Der graue Wolf

 

Dieses Bild liegt mir besonders am Herzen und ich habe es einem mir sehr liebem und wunderbaren Menschen geschenkt. Passend zum Motiv ist das Bild eine Übermalung, die ebenfalls eine Übermittlung war – das Bild „Hoffnung“ hatte ich Euch vor einigen Monaten bereits gezeigt. Es mit dem Antlitz eines grauen Wolfes zu übermalen, erschein mir die mir einzig angemessene Weiterbearbeitung.

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Nörgelheini, Rohrstocklehrer und der gute Wolf

 

Eine Kollegin in der Ergotherapiepraxis hat mich heute darin unterstützt, ein Anschreiben vorzubereiten, mit dem ich einen passenden Platz für mein großformatiges Bild vom Steppenwolf suche.

Widerstreitende Gefühle – einerseits denke ich, dass mein Bild nicht gut genug ist, dass es niemand haben will, dass ich mich damit blamiere (ja, entgegen anderslautender Kritik!; denn – wie es viele von Euch auch aus eigener Erfahrung kennen – ich vergleiche mich ausschließlich mit denen, die etwas viel besser können als ich, damit ich dann schön demütig das Haupt senken und mich klein fühlen kann. Es ist eben ein langer langer langer Prozess, den ich beschreite, aber es geht eben nur stufenweise und der gestrenge Lehrer mit dem Rohrstock feixt).

Der Anstoß, dass ich mich doch getraut habe, potentielle InteressentInnen anzuschreiben, lag letztenendes darin, dass mein Bild in der Praxis natürlich Platz wegnimmt, was mir wiederum ein schlechtes Gewissen macht (ich sollte mich schämen, so viel Raum einzunehmen!, greint der innere Nörgelheini).

Nörgelheini gegen Rohrstocklehrer – das war ein Gefecht, puh! Nun sind aber ein paar E-Mails verschickt und beide innere Kritiker sind erschöpft und halten mal die große Klappe.

 

Hier nochmal die Bilder vom Steppenwolf und auch vom Fliegen, für das ich auch ein Asyl suchen will. Für den Fall, dass Ihr Interesse habt bzw. wüsstet, wer es wollen könnte, dann am besten E-Mail an i_udelnow at hotmail . com . Das ist die Adresse, die ich am häufigsten abfrage.

 

 

Stillleben Apfel und Bananen

 

 

Vergangene Woche habe ich in der Ergotherapie zwei Rahmen gebaut, mit Leinwand bezogen und grundiert.

Heute konnte ich dann die erste verwenden. Diesmal kein Wolfsmotiv, sondern ein Stillleben in Ölfarben.

Dabei habe ich mich – angeregt unter anderem auch von den reduzierten Farbübungen von Antje Gilland (siehe z.B. >HIER<), aber auch, weil ich nicht immer so viele Farbtuben ins Offene Atelier „schleppen“ will, auf die Farben Englischrot und Zitronengelb sowie schwarz und weiß beschränkt. Das hat Spaß gemacht und ist mir besser gelungen als gedacht. Das Offene Atelier eignet sich, wie ich festgestellt habe, perfekt zum Malen von Stillleben. Es ist um ein Vielfaches heller als zu Hause, so dass ich sowohl die Leinwand gut sehe als auch den Schatten, den das Obst wirft. Und dann übe ich „nebenbei“ auch noch, unter und mit Menschen zu sein.

 

 

 

Steppenwolf sucht Asyl

 

 

Seit Juli werkele ich ja im Offenen Atelier der Ergotherapie an dem großen Bild vom einsamen Wolf in der Steppe. Mit Unterbrechungen – Urlaub, Infekte, Vorbereitungen für die „Ausstellung“, von ich statt zu malen meine Bilder sortierte, rahmte und aufhängte.

Anfangs benutzte ich die Gouache-Farben, die es in der Ergotherapiepraxis zur freien Verfügung gibt. Die sind ja wasservermalbar und wasserlöslich, zudem nicht vollständig deckend. Bei zu vielen Schichten übereinander reißt außerdem die Farbe auf. Das sind jedenfalls die Erfahrungen, die ich in der Ergotherapie gemacht haben, wo ich diese Gouachefarben übrigens erstmals benutzte. Kurz gesprochen: ich hatte wenig Ahnung, mit welchem Material ich da arbeitete.

Ich arbeite gern intuitiv, spontan und nach Laune. Da erweisen sich Gouachefarben manchmal als schwierig – wenn sich zum Beispiel Fehler bei der Formung des Wolfskörpers und andere kleine Änderungen der Haltung usw. nicht mehr vollständig korrigieren lassen, sondern immer wieder durchschimmern. Oder wenn eine Blauübermalung eines ehemals gelben Hintergrunds plötzlich grün leuchtet, weil sich beide lösbaren Farben miteinander vermischt haben. Grün hat aber, meinem Empfinden nach, in diesem Bild absolut nichts zu suchen. Also ging ich wieder mit anderen Farben über das schauderhafte Grün und eine besonders schlechte Stimmung ließ mich dem Wolf außerdem einen orkanartigen Sturm entgegen schleudern, was das Bild so schrecklich unruhig machte, dass es mir auch wieder missfiel.

