Septemberabend

 

Freitagabend. Die Septembersonne steht tief; taucht die Stadt in goldenes Licht. Wer kann, ist unterwegs und tankt die letzten Strahlen. Wohl denen, die innehalten können und den Moment genießen, während der Mond weise und geheimnisvoll über den Häusern steht.

 

Advertisements

Platanenkunst

Diese Bilder habe ich vor einiger Zeit mit der Handykamera aufgenommen und lediglich die Größe reduziert.

Farbtöne und Muster dieser Platanenrinde finde ich unbeschreiblich schön.

Es lohnt sich jeden Tag, mit offenen Augen durch die Natur (auch in der Stadt) zu gehen.

 

Genuss der kleinen Dinge

Ich gebe zu, mir fällt es schwer, diese Tage wie heute zu lieben, an denen es nicht einmal richtig hell wird. Der Schnee kommt nur auf Stippvisite, um sich auf dem städtischen Betonboden umgehend in Matsch zu verwandeln. Nasse Kälte kriecht unter den Mantel, Hosenbeine und Schuhe werden nass, auch wenn man sich Mühe gibt, die Schneepfützen zu umspringen. Ich möchte beim Anblick des Nassschnees murrend einen Flunsch ziehen und verwünschen, dass ich in der für mich unpassenden Klimazone lebe.

Aber ich lerne, das Unveränderliche zu akzeptieren und auch in diesem Grau wunderschöne Augenblicke zu erleben. Ich lebe jetzt und nicht erst dann, wenn die Frühlingssonne wieder wärmt.

Wer ganz genau hinsieht, kann auch an grauen Matschewettertagen unvergleichlich schöne Dinge entdecken:

Die Tautropfen an den Sträuchern glitzern und funkeln. Der jungfräuliche Schneematsch auf der Wiese knirscht behaglich unter den Schuhsohlen und das satte Grün der Nadelsträucher hebt sich saftig vom weißglitzernden Schnee ab.

 

Grünes Treiben über Eis

Bauklötzer habe ich gestaunt, als ich heute an mehreren Sträuchern bereits fette Blattknospen und zarte grünsaftige Blattspitzen entdeckt habe, während die Berliner Seen immer noch vereist sind. Beginnt das grüne Treiben wirklich schon Ende Januar?

Es tut mir gut, auf meinen manchmal umwegreichen Wegen von der Klinik nach Hause genau hinzusehen und die Veränderungen in der Natur zu beobachten. Ich habe heute mit einer Mitpatientin darüber gesprochen. Auch ihr helfen achtsame Gänge durch die Natur, das Betrachten einzelner Blätter oder Zweige, die sich im Wind bewegen, treibender Wolkentiere oder der Spiegelungen des Wassers, Negativgedanken und Grübelspiralen zu unterbrechen, im Hier und Jetzt zu sein.