Bitte Aufladen!

20171212_Fensterkatzen

 

Dass mein Akku kurz vor Jahresende alle ist, finde ich nicht allzu erstaunlich. Deshalb genehmige ich mir bis zum nächsten Jahr eine Blogpause. Es geht kaum noch Input in mich hinein und auch das Schreiben ist mühselig.

Für einen Rückblick auf das Jahr 2017 brauche ich noch ein paar Monate Abstand. Es ist in mancherlei Hinsicht zu viel, in anderer aber zu wenig passiert; aber da ich nicht zerbrochen bin, will ich annehmen, dass ich daran weiter wachse und erstarke. Ein Triumph allein schon nur das eine – ich bin ohne erneuten Klinikaufenthalt durch dieses Jahr gekommen.

Bei manchen von Euch konnte ich  lesen, wie Ihr Euch auf das Weihnachtsfest freut und vorbereitet. Aber ich bin mir sicher, dass für viele andere die kommenden Feiertage mit Schmerz, Angst, Einsamkeit, Trauer und Verlustgefühl verbunden sind. Ich wünsche gerade Euch viel Kraft für die nächsten Tage. Bitte haltet durch!

Für mich hat sich in diesem Jahr die Vorweihnachtszeit endgültig mit negativen Gefühlen verknüpft – höre ich Weihnachten, denke ich an Armut, Ausgrenzung, Obdachlosigkeit. Vorbote war vielleicht, dass ich bereits in meiner Kindheit lang und heftig weinen musste, wenn ich das Märchen vom Mädchen mit den Schwefelhölzern las. Dieses beklemmende Gefühl ergriff mich auch die letzten Tage viel zu häufig.

 

 

Aber ich möchte die Bloggerei für dieses Jahr mit etwas Positivem abschließen und Euch auf Gerdas Kazakous aktuelle Legearbeiten hinweisen – wenn Ihr sie nicht selbst schon kennt (>>HIER<< und >>HIER<< geht es lang, wenn Ihr sie sehen wollt). Für mich sind diese Arbeiten überaus symbolhaft und ich wünsche mir, das kommende Jahr 2018 wird unter jenem Stern der Auferstehung stehen – für mich, aber auch für Euch, mit denen ich mich hier in der Blogwelt inzwischen vertraut und verbunden fühle. Und am liebsten für die ganze Welt, aber vielleicht sollte ich noch nicht nach allen Sternen greifen.

 

 

Jetzt ist dieser letzte Post des Jahres 2017 doch arg rührselig geworden. Wollte ich mich nicht kurz und knapp fassen und Euch einfach nur ein gesundes Wiedersehen im Neuen Jahr wünschen?

Von Herzen alles Gute

Agnes

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Fernweh – Zugreisen

 

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Bahnhof Tscheljabinsk, Juni 2005, (C) Agnes Podczeck
Ural
Blick aus dem Zugfenster auf den Ural, Juni 2005, (C) Agnes Podczeck

 

Wenige Geräusche machen mich wehmütiger und wecken meine Sehnsüchte mehr als das Rattern eines Zuges auf den Gleisen.

Als kleines Kind fand ich Zugfahren eher langweilig – so wie wohl die meisten Kinder; bis ich, gerade neun Jahre alt geworden, zum ersten Mal eine Zugfernreise machen durfte. Die zweistündige Fahrt nach Berlin dauerte eine gefühlte Ewigkeit. Aber dann, als sich unser Zug des Nachts in Richtung Moskau in Bewegung setzte, wurde ich augenblicklich mit einem Virus infiziert, der bis heute nachwirkt.

Bis heute habe ich bestimmt einige Zehntausende Fahrkilometer hinter mich gebracht. Die letzte große Reise machte ich 2005, vor zwölf Jahren. Natürlich immer im Großraumwagen. Das ist wesentlich günstiger als ein Abteil und es bietet sich immer Gelegenheit, seine Mitreisenden und somit Land und Leute kennenzulernen.

Inzwischen soll das Zugreisen in Russland teuer geworden sein und so rückt wohl nicht nur aus gesundheitlichen und zeitlichen Gründen eine Fernreise Richtung Osten in weite Ferne.

Eines Tages quer durchs ganze Land bis nach Vladivostok, Jakutsk und Magadan und eine Überfahrt nach Kamtschatka (Kamtschatka sehen und sterben?), oder wenigstens nur bis zum Baikalsee … was wäre das Leben, wenn alle Träume bereits erfüllt wären?

 

 

Mein zweiter Beitrag zu Myriades Fotoprojekt zum Thema Weite.