Licht im November

 

Es ist wohl nicht nur die feuchte Kälte, sondern auch die Dunkelheit, die den meisten von uns im November zu schaffen macht.

Die Tage sind kurz. Selten genug lassen Wolken eine Lücke, durch die die Sonne auf uns nieder scheinen kann. Doch wenn sie scheint, dann steht die Novembersonne so flach am Himmel, dass ihre Strahlen kaum über die Hausdächer reichen und den städtischen Asphalt berühren können.

Genau jetzt scheint mit der richtige Zeitpunkt, mich mit zwei sehr unterschiedlichen Bildern an Myriades Fotoprojekt zum Thema Licht zu beteiligen.

 

 

 

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Die letzten Blätter des Jahres

 

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Die Innenstadt ist wärmer als das nackte Land. Ich staune, wie viele Bäume noch an ihren bunten Blättern klammern. Nicht immer kann ich mich über die Farben freuen, aber ich versuche doch, jeden Tag wenigstens einmal innezuhalten und den Anblick wahrzunehmen, aufzusaugen, zu genießen.

Endjahresstimmung kommt auf, aber ich will im Hier und Jetzt bleiben.

Stehenbleiben. Durchatmen. Weitergehen.

Himmelstänzerin

 

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Fotomontage: Himmelstänzerin, © Agnes Podczeck 2017

 

Eine kleine Spielerei aus Zeichnung und Fotografie. Das Foto stammt aus meiner Reihe Dancing with the moon, aus der ich bereits drei Bilder (hier) gezeigt habe.

Noch ein wenig steif ist die Tanzende dort oben am Himmel. Sie weiß noch nicht so recht, was das ganze soll. Kann sie sich wirklich entspannen und darauf einlassen? Darf sie sich fallen lassen?

Die letzten Abende habe ich noch mehrere dieser kleinen Tänzerinnen gezeichnet. Weitere Montagen werden gewiss folgen.

Im Mondenschein

 

Am Montag in der S-Bahn habe ich eine junge Frau mit Kopfhörern skizziert. Sie stieg aus,  ich kitzelte weiter, frei nach Schnauze und frei vom Original, das ich nur noch wenig im Gedächtnis hatte. Am Dienstag, nach meiner erleichternden Nachricht, entschied ich plötzlich, dass diese Frau nicht blass und farblos bleiben dürfe, übertrug die Skizze auf Markerpapier und gestaltete die Flächen farbig. Die Zeichnung scannte ich ein und experimentierte mit einigen Fotografien, die neulich Abend mit bewegter Langzeitbelichtung entstanden. Die Ergebnisse finde ich gar nicht so übel.

 

Ursprüngliche S-Bahn-Skizze und Markerzeichnung:

 

 

Herbstleuchten (10) – Novembergrau

 

Gewohnheiten. Rituale. Routinen. Mancher verabscheut solche Regelmäßigkeiten. Aber es gibt Dinge, die helfen mir – gerade jetzt – , meinem Leben einen Rahmen zu geben, sind ein Krückstock. Egal wie gut oder schlecht es mir geht: sonntags gibt es einen Fotospaziergang. An den Herbstmontagen dann den Herbstleuchtenbeitrag hier. Aber heute ist mir ganz besonders wenig nach Leuchten und ich hatte darüber nachgedacht, den Beitrag einfach ausfallen zu lassen. So ein Blog ist doch kein Muss, sondern soll Spaß machen. Auch mir. Aber genau das weiß ich doch, dass das Durchsehen der Fotos und das Schreiben des Beitrags mir gut tut. Freude bringt. Also frisch ans Werk!

Gestern war es überwiegend bewölkt und dunkel. Heute hingegen strahlte die Sonne geradezu höhnisch. Der Himmel war vor solchem Azurblau, dass ich noch einmal den Fotoapparat nehmen musste und die sonnenbeschienene Farbenpracht auf Festplatte brachte.

Ich zeige dennoch jetzt die „grauen“ Bilder von gestern, denn gehört nicht gerade auch das Dunkle und Trübe zu dieser Jahreszeit? Auch scheinbar triste Tage sollen hier ihr Recht bekommen, die Schüchternen und die Introvertierten, die genauso ihre tollen Seiten haben, aber im Vergleich mit den knalligen lauten Rampensauundsonnentagen immer im Schatten stehen. Denn wer genau hinsieht …