Im Park

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Im Park, Skizzenbuch A5, Tusche, 17.10.2017
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Herbstleuchten – Ende August

 

Beginnen möchte ich meinen Beitragszyklus Herbstleuchten  –  Wider den Herbstblues (siehe gestern) mit einem kleinen Rückblick auf den vergangenen Sonntag, als ich für Zeilenendes Fotoprojekt ohnehin mit dem Fotoapparat unterwegs war und nicht nur die Groth-Baustelle, sondern auch die kleinen Anzeichen des beginnenden Herbstes ablichtete.

In diesem Jahr war der Sommer in Berlin weniger heiß, dafür aber sehr feucht und so sind die Wiesen in den Parks auch zum Ende des Sommers noch erstaunlich grün, das Gras steht teils dicht und hoch. Sogar nahe des viel belaufenen Mauerparks, am Falkplatz. Aus der Ferne betrachtet wirkt der Park noch sommerlich.

Auch blühende Sträucher bezaubern noch immer mit ihren leuchtenden Blütenfarben.

Die Früchte des Ahorns beginnen abzutrocken und seine Blätter bekommen einen kleinen welken Rand.

Sichtbarstes Zeichen für den sachte ankommenden Herbst: die Kastanien, deren Blätter schon sichtlich welken. Die großen Rosskastanienbäume, die im Sommer zartrosa und weiß blühten,  hängen über und über mit Früchten. Die sogenannte Edelkastanie – die Rotblühende Rosskastanie – zeigt hingegen nur sehr wenige und sichtbar verschiedene Früchte.

 

Seit letzten Sonntag, als die Aufnahmen entstanden,  hat sich bereits wieder einiges in der Natur verändert und es sieht um einiges herbstlicher aus. Den Fotoapparat hatte ich die Woche über aber bewusst nicht bei mir, sondern ich wollte zunächst einmal nur bewusst wahrnehmen und die interessanten Anblicke in meinem Gedächtnis statt auf einer Festplatte speichern. Aber frische „echte“ Fotos folgen schon bald.

 

 

Im Park

 

In ziemlichen Einklang mit mir selbst war ich am Montag. Wenn das kein gelungener Start in mein neues Leben als Frau von Vierzig ist?!

Buchstäblich auf Händen getragen fühlte ich mich. Nachmittags im Park – mein Thron in der Hängematte. Auf keinem Sofa liege ich bequemer! Später ein paar Kritzeleien, die zu einem runden Tag dazugehören.

Vierzig werden ist gar nicht so doof, wie ich befürchtet hatte.

Zwei Monate

 

Zwei Monate erst ist es her, dass ich die ersten Gössel, die Küken der Kanadischen Wildgänse, die im Berliner Tiergarten leben, entdeckte. Damals waren sie noch winzig, tapsig und hatten statt Federn einen kuschelweichen Flaum.

Bereits vergangene Woche staunte ich, wie schnell sich aus den niedlichen Küken so große stolze Gänse entwickelt haben. Auf den ersten Blick sind die heranwachsenden von den erwachsenen Kanadagänsen schwer zu unterscheiden.

Was macht eigentlich …

 

… die Kornellkirsche?

 

 

Vor blühenden Zierbäumen, Kirschen, Äpfeln, Schlehen und allem, was sonst noch alles blüht und unsere Augen wie auch Nasen bezaubert, fallen die inzwischen grünen Sträucher kaum mehr auf.

Jetzt sind die jungen Blätter gut zu erkennen, die ganz klar zeigen, dass sich die Pflanze nicht nur in ihrer Blütenform von Kirsche, Apfel und Co unterscheiden.

 

Hier als Rückblende noch einmal die Bilder aus dem März:

 

Ganz und gar nicht plump!

 

 

Die Stechpalme fand ich bisher wenig anziehend. Trist und ruppig steht sie in den Parks und sah zwischen denn anderen Bäumen und Sträuchern für meinen „früheren Geschmack“ recht plump und lumpig aus.

Aber mit meinen „neuen Augen“, geöffnet durch das Achtsamkeitstraining, habe ich nun die wunderhübschen Blüten dieses immergrünen Strauchs entdeckt. Nicht nur, dass sie zierlich und liebreizend aussehen, sie verströmen auch noch einen ganz wunderbaren zarten Duft.

Es lohnt sich also, auch der Stechpalme ein wenig Beachtung zukommen zu lassen.

