Genuss der kleinen Dinge

Ich gebe zu, mir fällt es schwer, diese Tage wie heute zu lieben, an denen es nicht einmal richtig hell wird. Der Schnee kommt nur auf Stippvisite, um sich auf dem städtischen Betonboden umgehend in Matsch zu verwandeln. Nasse Kälte kriecht unter den Mantel, Hosenbeine und Schuhe werden nass, auch wenn man sich Mühe gibt, die Schneepfützen zu umspringen. Ich möchte beim Anblick des Nassschnees murrend einen Flunsch ziehen und verwünschen, dass ich in der für mich unpassenden Klimazone lebe.

Aber ich lerne, das Unveränderliche zu akzeptieren und auch in diesem Grau wunderschöne Augenblicke zu erleben. Ich lebe jetzt und nicht erst dann, wenn die Frühlingssonne wieder wärmt.

Wer ganz genau hinsieht, kann auch an grauen Matschewettertagen unvergleichlich schöne Dinge entdecken:

Die Tautropfen an den Sträuchern glitzern und funkeln. Der jungfräuliche Schneematsch auf der Wiese knirscht behaglich unter den Schuhsohlen und das satte Grün der Nadelsträucher hebt sich saftig vom weißglitzernden Schnee ab.

 

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