(Gegen)perspektiven

 

Am Sonntag schlenderten W und ich wie üblich den Mauerpark entlang. Ich trödelte, blieb überall stehen, sei es, um die Vorbereitungen für ein Straßen(Park-)konzert festzuhalten, die Wolkenformationen abzulichten oder mich in die Flora am Rand der inzwischen trocken-gelben Parkwiese zu vertiefen. So merkte ich zunächst nicht, dass W unterdessen seinerseits die Gegenperspektive einnahm und im gleichen Augenblick wie ich auf den Auslöser drückte, nur diesmal die Motivfängerin ins Objektiv nahm.

Drei dieser Gegenpaare zeige ich hier:

 

Advertisements

Nostalgie

Heute war der nun wohl doch letzte Sommerabend.

Wir waren noch lange draußen, haben ihn bis zur letzten Sekunde genossen.

Um die untergehende Sonne tummelten sich bereits die aufziehenden Herbstwolken.

20160916_himmel

Im Park: drei Teenager mit Sofortbildkameras, die sich gegenseitig fotografierten.

Mir fielen fast die Augen heraus. Habe ich die letzten Jahre hinter dem Mond gelebt? Da werden also in Zeiten des endgültigen Triumph der Digitalfotografie für die heranwachensende Generation wieder so altmodische Polaroidkameras hergestellt und verkauft? Nur eben heute ganz in chic und aus Leichtplastik, je nach Teengeschmack in weiß oder schwarz, rosa, lila oder schickem rot. Weil die Kinder ja sonst nicht wissen, wohin mit ihremTaschengeld. Oder schenken sowas Mutti und Vati, Oma oder Opa in nostalgischem Gedenken an die alten Zeiten? Ich habe eben mal nachgeguckt, was so eine Filmkartusche kostet. Hui Ha! Da weiß man dann, was jedes einzelne Foto wert ist.

Faszinierend ist es aber schon: man drückt auf den  Auslöser und es macht klick. Dann summt es und aus der Kamera rollt ein schwarzes Bildchen. Nach und nach werden die Konturen sichtbar und man hält ein lustiges Foto in der Hand. Wie glücklich die drei Kinder bei dessen Anblick schienen.