Mut am Sonntag

 

Auch diese Woche kann ich stolz auf meine „Leistung“ am Sonntag sein. Wieso setze ich das Wort „Leistung“ in Anführungsstriche? Es ist, vor dem Hintergrund der Schwere des depressiven und phobischen Schubs, den ich hinter mir habe, schon eine riesige Leistung, sonntags durch den vollen Mauerpark zu laufen. Ich gehe anonym in der Masse unter, ja, das hilft mir. Dass mein Freund dabei ist, hilft mir auch. Aber ich habe ja keine Tarnkappe auf und es ist schon eine ganze Menge Input – für die Augen, Ohren und auch den Geruchssinn -, den die Besucher des Berliner Mauerparks verarbeiten müssen.

Je sonniger die Sonntage, desto voller ist der Park. Seht selbst! Ich habe der Bildergalerie noch zwei Aufnahmen vom vergangenen Sonntag eingefügt. Da wurde ich für meinen Spaziergang nämlich durch die Musik einer besonderen Straßenmusikerin belohnt: Alice Phoebe Lou. Vielleicht hat ja die eine oder der andere schon einmal von ihr gehört.

Diesen Sonntag begleitete ich meinen Freund außerdem kurz in die Wohnung eines Freundes von ihm. Darauf bin ich besonders stolz. Ich habe mich dort zwar eher an den beiden tollen Hunden „festgehalten“, aber einige Sätze sind doch über meine Lippen gekommen. Wow!

Außerdem ein Spaziergang durch die Oderberger Straße, die vor Touristen fast bersten wollte. Ich kann es ihnen nicht verdenken, denn die Straße ist gerade im Frühling und im Sommer besonders schön. Ein Blumenkübel reiht sich an das nächste Beet; die Mehrzahl ist wohl von Café- und Restaurantbetreibern angelegt, die natürlich an einer hübschen Gestaltung der Straße ein sehr leibliches Interesse haben.

Als Schlusswort ein Beispiel dafür, wie ich positives Denken trainiere: Letzten Montagmorgen bin ich erneut durch den Park gelaufen und wollte sehen, wie sehr er durch das bunte Treiben in Mitleidenschaft gezogen wurde. Der Morgen war kühl und grau. Dort, wo gestern noch die Bands spielten, machten heute ein paar Mütter ihre Rückbildungsgymnastik. Am Rande saß ein Obdachloser, noch in seinem Schlafsack gewickelt. Die Flaschensammler waren wohl in der Nacht noch umhergegangen, denn Pfandflaschen lagen keine mehr herum. Und ja, die Wiese war vermüllt, aber nicht so schlimm, wie ich es befürchtet hatte. Von den vielen tausend Besuchern hat die überwiegende Mehrzahl ihren Müll mitgenommen. Das ist doch ein gutes Zeichen, oder?

 

Scharbockskraut

Manchmal fühle ich mich wie ein kleines Kind, das die Welt entdeckt. Was ich früher alles übersehen habe! Nun blicke ich auf meinen Spaziergängen links und rechts, bleibe stehen, bücke mich, betrachte Knospen und Blüten von ganz nah. Manchmal fotografiere ich sie. Wenn ich ohne Fotoapparat unterwegs bin, mache ich mich auch kleine Skizzen, um zu Hause nachzulesen, welche Pflanzen ich da „entdeckt“ habe.

 

Neu in meinem Wahrnehmunghorizont: das wunderhübsche Scharbockskraut. In manchen Parks der Stadt steht es in großen, gelb leuchtenden Gruppen. Nach meinem Empfinden ist es eine echte Augenweide.

 

 

Zu einer Zeit, als es noch nicht zu jeder Jahreszeit frisches Gemüse zu kaufen gab, war das Scharbockskraut für viele Menschen eine (Über)lebensquelle, denn seine Blätter strotzen vor Vitamin C. Zum Kosten ist es jetzt allerdings zu spät, denn sobald das Kraut in voller Blüte steht, sollte man es allenfalls getrocknet genießen.

Die ersten Kastanienblüten des Jahres

 

 

Gestern beim Abendspaziergang hatte ich es schon gesehen – die ersten Kastanienblütchen an „meiner“ vorwitzig frühen Kastanie (siehe dieser Beitrag) ist aufgegangen. Alle anderen Kastanienbäume am Falkplatz lassen sich mit der Blüte noch ein wenig Zeit.

Über die ersten Blüten hatte ich mich gestern so sehr gefreut, dass ich heute noch einmal mit Fotoapparat wiederkehren und Euch zeigen wollte.

Ich wünsche Euch einen wundervollen Freitag!