Luzifer

 

Heute morgen erwachte ich und statt meiner niedlichen zwei Miezekatzen sah ich vor meinem inneren Auge – – –

 

20170922_LuziferBG

Luzifer, Tusche, Feder, Pinsel auf A4 Papier, 22.09.2017

kein Kuschelkätzchen.

Holla, da haben mich ja die beiden abc-etüden, die wortgeflumselkritzelkram gestern zum besten (zum allerbesten!) gegeben hat, gehörig beeindruckt. Falls Ihr sie auch gelesen habt, wisst ihr ganz gewiss, was ich meine. Falls nicht, dann rate ich Euch dringend: lest! lest! lest! Und zwar in der richtigen Reihenfolge:

https://wortgeflumselkritzelkram.wordpress.com/2017/09/20/abc-etueden-13/

https://wortgeflumselkritzelkram.wordpress.com/2017/09/20/abc-etueden-die-wiedergeburt/

Advertisements

Wider den Herbstblues

20170828_chor_bBG

Der Chor, August 2017, (c) Agnes Podczeck

 

Üblicherweise beginne ich bereits im August, wehmütig zu werden, das nahende Ende des Sommers zu betrauern und mich vor den dunklen, kalten und nassen Herbst- und Wintermonaten zu fürchten.

Natürlich weiß ich, dass das unnütz ist; der Sommer wird vergehen, wie jedes Jahr. Ändern kann ich daran nichts, solange ich in dieser Klimazone lebe und mit meinem Gram mache ich mir nur selbst das Leben schwer. Das ist mir alles klar, glasklar – vom Verstande her.  Aber einige von Euch werden selbst erfahren haben – das Wissen um Zusammenhänge ist das eine. Eine ganz andere Angelegenheit sind die tatsächlichen Emotionen, die Stimmen, die sich im Inneren regen und die jeglicher Vernunft zum Trotz die Gefühlswelt in einer Art und Weise beeinflussen, die rationalem Denken, Wissen und Verstand absolut nicht zugänglich sind.

Und so waren auch einige Tage im diesjährigen August geprägt von einem unbestimmten Gefühl der Gefahr, der Bedrohung, des nahenden Endes. Der kommenden Dunkelheit. Verbunden mit einem tragischen und mich selbst blockierenden Zusammenhang: je schöner und heller die Tage, desto trübsinniger die Stimmung, desto größer die Angst und desto stärker blockiert mich die drohende Wand der baldigen Dunkelheit.

Noch ist die Wand nicht dicht genug, dass mich mich nicht gegen sie wehren kann. Drum will ich nun genau das Gegenteil von dem tun, wonach mir zumute ist und hoffe – ja vertraue sogar – auf Selbstkonditionierung.

Den September begrüße ich hier mit diesem tierischen bunten Chor.

Ich mache mich auf die Pirsch nach den bunten Farben des eintreffenden Herbstes. Vermehrt wird wird es wieder Fotobeiträge von meinen Achtsamkeitsspaziergängen geben, bei denen ich Schönheit der neuen Jahreszeit entdecken und die allmählichen Veränderungen bewusst wahrnehmen werde.

Zudem habe ich eine neue Kraftquelle für mich entdeckt. Ich habe letzte Woche ein Gebiet Wald in der Schorfheide entdeckt, mit der Bahn bequem und kostengünstig erreichbar und dennoch menschenleer. Kilometerweit kann ich gehen, ohne eine Straße zu queren, ein Auto zu hören, auch nur einer Menschenseele zu begegnen. Der Wald ist dicht und so abwechslungsreich, wie ich es so nahe bei Berlin niemals vermutet hätte. Die Kraft, die mir eine einzige einsame Waldwanderung dort gegeben hat, machte mir den nötigen Mut, dass ich die kommende Zeit nicht nur überstehen, sondern auch werde genießen können.

Für alle, die ähnlich mir mit dem Sommerende hadern: morgen soll es den ersten Die-Schönheit-des-Herbstes-Beitrag geben. Vielleicht habt Ihr ja Lust, Euch anzuschließen? Dann verlinke ich Euch gern.

Warten auf die Wölfe

 

20170802_WolfshoehleBG

Wolfshöhle im Wildpark Schorfheide, Skizzenbuch A5, Bleistifte, 03.08.2017

 

Bei unserem letzten Besuch im Wildpark Schorfheide saßen wir lange auf der Aussichtsplattform vor dem Wolfsgehege und warteten auf die Wölfe. Ab und an vernahmen wir Krächzen und Flügelschlag der Raben und hofften immer wieder, dass die Wölfe endlich auf die Lichtung treten würden.

Zum Zeitvertreib skizzierte ich die Wolfshöhle.

Am Abend gaben wir die Hoffnung auf eine Wolfssichtung auf. Unser Heimweg führte noch eine kurze Strecke an den Büschen des Wolfsgeheges vorbei. Dann, plötzlich, sahen wir sie. Zusammengeringelt lagen sie im Schutz der Bäume. Unsere Freude über ihren Anblick hätte nicht größer sein können.