Warten auf die Wölfe

 

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Wolfshöhle im Wildpark Schorfheide, Skizzenbuch A5, Bleistifte, 03.08.2017

 

Bei unserem letzten Besuch im Wildpark Schorfheide saßen wir lange auf der Aussichtsplattform vor dem Wolfsgehege und warteten auf die Wölfe. Ab und an vernahmen wir Krächzen und Flügelschlag der Raben und hofften immer wieder, dass die Wölfe endlich auf die Lichtung treten würden.

Zum Zeitvertreib skizzierte ich die Wolfshöhle.

Am Abend gaben wir die Hoffnung auf eine Wolfssichtung auf. Unser Heimweg führte noch eine kurze Strecke an den Büschen des Wolfsgeheges vorbei. Dann, plötzlich, sahen wir sie. Zusammengeringelt lagen sie im Schutz der Bäume. Unsere Freude über ihren Anblick hätte nicht größer sein können.

 

 

 

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Der Elch

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Auch dieser Elch war im Wildpark Schorfheide nur aus der Ferne zu beobachten. Diese Großaufnahme habe ich nur der Zoomfunktion meiner Kamera zu verdanken.

Soweit ich bei der Parkführung verstanden habe, sind Elche in Zoos und Wildparks relativ schwierig zu halten, weil sie einen sehr sensiblen Verdauungsapparat haben und auf falsches Futter überaus sensibel reagieren. Das hat die Elche auch vor der Domestizierung bewahrt, denn wie ich inzwischen gelesen habe, sind handaufgezogene Elche zahm und verhalten sich ähnlich wie Hunde (Siehe Wikipedia).

Elche gehören zu den ursprünglich heimischen Tierarten, waren aber seit längerem in Deutschland ausgerottet. In letzter Zeit gibt jedoch immer wieder Sichtungen von Elchen, so dass nicht auszuschließen ist, dass der Elch in Deutschland wieder ansässig werden könnte. (Siehe z.B der NABU Brandenburg dazu hier.)

 

 

 

 

 

Rabenvögel

Rabenvögel

 

Was mich im Wildpark Schorfheide zunächst besonders erstaunte war, dass der Park voller Rabenvögel war. Zum Berliner Stadtbild gehört die auch recht imposante Nebelkrähe. Weder in Berlin noch in Brandenburg waren mir bisher je die schwarzen Kolkraben aufgefallen.

 

Das sei kein Wunder, sagte Imke Heyter, die den Park mit ihrem Vater zusammen konzipiert und aufgebaut hat und heute als Geschäftsführerin leitet, als sie uns durch das Gelände führte. Die im Wildpark lebenden Wölfe zögen die Raben an. Beide lebten in einer Art Symbiose.

 

In der Tat habe ich später zu Hause, als ich mich über Wölfe und Raben im Internet belas, ähnliches gelesen. Raben seien „die Augen der Wölfe“ heißt es etwa in dem Buch des Verhaltensforschers Günther Bloch „„Auge in Auge mit dem Wolf““, über den in diesem Online-Artikel der Frankfurter Rundschau berichtet wird. Ein weiteres Buch, das auf meiner Dringend-Lesen-Liste gelandet ist.

http://www.rundschau-online.de/-die-raben-sind-die-augen-der-woelfe–11564672

 

Seitdem habe ich einige Bildideen im Kopf.

 

Zunächst wollte ich mich dem Thema Rabenvögel aber – gefüttert durch Online-Fotos – mit ein paar Skizzen nähern.

 

Wenn Ihr auf eines der Bilder klickt, öffnet sich die vergrößerte Ansicht.

 

Das Rotwild

Erinnert Ihr Euch an den neugierigen Luchs aus meinem gestrigen Beitrag, der so neugierig die Fütterung des Rotwildes beobachtete?

Das sah in der Tat imposant aus, wie die Herde, ein Tier neben dem anderen, aufgereiht am Futtertrog stand.

 

Bei meinem zweiten Rundgang einige Zeit später lagen sie dann gemütlich zwischen den Bäumen und verdauten.

Der Luchs

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Junger Luchs, Zeichnung, A4 Skizzenbuch, Bleistift, Pastellkreiden, 14.07.2017

 

Zum Thema Luchs fällt mir sofort eines meiner liebsten Kinderbücher ein – Die rote Zora und ihre Bande. Ich habe das Buch wohl zwanzigmal – nein bestimmt noch öfter – gelesen; nur den Anfang habe manchmal überblättert. Zu bewegend, wie Kurt Held den Tod der Mutter, die Beerdigung und die Verlorenheit Brankos beschreibt. Ich habe jedes Mal Rotz und Wasser geheult und bekam eben, als ich das zerfledderte Buch in die Hand nahm und die ersten Sätze las, sofort einen Kloß im Hals.

