfen. Kleine Vorgärten vor den Mietshäusern, wie es zum Beispiel in der Nähe meiner Klinik gibt, fehlen hier.

In den letzten Jahren ist es bei uns dennoch immer grüner geworden. Manche meiner Nachbarinnen und Nachbarn verschönern durch kleine Ordnungswidrigkeiten unsere Straßen: da werden Blumentöpfe und riesige Erdkübel, selbstgebaute kleine Hochbeete und Sitzbänke auf auf den Fußwegen postiert, gehegt und gepflegt. Zwischen Beton und Autos grünt und blüht es also auch bei uns.

Die ersten Vorboten der neuen Kübelgartensaison durfte ich heute bereits entdecken: in meiner Straße treiben bereits Rhabarber und Hyazinthe einträchtig nebeneinander aus. Wie wundervoll!

 

 

 

Sonntagssonne

Für den heutigen Sonntagsspaziergang habe ich mir einen „richtigen“ Fotoapparat ausgeliehen und die Bilder nicht mit dem Handy gemacht. Gerade da ich ja die kleinen Veränderungen der Natur und oft unbeachtete Details fotografisch festhalten möchte, ist so ein guter Apparat mit entsprechender Auflösung natürlich etwas wundervolles. Ich muss mich da allerdings noch etwas weiter einfuchsen.

Trotz der eisigen Nachttemperaturen treiben einige Sträucher und Bäume in der Spätjanuarsonne weiter aus. In den Schrebergärten an der Bornholmer Straße hat der Mohn bereits recht große Blätter und ich vermute, dass es Phlox ist, der vorwitzig einige Millimeter aus der Erde lugt. Warum will er nicht noch ein paar Wochen ruhen? Die eigentlichen Frühblüher – Schneeglöckchen, Krokusse, Hyazinthen – sind jedenfalls noch tief unter der Erde verborgen.

Am Weißensee