Märchenzeit

 

20171129_snegurotschkaBG

 

Endlich ist der Dezember da! Für mich erleichternd, befreiend, aus ganz persönlichen Gründen, über die ich beizeiten erst berichten werde.

Winterzeit ist Märchenzeit. Daher habe ich letzte Woche mir nochmal das Motiv von Snegurotschka vorgenommen, dem Schneemädchen aus dem russischen Märchen, das zumindest zu miner Kindheit dazugehörte.

Dummerweise zeichnete ich auf Steinpapier und benutzte den alten Schulfüller mit einer Patrone aus nicht wasserfester Tinte und beim Ausradieren der Bleistiftvorzeichnung verschmierte nicht nur Snegurotschkas Gesicht. Also nahm ich Acrylfarbe und versah alles noch einmal mit einer Farbschicht. So ganz zufrieden bin ich noch nicht, aber weil heute der erste Dezember ist, will ich unbedingt das Schneemädchen zeigen und damit auch mal wieder üben, dass nicht immer alles perfekt sein muss, um „zu genügen“, denn für einen märchenhaften Gruß an Euch ist die Zeichnung allemals geeignet.

Ich verlinke passend zur Jahreszeit hier noch einmal meine Version des russischen Märchens, vor drei Jahren für einen russischen Märchennachmittag selbst umgeschrieben und später ins häusliche Diktiergerät gesprochen. Viel Spaß beim hören, wenn Ihr mögt.

 

 

Advertisements

Fernweh – Zugreisen

 

Archiv_6-TscheljabinskBG
Bahnhof Tscheljabinsk, Juni 2005, (C) Agnes Podczeck
Ural
Blick aus dem Zugfenster auf den Ural, Juni 2005, (C) Agnes Podczeck

 

Wenige Geräusche machen mich wehmütiger und wecken meine Sehnsüchte mehr als das Rattern eines Zuges auf den Gleisen.

Als kleines Kind fand ich Zugfahren eher langweilig – so wie wohl die meisten Kinder; bis ich, gerade neun Jahre alt geworden, zum ersten Mal eine Zugfernreise machen durfte. Die zweistündige Fahrt nach Berlin dauerte eine gefühlte Ewigkeit. Aber dann, als sich unser Zug des Nachts in Richtung Moskau in Bewegung setzte, wurde ich augenblicklich mit einem Virus infiziert, der bis heute nachwirkt.

Bis heute habe ich bestimmt einige Zehntausende Fahrkilometer hinter mich gebracht. Die letzte große Reise machte ich 2005, vor zwölf Jahren. Natürlich immer im Großraumwagen. Das ist wesentlich günstiger als ein Abteil und es bietet sich immer Gelegenheit, seine Mitreisenden und somit Land und Leute kennenzulernen.

Inzwischen soll das Zugreisen in Russland teuer geworden sein und so rückt wohl nicht nur aus gesundheitlichen und zeitlichen Gründen eine Fernreise Richtung Osten in weite Ferne.

Eines Tages quer durchs ganze Land bis nach Vladivostok, Jakutsk und Magadan und eine Überfahrt nach Kamtschatka (Kamtschatka sehen und sterben?), oder wenigstens nur bis zum Baikalsee … was wäre das Leben, wenn alle Träume bereits erfüllt wären?

 

 

Mein zweiter Beitrag zu Myriades Fotoprojekt zum Thema Weite.