Frühlingsdüfte

Manche Kastanien blühen noch, aber die Fliederblüte ist für meinen Geschmack ein wenig zu schnell vorübergegangen. Überhaupt – der Mai – soll er denn schon vorüber sein? Wann, bitte, sind die letzten Wochen an mir vorbeigegangen?

Leider lässt sich die Zeit mit Achtsamkeitstraining zwar besser erleben (oder überhaupt erLEBEN, fühlen, spüren). Aber warum lässt sie sich denn nicht auch anhalten? Ich fange jetzt schon an, mich wieder vor den dunklen und kalten Herbsttagen zu fürchten, vom Winter ganz zu schweigen. Das ist ziemlich dumm und nutzlos, wie ich weiß. Der Herbst kommt, wann er kommt. Zunächst stehen uns ja wohl noch einige schöne Sommertage bevor.

Konzentriere ich mich also auf das Jetzt; ich lasse meine Augen das saftige Grün und die bunten Frühlingsblumen genießen. Vor allem aber nehme ich diese intensiven Frühsommerdüfte wahr. Einer meiner Lieblingsdüfte ist der der Holunderblüte. Ich könnte stundenlang neben solch einem Strauch stehen bleiben und den Duft tief in mich einsaugen.

20170528_Holunder732
Holunderblüte, 28.05.2017, (c) Agnes Podczeck
20170528_Holunder753
Holunderblüte, 28.05.2017, (c) Agnes Podczeck
20170528_Holunder757
Holunderblüte, 28.05.2017, (c) Agnes Podczeck
20170528_Holunder758
Holunderblüte, 28.05.2017, (c) Agnes Podczeck
Advertisements

Scharbockskraut

Manchmal fühle ich mich wie ein kleines Kind, das die Welt entdeckt. Was ich früher alles übersehen habe! Nun blicke ich auf meinen Spaziergängen links und rechts, bleibe stehen, bücke mich, betrachte Knospen und Blüten von ganz nah. Manchmal fotografiere ich sie. Wenn ich ohne Fotoapparat unterwegs bin, mache ich mich auch kleine Skizzen, um zu Hause nachzulesen, welche Pflanzen ich da „entdeckt“ habe.

 

Neu in meinem Wahrnehmunghorizont: das wunderhübsche Scharbockskraut. In manchen Parks der Stadt steht es in großen, gelb leuchtenden Gruppen. Nach meinem Empfinden ist es eine echte Augenweide.

 

 

Zu einer Zeit, als es noch nicht zu jeder Jahreszeit frisches Gemüse zu kaufen gab, war das Scharbockskraut für viele Menschen eine (Über)lebensquelle, denn seine Blätter strotzen vor Vitamin C. Zum Kosten ist es jetzt allerdings zu spät, denn sobald das Kraut in voller Blüte steht, sollte man es allenfalls getrocknet genießen.

Die ersten Kastanienblüten des Jahres

 

 

Gestern beim Abendspaziergang hatte ich es schon gesehen – die ersten Kastanienblütchen an „meiner“ vorwitzig frühen Kastanie (siehe dieser Beitrag) ist aufgegangen. Alle anderen Kastanienbäume am Falkplatz lassen sich mit der Blüte noch ein wenig Zeit.

Über die ersten Blüten hatte ich mich gestern so sehr gefreut, dass ich heute noch einmal mit Fotoapparat wiederkehren und Euch zeigen wollte.

Ich wünsche Euch einen wundervollen Freitag!

 

 

Goldröschen

 

 

Bald geben Forsythie und Kornellkirsche den gelbblühenden Staffelstab an das Japanische Goldröschen weiter, das uns teilweise bis in den August hinein mit seinen gelben Blüten erfreuen kann.

Das Goldröschen ist auch als Kerrie oder Ranunkelstrauch bekannt und zählt zu den Rosengewächsen. Mit der Ranunkelblume ist es übrigens nicht verwandt.

In seiner Urform hat der Strauch die für diese Pflanzengattung üblichen fünf Blütenblätter. Die hier fotografierte Blüte ist eine gefüllte Zuchtvariante.

Ich habe mir erlaubt, einen kleinen Zweig abzubrechen und als Zeichenvorlage mitzunehmen. Die Vase und die Blätter perspektivisch darzustellen, fand ich dieses Mal besonders schwierig. Zur Fehlerkorrektur habe ich mich durch eine dunkle Schraffur der Vase zu retten versucht, finde das Ergebnis aber noch nicht optimal. Aber aus Fehlern lernt man bekanntlich.

 

Gelbe Blütenvielfalt

Seit ich vor einiger Zeit die Blüte der Kornellkirsche entdeckt habe (mein damaliger Beitrag hier), springen mir gelb blühende Frühjahrsbüsche besonders ins Auge. Wo immer ich kann, trete ich näher um die Blütenform genau zu betrachten. So manche Forsythie hat sich dabei als Kornellkirsche entpuppt, wobei beide Arten hier in der Stadt gern als Heckenpflanzen gesetzt wurden. Dann gibt es auch noch den gelb blühenden Winterjasmin, dem ich früher ebenfalls den Stempel „Forsythie“ aufgedrückt hatte. Vom Winterjasmin habe ich kein selbstgemachte Foto, aber für alle von Euch, die es interessiert, hier Kornellkirsch- und Forsythienblüten im Vergleich. Die Bilder können durch Anklicken vergrößert werden.

Aus meinem Skizzenbuch 8

 

Die Sonne wärmt meine Seele! Geht es Euch genauso oder gehört Ihr zu denen, deren Stimmung vollkommen wetterunabhängig ist? Ich komme mir vor wie ein Fähnchen im Wind, hin- und hergeworfen von meteorologischen Hochs und Tiefs.

Am Sonnabend ging es mir so gut, dass ich, als ich auf der Straße einen guten Bekannten traf, eine ganze Weile vergnügt mit ihm sprechen konnte – ohne Verlegenheit, ohne Angst, ohne Stottern.

Am Sonntagmorgen hatte ich ja in der frühmorgendlichen Stille für Zeilenendes Fotoprojekt eine Runde um die Groth-Baustelle gedreht und die wärmenden Sonnenstrahlen hatten mich so sehr aufgeladen, dass ich mich ein paar Stunden später noch einmal mitten ins Mauerparkgetümmel wagte.

Nicht ohne Grund heißt es, man könne „in einer Menschenmenge untertauchen“, denn genau dieses schrecklich laute Gewusel, in dem ich mich unsichtbar wähnen konnte, half mir dabei, es eine Weile in der Masse auszuhalten, mich mit Bleistift und Skizzenbuch zwischen die Leute zu setzen und wild draufloszukritzeln und ein Strichmännchen (oder hieße es Strichfrauchen?) neben das andere zu setzen. Unglaublich, wie viele Menschen am Sonntag unterwegs waren!

20170327_FalkplatzBG
Skizzenbuch A5, Unter der Birke, Bleistift, 27.03.2017
20170326_Mauerpark2BG
Skizzenbuch A5, Märzsonntag im Mauerpark, Bleistift, Kohlestift, 26.03.2017

Dagegen wirkte es am Montagnachmittag im benachbarten Park mehr als beschaulich und so zeigt die gestrige zartere Skizze nur zwei Studenten unter einer austreibenden Birke.