Also entschied ich mich, meine Ölfarben von zu Hause mitzubringen und trug eine sehr dünne Farbschicht (Ölfarbe mit Leinöl gemischt) über den Gouache-Untergrund auf. Den Naturgesetzen sei dank vermischten sich Wasser- und Ölfarben tatsächlich nicht und selbst die dünne Ölschicht deckte an den gewünschten Stellen in ausreichendem Maße. Langsam entwickelt sich das Bild in eine Richtung, mit der ich zufrieden bin.

Morgen habe ich wieder Ergotherapietermin und ich werde vielleicht noch ein paar korrigierende Striche zufügen, den Wolfsbauch minimal abdunkeln, um ihm mehr Tiefe zu geben usw.

Dann aber will ich das Bild wieder ein paar Wochen „ruhen“ lassen und später mit Abstand entscheiden, ob es „fertig“ ist.

 

Langsam wird es an der Zeit darüber nachzudenken, wo das bestimmt knapp zwei Meter breite Bild denn dann hängen soll. Ich habe zu Hause keinen Platz dafür. Ihr gewiss auch nicht, um Wolfsasyl anzubieten. Ob irgendein gemeinnütziger Verein Platz für eine Bildleihgabe hätte? Es wäre mir natürlich lieb, wenn das Bild irgendwo hängen könnte , aber das garstige Teufelchen in mir macht mich ganz unsicher („Wer wird sich so etwas freiwillig irgendwo hinhängen?!? Dazu ist es wirklich nicht gut genug“). Was meint Ihr?

 

Ölgemälde: Weggefährten

Meine zeichnerische Auseinandersetzung mit dem Thema Raben (siehe gestriger Beitrag) mündete heute darin, dass ich dieses Ölgemälde um diese fliegenden schwarzen Vögel ergänzte. Nun ist es – vorerst – fertig und trocknet.

Vielleicht ist es im August mal für einige Stunden öffentlich zu sehen. Aber darüber schreibe ich eines anderen Abends.

 

20170719_WeggefaehrtenBG
Weggefährten, Öl auf Leinwand, 40*50 cm, Juli 2017

Stillleben

Orangen, Stillleben, Öl auf Acryl, 30*24 cm  Leinwand auf Keilrahmen
Orangen, Stillleben, Öl auf Acryl, 30*24 cm Leinwand auf Keilrahmen

Als ich meine zwei allerbesten Busenfreundinnen im April fragte, ob und welches Bild von mir sie sich jeweils wünschen würden, zeigten beide auf zwei kleine Stillleben, Ölfarbe auf Leinwand. Naturgemäß wollten sie aber natürlich nicht diese, sondern zwei eigens für sie angefertigte Bilder. Sie sei gespannt, was ich mir für sie überlegen würde, meinte A, was meinen eigenen Antreiber und Leistungspeitscher nicht unbedingt besänftigte.

Nun hatte ich ja während meiner Klinikzeit und noch lange danach keine Gelegenheit und auch nicht die Kraft für die Ölmalerei – abgesehen davon, dass ich ja noch nicht so lange male und meine Erfahrungen mit diesen Farben sowieso recht spärlich waren. So hatte ich entsprechend große Hemmungen, diese Farben wieder zu benutzen. Aber vor ein paar Wochen ist der Knoten geplatzt und so stehe ich immer wieder an der Staffelei und probiere mich an Stilleben aus.

Das hier gezeigte Bild war das erste Nachklinikölstillleben. Die Früchte gefallen mir gut, aber der Teller war eine Herausforderung . Das liegt auch an der besonderen Schwierigkeit, die die Lichtverhältnisse der Wohnung und die Verderblichkeit des Obstes bei gleichzeitiger langer Arbeitsdauer an einem Bild mit sich bringen. Die Beleuchtung so zu arrangieren, dass die Schatten annähernd ähnlich fallen, erschien mir unmöglich, nochzumal ich die Orangen ständig aß und durch neue, etwas anders geformte, ersetzte, damit sie nicht schimmelten (was mir tatsächlich einmal passiert war).

Ein erstes Bild, von dem ich denke, dass es auf die eine der beiden passt, ist bereits fertig und da ich denke, dass es schade ist, dass ich es bald hergeben muss, ist es wohl ganz ansehnlich, wenn auch nicht „perfekt“ geworden. Ich zeige es hier jetzt aber noch nicht, um bei den beiden die Vorfreude und die Spannung nicht zu verderben.