Glück und Sehnsucht

 

20170213_sonnebg

Advertisements

Wieder Dienstag – und doch so anders

Zwischen den Jahren habe ich einen neuen Pfad auf meinem Therapieweg eingeschlagen. Nach einiger Zeit als Tagespatientin auf meiner alten Station bin ich seit heute Patientin in der Tagesklinik auf demselben Klinikgelände. 

Räumlich habe ich mich definitiv verschlechtert – aus den Fenstern der alten Station hatte man so einen herrlich weiten Blick. Ich habe die letzten Wochen so viele wundervolle Sonnenaufgänge beobachtet, wie kaum zuvor in meinem Leben. Nun bin ich wieder in Räumen in einem Erdgeschoss untergebracht – aus den Fenstern Blick auf Mauern und … auf Station 1(!!!). Dort hatte ich ja meine ersten, sehr unangenehmen Kliniktage Ende September bis Anfang Oktober verbracht.   

Zur Tagesklinik, dem Ablauf dort und den Mitpatienten kann ich noch nicht viel sagen. Konzeptionell arbeitet sie ähnlich wie meine ehemalige Station.

Natürlich empfand ich den Tag heute als extrem anstrengend. Der Stationswechsel ist mit Sicherheit für jeden Menschen aufregend und schwierig, um so schlimmer natürlich für Leute wie mich, die ich mich ja in menschlicher Kommunikation und Interkation sehr schwertue und nun also wieder in eine vollkommen neue Gruppe einfügen muss. Für meine Verhältnisse habe ich mich aber – würde ich sagen – recht gut geschlagen.

Ergotherapie gibt es auf in der Tagesklinik auch und ich habe heute ein neues Projekt angefangen. Ich will eine Figur aus Speckstein formen und habe mir dafür einen wunderschönen, an manchen Stellen fast durchscheinenden Stein ausgesucht, der aber nicht sehr einfach zu bearbeiten ist. Ich habe heute eine Stunde lang gesägt und bin einigermaßen ins Schwitzen gekommen. Dass ich dabei nicht weit voran gekommen bin, hat mich nicht gestört, was ich zu einem gewissen Teil auch meiner in den letzten Wochen neu gelernten Geduld zu verdanken habe. Statt mich über vergeudete Minuten zu ärgern, habe ich zunächst in aller Seelenruhe Stein für Stein angesehen, angefasst und in Form, Größe und Farbe geprüft, bevor ich mich dann endlich für „meinen“ Stein entschieden habe. Da ich gern intuitiv arbeite und spontanen Impulsen nachgebe, bin ich schon ziemlich gespannt, worin genau sich der Stein am Ende wird verwandeln lassen.