Im zweiten Teil werden die Kinder von einem Luchs angegriffen, der sie als Nahrungskonkurrenten um seinen gerissenen Fasan betrachtet und werden nur in letzter Sekunde von einem wildernden Bauern gerettet, der sie in seine Hütte aufnimmt.

Schon allein dieser Geschichte wegen ist der Luchs für mich ein märchenhaftes Wesen, stark, schnell, schlau, aufmerksam. Und schön! Wunderschön!

Im Wildpark Schorfheide hatte ich das riesige Glück, einen Luchs ganz aus der Nähe zu betrachten. Sonst sind die Luchse dort weniger geneigt, sich von den neugierigen Parkgästen brav begaffen zu lassen.  Dieser Luchs war aber von der Fütterung des Rotwildes auf der anderen Wegseite so fasziniert, dass er sich gnädig von mir und anderen Besuchern ablichten ließ – bis er erhobenen Hauptes zurück ins dichte Laub entschwand.

 

 

Seht Euch doch mal die riesigen Pfoten dieses schönen Tieres an. Diese und die spitzen Ohren sind wohl die markantesten Luchsmerkmale.

 

Ailaf, Marina und Mayaa …

Ailaf, Marina und Mayaa …

 

… so heißen die drei Jungwölfe, die ich letzte Woche im Wildpark Schorfheide sehen durfte. Die drei kommen aus dem Zoo in Gotha und haben das wirklich große Glück, ihr Wolfsleben in der Schorfheide verbringen zu können, in einem riesigen Wolfsgehege mit genug Rückzugsmöglichkeit. Nur ein Teil des Geheges ist von außen einsehbar. Zwischen den Bäumen des Schorfheidewaldes gibt enormen Auslauf und viel Platz sich zu verstecken. Die Schorfheider Wölfe, wie auch die anderen Tiere des Parks,  werden nicht wie Zoo“objekte“ auf dem Präsentierteller vorgeführt. Statt dessen können die Besucher des Wildparks die Tiere in annähernd natürlicher Umgebung beobachten. Dazu gehört dann aber auch, dass man manche Tiere eben nicht immer zu sehen bekommt. Von den beiden erwachsenen Wölfen habe ich nur einen, und zwar ganz aus der Ferne, entdecken können und das empfand ich als ein besonderes Glück.

Ja, je mehr ich mich mit diesen Tieren beschäftige, umso begeisterter bin ich. Diesen Beitrag schreibt ein inzwischen brennend begeisterter Wolfsfan.

 

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Jungwölfe beim Spiel, Skizzenbuch A4, Bleistift und Grafit, 13.07.2017

 

Vor einer Woche waren die Wolfswelpen noch sieben Wochen alt und lebten im Aufzuchtgehege, gepflegt und beschützt von ihren menschlichen Mamas, von denen immer mindestens eine in ihrer Nähe war. Die Aufzucht durch Menschen in den ersten Lebenswochen ist für in Gefangenschaft lebende Wölfe wichtig, damit diese ihre natürliche Furcht vor uns Menschen verlieren und nicht ihr Leben lang unter Stress durch die Nähe zum Menschen leiden. Doch schon bald, allerspätestens in der zwölften Lebenswoche, ziehen die Jungwölfe zu den beiden erwachsenen Artgenossen um. Die Schorfheider Wölfe sollen „wölfisch“ leben und nicht auf den Menschen fixiert sein.

 

Vor Ort habe ich zwar einige Zeichenversuche gemacht, allerdings waren die jungen Wölfe für mich zu flink. Meine Wolfskind-Zeichnungen (auch siehe hier und hier) entstanden alle anhand der gemachten Fotos. Für den nächsten Schorfheide-Ausflug habe ich mir vorgenommen, stattdessen lieber die Filmfunktion zu nutzen – das würde mir die dreidimensionale Wahrnehmung erleichtern und ich könnte besser erkennen, ob ich neben dem Ohr rechte oder linke Pfote oder aber ganz etwas anderes sehe. Vorerst nehme ich weiter mit meinen Fotos vorlieb.

 

 

Mehr Bilder der drei Wolfskinder und weitere Informationen gibt es übrigens hier:

https://www.wildpark-schorfheide.de/de/neu-im-wildpark-ailaf,-malina-mayaa.html