Mahnmal gegen den Krieg

 

Nur zwei Wochen lang stehen sie am Brandenburger Tor, die drei „Aleppo-Busse“, die der Künstler Manaf Halbouni dort als symbolisches Mahnmal gegen den Krieg aufstellen ließ. Nur noch bis morgen, 26.11.2017, ist diese Installation dort zu sehen.

Normalerweise meide ich diesen hauptsächlich von Touristen bevölkerten Ort; in diesem Fall aber machte ich eine Ausnahme, wollte ich diesem Denkmal meine Ehre erweisen.

Irgendwie standen sie da so unspektakulär, die Busse, als eine von vielen Attraktionen, die die Stadt für Touristen zu bieten hat. Wie viele Berlinerinnen und Berliner haben das Monument gesehen? Eigentlich, dachte ich, gehört das Denkmal – gerade in unserer konsumgeprägten Vorweihnachtszeit – vor einen der glitzernden Shoppingtempel dieser Stadt. Wobei – in Berlin werden wir an jeder Straßenecke mit Armut und Leid konfrontiert, dass viele von uns wohl schon solch dicke Filter aufgesetzt haben, dass sie bestimmte Dinge einfach nicht mehr sehen.

 

 

Ich erlaube mir, diese Bilder im Rahmen von Paleicas „Magische Mottos 2017“ zu verlinken. Ihr Motto für den November ist streetart.  Zu ihrem Artikel bitte —HIER— entlang. Auch wenn das übliche Bild, das wir von streetart haben das von  – mal mehr mal weniger kunstvoll – besprayten Hauswänden ist – gemein haben die Graffiti-Kunst und seine Skulptur: sie ist (oft) hoch politisch und meist ebenso umstritten.

 

Apropos umstritten: untenstehendes Foto wurden mir dankenswerterweise zugeschickt:

IMG_2036.jpg
Saubere Wände = Höhere Mieten? Hauswandkritzelei im Berliner Friedrichshain

Mehr Worte möchte ich an dieser Stelle gar nicht verlieren. Wer mehr über diese Installation lesen möchte, sei auf diverse Zeitungsberichte zum Thema verwiesen, wie z.B. hier in der taz:

https://www.taz.de/Skulptur-Monument-in-Berlin/!5461717/

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Layered

 

 

Woche für Woche sprayen KünstlerInnen aus aller Welt hier am Mauerpark ihre Motive. Zu meiner Freude sind es immer öfter auch Frauen, die ihre Bilder in den öffentlichen Raum tragen.

Streetart ist kurzlebig. Schicht für Schicht werden alte durch neue Motive übermalt und so entsteht mit der Zeit eine dicke Lackschicht, die sich in großen Flatschen von der Mauer löst.

Die hier gezeigten Fotos warten seit ein paar Wochen auf den geeigneten Moment zur Veröffentlichung. Als ich das aktuelle Motto der PHOTO CHALLENGE auf The Daily Post sah – Layered – konnte ich gar nicht anders, als die Bilder nun endlich und in diesem Rahmen zu zeigen.

https://dailypost.wordpress.com/photo-challenges/layered/

 

 

 

I told you how to change the world

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Streetart am Berliner Mauerpark, gefunden am 2. Juli 2017, Artist: marycula

 

BewohnerInnen von Städten werden das Phänomen der als-Flaschenammelnde-meist-ältere-Menschen-sichtbaren Armut zur Genüge kennen und ich habe auf diesem Blog mehrfach erzählt, dass ich aus meinem Fenster direkt auf die Mülltonnen blicken kann und somit fast täglich mit diesem traurigen Anblick konfrontiert werde.

Ob nun Marx damals DIE richtige Antwort auf die auch damals schon heiß lodernde soziale Frage wusste, kann und soll in diesem Rahmen nicht beurteilt werden. Mit dem festen Vorhaben, es Kapitel für Kapitel gewissenhaft durchzuarbeiten, habe ich mir vor vielen Jahren „Das Kapital“ gekauft, muss aber zugeben, dass es neben anderen un- oder halb gelesenen Büchern noch immer im Regal auf meine ungeteilte Aufmerksamkeit wartet.

Immerhin, das Kommunistische Manifest las ich erstmals vor knapp dreißig Jahren:  als Siebentklässlerin habe ich im Nachwendejahr einen gewiss naiven Schulvortrag (frei gewählt) gehalten, in dem ich mich – hochernst! – mit der Frage beschäftigte, warum wohl der Sozialismus gescheitert sei. Ein Thema, das vielleicht nicht unbedingt typisch für ein Mädchen meines Alters ist, mich aber damals arg umtrieb. Als mein großer, kluger, belesener und von mir immer geschätzter, bewunderter und verehrter großer Bruder von dem Thema hörte, drückte er mir wortlos jenes kleine Büchlein in die Hand. Ich habe es gelesen, ernsthaft, mehrfach, und daraus zitiert – schon allein meines Bruders wegen, um ihm zu gleichen, ihm zu gefallen. Was mir schon allein ob des Altersunterschieds und der dementsprechend fremden Welten, in denen wir lebten (und leben) nicht gelingen konnte; und ob ich das Manifest damals wirklich verstand, möchte ich bezweifeln. Aber später trug ich lange Jahre dieses kleine rote Büchlein in meiner Schultasche – zusammen mit Maxi Wanders „Guten Morgen Du Schöne“, das ich leider eines Tages auf unserem Schulhof liegen ließ.

 

 

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Streetart am Berliner Mauerpark, gefunden am 2. Juli 2017, Artist: marycula

Internationaler Frauentag

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Graffiti am Mauerpark zum 8. März, fotografiert am 20.2.2017

Heute vor 106 Jahren demonstrierten erstmals Frauen in Deutschland, Österreich, Dänemark und der Schweiz gemeinsam für Gleichberechtigung in Teilhabe von Frauen am politischen und gesellschaftlichen Leben auf die Straße. Nicht um Sonderrechte ging es ihnen, sondern um die Durchsetzung von Menschenrechten auch für Mädchen und Frauen, so Clara Zetkin in einer Rede von 1910.

Blicken wir uns heute bei uns und in der Welt um, so müssen wir sehen, dass gleiche Chancen und Gleichbehandlung aller Menschen unabhängig (nicht nur) vom Geschlecht immer noch ein unerreichtes Ziel sind. Von einem menschenwürdigen Leben können auch heutzutage viele Menschen auf der Erde nur träumen.