„Unkraut“ am Straßenrand

 

Auf und an den Fußwegen meiner Straße wird – zur Freude vieler, aber sicher auch zum Groll der Ordnungsfetischisten – der Natur ihren Lauf gelassen. Wo sich zwischen Pflastersteinen und Beton tatsächlich ein Pflänzlein ansiedeln konnte, darf es auch bleiben. Zudem stellen immer mehr Nachbarn Blumenkübel auf die Straße und bepflanzen die tristen und verkoteten Baumscheiben. Dazu ein eigener Beitrag die kommenden Tage.

Hier ein paar Bilder des aktuell blühenden Straßen“un“krautes.

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Hübsche Rauke

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Knoblauchsrauke, 19.04.2017

 

Die Knoblauchsrauke kann man sehr gut essen und die Gefahr, diese Pflanze mit einer giftigen Art zu verwechseln, besteht nicht. Die Pflanze ist eher unauffällig und die Blüten sind klein. Bei genauem Hinsehen kann man aber, so finde ich, ihre Schönheit nicht verleugnen.

Der Fundort der Pflanze schien mir aber wenig appetitanregend und so ließ ich diese Pflanze lieber stehen und verwendete sich als Fotomodell. Bei genauem Hinsehen erkennt man, dass diese Pflanze als Kreuzblütengewächs zur selben Familie wie die Kohlpflanze, die vor meinem Haus blühen darf (siehe hier), das Radieschen und auch die  Wilde Rauke (Ruola) gehört. Beim Durchstöbern des Internets, um mich ein wenig über diese Pflanzenfamilie zu belesen, bin ich auch über den Rat gestolpert, man solle sehr viele Korbblütler essen, denn die in den meisten enthaltenen Senföle trieben – überspitzt ausgedrückt – Krebszellen in den Selbstmord. Nun bin ich skeptisch gegen sämtliche derartige einfache Heilsversprechen, aber die bildliche Vorstellung finde ich recht anregend und außerdem esse ich sämtliche Kohlarten für mein Leben gern. Nichts spricht also dagegen, sie noch häufiger als sonst auf meinen Speiseplan zu setzen.

 

Wer über den Brokkoli-Krebsmythos nachlesen möchte:

https://www.zentrum-der-gesundheit.de/kreuzbluetengewaechse-gegen-krebs-ia.html

 

 

Scharbockskraut

Manchmal fühle ich mich wie ein kleines Kind, das die Welt entdeckt. Was ich früher alles übersehen habe! Nun blicke ich auf meinen Spaziergängen links und rechts, bleibe stehen, bücke mich, betrachte Knospen und Blüten von ganz nah. Manchmal fotografiere ich sie. Wenn ich ohne Fotoapparat unterwegs bin, mache ich mich auch kleine Skizzen, um zu Hause nachzulesen, welche Pflanzen ich da „entdeckt“ habe.

 

Neu in meinem Wahrnehmunghorizont: das wunderhübsche Scharbockskraut. In manchen Parks der Stadt steht es in großen, gelb leuchtenden Gruppen. Nach meinem Empfinden ist es eine echte Augenweide.

 

 

Zu einer Zeit, als es noch nicht zu jeder Jahreszeit frisches Gemüse zu kaufen gab, war das Scharbockskraut für viele Menschen eine (Über)lebensquelle, denn seine Blätter strotzen vor Vitamin C. Zum Kosten ist es jetzt allerdings zu spät, denn sobald das Kraut in voller Blüte steht, sollte man es allenfalls getrocknet genießen.